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«Mode ist ein Spiegel gesellschaftlicher Empfindungen» – tragen deshalb zurzeit alle schwarz?

Ob im Büro, zum Dinner oder zur Party – Schwarz geht immer. Und im Moment ist die dunkle Trendfarbe besonders beliebt. Aber warum tragen wir die Farbe so gerne? Ein Modeexperte klärt auf.

08.01.2021 / 05:45 / von: sbu
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Schwarz ist historisch gesehen eine Farbe der Trauer, aber auch der Eleganz – selbst im Kinderzimmer. (Symbolbild: Pixabay.com/Tomasz_Mikolajczyk)

Schwarz ist historisch gesehen eine Farbe der Trauer, aber auch der Eleganz – selbst im Kinderzimmer. (Symbolbild: Pixabay.com/Tomasz_Mikolajczyk)

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Schwarz ist wohl die einzige Farbe, die man bestimmt in fast jedem Kleiderschrank findet. Der Stil- und Modeexperte Jeroen van Rooijen eröffnet uns die Gründe für die Beliebtheit der Farbe.

Die ewige Trendfarbe

Warum Schwarz so oft getragen wird, lässt sich ganz einfach erklären. Zum einen ist die Farbe Schwarz in den Läden am häufigsten vertreten. Schwarz und weiss machen zusammen ungefähr 50 Prozent des Sortiments aus – davon sind 30 Prozent schwarze Kleider. Zum anderen ist Schwarz eine praktische Farbe, die man problemlos kombinieren kann, so van Rooijen.

Schwarz ist historisch gesehen eine Farbe der Trauer, aber auch der Eleganz. «Es hat tatsächlich etwas Glamouröses, so ganz in Schwarz gekleidet zu sein. Dies funktioniert jedoch nur, wenn die Teile für sich speziell sind.» Anstatt also zu schwarzer Jeans und Kapuzenpulli zu greifen, wählt man beispielsweise eine schwarze Buntfaltenhose und kombiniert diese mit einem gleichfarbigen Blazer.

Schwarz als Ausdruck von Trostlosigkeit?

«Sich schwarz anzuziehen mag in den seltensten Fällen auf einen düsteren Charakter hinweisen.» Die häufige schwarze Bekleidung hängt im Moment auch mit der Jahreszeit zusammen, wie der Stil- und Modeexperte erklärt. Zur Winterzeit strotzt die Natur nicht gerade von Farben, was sich auch auf unsere «Ahlegi» auswirkt.

Ebenso neigen einige Menschen zur Dramatisierung. Bei schlechter Gefühlslage ziehen sich jene auch trostlos an – also schwarz. «Vernünftig wäre es, antizyklisch zu handeln. Inmitten dieser pandemischen Schrecksituation würde es sich anbieten, etwas Farbiges anzuziehen, um sein Gemüt aufzuhellen.»

Van Rooijen prognostiziert jedoch eine Gegenbewegung. «Wenn Licht am Ende des Tunnels sichtbar wird, der Frühling kommt und die Fallzahlen sinken, wird auch wieder die Lust steigen, sich farbenfroher anzuziehen.» Er kann sich sogar vorstellen, dass eine sehr extreme, farbige Mode auf uns zukommen könnte. Vielleicht eine zweite Hippiezeit? Wer weiss.

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