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Während der Beruf leidet, profitiert die Familie

Was ist seit der Pandemie besser, was schlechter geworden? Während sich die beruflichen Situationen für viele während der Corona-Pandemie verschlechtert haben, haben sich die Partnerschaften verbessert. Das zeigt eine Studie des Partnervermittlers Parship.ch.

23.02.2021 / 14:51 / von: mle
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Die partnerschaftliche Situation hat sich für 18 Prozent der Befragten verbessert, mit 21 Prozent insbesondere für Männer. (Symbolbild: Pixabay.com/takazart)

Die partnerschaftliche Situation hat sich für 18 Prozent der Befragten verbessert, mit 21 Prozent insbesondere für Männer. (Symbolbild: Pixabay.com/takazart)

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Welche Auswirkungen hat die seit bald einem Jahr vorherrschende Corona-Pandemie auf Schweizerinnen und Schweizer? Antworten liefert eine neue, repräsentative Studie, die im Auftrag des Partnervermittlers Parship.ch bei 1'017 Frauen und Männern in der Schweiz durchgeführt wurde.

Diese Veränderungen wurden mehrheitlich positiv wahrgenommen:

Ein Drittel schätzt die individuelle Freiheit mehr als zuvor (35 Prozent Männer, 31 Prozent Frauen), allen voran die Jungen bis 29 Jahren (47 Prozent). Ausserdem ist den Deutschschweizern die individuelle Freiheit bedeutend wichtiger als den Westschweizern (40 Prozent vs. 13 Prozent).

34 Prozent der Männer und 25 Prozent der Frauen geben an, dass ihr Umgang mit der unsicheren Situation besser geworden ist. Auch hier finden das vor allem die Jungen unter 29 Jahren (40 Prozent). Unabhängig von Geschlecht und Alter geben 10 Prozent der Befragten an, sie hätten mehr Mühe.

Die familiäre Situation ist vor allem für Junge unter 30 Jahren besser geworden: 30 Prozent vs. 20 Prozent der Gesamtbevölkerung. Insgesamt 12 Prozent gaben an, ihre familiäre Situation habe sich verschlechtert.

Die partnerschaftliche Situation hat sich für 18 Prozent der Befragten verbessert, mit 21 Prozent insbesondere für Männer (während sie für rund 10 Prozent der Gesamtbevölkerung schlechter geworden ist, für Männer gleichermassen wie für Frauen). Bei den unter 30-Jährigen geben gar 28 Prozent an, dass sich ihre partnerschaftliche Situation verbessert hat.

Dazu Parship.ch-Psychologin Dania Schiftan: «Wir alle haben zwangsläufig gelernt, mit der Pandemie zu leben. Und der Rückzug aus dem bisher gewohnten Alltag hat viel Nähe zur Familie und Partnerschaft gebracht, was nicht für alle gleich positiv war. Wer sich aber damit arrangieren konnte, darf sich durchaus über positive Effekte in der Familie oder Partnerschaft freuen.»

Gefragt danach, was sich in der Pandemie eher negativ verändert hat, wurden insbesondere folgende Punkte genannt:

Die berufliche Situation wird von jedem und jeder fünften Befragten als schlechter eingeschätzt, vor allem bei den 40 bis 49-Jährigen und den 50 bis 59-Jährigen (23 Prozent beziehungsweise 22 Prozent).
Die finanzielle Situation hat sich bei gut einem Viertel der Schweizer verschlechtert (26 Prozent).

Betroffen von finanziellen Einbussen sind vor allem folgende Alterskategorien:

-40 bis 49 Jahre (30 Prozent Verschlechterung)

-50 bis 59 Jahre (31 Prozent Verschlechterung)

Das psychische Wohlbefinden hat sich in allen Alterskategorien verschlechtert, am meisten bei den Jungen (34 Prozent). Im Vergleich dazu geben von der Gesamtbevölkerung 27 Prozent an, dass sich ihr psychisches Wohlbefinden in den letzten Monaten verschlechtert hat.

«Es verwundert nicht, dass das psychische Wohlbefinden in breiten Teilen der Bevölkerung leidet», stellt Dania Schiftan fest. «Zum einen fehlen uns Freiheit sowie soziale und intime Kontakte, zum anderen kämpfen viele parallel dazu mit Existenzängsten. Diese Situation ist sehr herausfordernd. Ich rate allen Betroffenen, die eigene Belastung bewusst wahrzunehmen und sich Unterstützung zu holen. Sei es im privaten oder professionellen Rahmen; einfach so, wie es für jeden stimmt.»

Ferien im Ausland, Shopping in Läden und essen im Restaurant – nein danke

Wie es scheint, vermissen Schweizerinnen und Schweizer gewisse Freiheiten weniger, als sie erwartet hätten. Das gilt für Ferien im Ausland (30 Prozent), physisches Shopping in Läden oder Einkaufszentren (29 Prozent) und auswärts essen gehen (28 Prozent). Selbst Sportveranstaltungen werden von jedem Fünften weniger vermisst als angenommen.

Dazu die Parship.ch-Psychologin: «Es deckt sich mit meiner Praxiserfahrung, dass sich viele in der Pandemie selbst neu kennengelernt haben. Sei es, in dem sie ein neues Hobby gefunden, sich vielleicht beruflich umorientiert oder eben gemerkt haben, dass gewisse Dinge gar nicht so wichtig sind, wie man immer gemeint hat.»

Klar vermisst werden hingegen das Dating und neue Leute kennenzulernen (insbesondere von den 30 bis 49-Jährigen). Das gilt auch beim Freunde treffen und Vereinsleben pflegen: In den Alterskategorien von 18 bis 49 Jahren geben neun von zehn Befragten an, diese Aktivitäten nicht weniger als angenommen zu vermissen.

Die Studie wurde vom 20. bis 29. November 2020 vom digitalen Markt- und Meinungsforscher Unternehmen marketagent.com durchgeführt. Befragt wurden 1'017 Frauen und Männer von 18 bis 69 Jahren in der Schweiz (Westschweiz, Raum Zürich, Raum Bern, Ostschweiz, Mittelland, Zentralschweiz, Nordwestschweiz und Graubünden).

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