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FC Schaffhausen: Präsident Aniello Fontana ist gestorben

Der FC Schaffhausen teilt mit, dass sein Verwaltungsratspräsident, Aniello Fontana, im Alter von 71 Jahren verstorben ist. Er war über 27 Jahre «die prägende Figur» des Fussballclubs.

21.01.2019 / 09:57 / von: vsu/sda
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Aniello Fontana, langjähriger Verwaltungsratspräsident des FC Schaffhausen, ist gestorben. (Bild: FC Schaffhausen)

Aniello Fontana, langjähriger Verwaltungsratspräsident des FC Schaffhausen, ist gestorben. (Bild: FC Schaffhausen)

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«Der Patron ist auf Reisen gegangen» heisst die Mitteilung vom FC Schaffhausen, in welcher der Tod des langjährigen Verwaltungsratspräsidenten Aniello Fontana angekündigt wird. Der 71-Jährige habe am Sonntagabend den «schweren Kampf gegen seine Krankheit verloren». Aufgrund einer Thrombose war er am Sonntag zunächst ins Spital in Schaffhausen und anschliessend notfallmässig per Helikopter ins Uni-Spital in Zürich geflogen worden. Dort erlag Fontana einem Kreislaufversagen. Dies bestätigte Fontanas Schwiegersohn Marco Fontana, der Geschäftsführer der Stadion-AG und Delegierter des Verwaltungsrat der FC Schaffhausen AG, gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Laut Marco Fontana ist die Nachfolge-Regelung seit längerem aufgegleist.

Er habe in den letzten Monaten seine Krebserkrankung stationär im Kantonsspital Schaffhausen behandeln lassen müssen. «Ging es ihm den Umständen entsprechend gut, verweilte er entweder in seinem Zuhause in Neunkirch oder in seinem erschaffenen Denkmal, dem LIPO Park Schaffhausen, das Prunkstück für den FC Schaffhausen» schreibt der Fussballclub. Im August 2015 schaffte Fontana den Durchbruch und konnte den Spatenstich zum neuen Stadion im Herblingertal durchführen: «Irgendwann werde ich nicht mehr hier sein, aber dem Verein und den Fans möchte ich mit dem Stadion etwas Nachhaltiges hinterlassen, damit der FC Schaffhausen auch in Zukunft eine attraktive Adresse im Schweizer Fussball ist» erklärte er damals seinen Bubentraum. Diese Hürde schaffte er trotz einigem Gegenwind. Im Februar 2017 war Fontana inmitten der Eröffnungszeremonie des LIPO Parks – mit einem 2:1-Rivalensieg gegen den FC Winterthur vor fast 8000 Zuschauern ein gelungener Start mit dem neuen Stadion für den FC Schaffhausen. 

«Der Patron hat damals über beide Ohren gestrahlt: ‹Dass ich das noch erleben darf, bedeutet mir so viel›» heisst es in der Mitteilung. Nicht nur packende Derbies, sondern einige Highlights mehr habe Fontana von seiner Lounge aus miterlebt: «Der furiose Saisonstart 2017/18 mit sechs Siegen in Folge unter der Trainerikone Murat Yakin, die äusserst erfolgreichen Länderspiele der Frauen-Nationalmannschaft gegen Weissrussland, Schottland und Europameister Holland und natürlich der Cupknüller gegen den amitierenden Schweizer Meister BSC Young Boys aus Bern zierten sein persönliches Palmarès».

Den FCS aus eigener Tasche saniert

1991 löste Fontana den ehemaligen Präsidenten John Kaiser ab und übernahm damit einen gewaltigen Schuldenberg. «Doch mit unermüdlicher Arbeit und dem Einfliessen von unzähligen Beträgen in insgesamt zweistelliger Millionenhöhe schaffte es Fontana, dass der FC Schaffhausen nie von der Bildfläche des Schweizer Profifussballs verschwand» blickt der Fussballclub auf diese Zeit zurück. Insgesamt soll Fontana mindestens 20 Millionen Franken eingeschossen haben, um den Club schuldenfrei zu halten.

In Fontanas erster Saison als Präsident war noch der deutsche Weltmeister-Trainer von 2014, Joachim Löw, als Spieler bei Schaffhausen unter Vertrag. 1994 schaffte es der Club mit Trainer Heinz Bigler in den Schweizer Cupfinal, 2003 gelang unter Trainer Jürgen Seeberger dann der Aufstieg in die neue Super League – dies für insgesamt drei Spielzeiten. Unter Maurizio Jacobacci kamen sie in der Saison 2013/14 schnell in die Challenge League zurück, nachdem sie 2011 in die 1. Liga absteigen mussten. Und auch heute gelte der Challenge League-Fünfte FC Schaffhausen als Aufstiegsanwärter, was auch Verdienst von Fontana sei. 

Aber nicht nur für den FC Schaffhausen habe Fontana vieles geschaffen. Er hat auch die Interessen im Komitee der Swiss Football League vertreten und war Delegierter der Schweizer Junioren-Nationalmannschaften. «Dank seiner Leidenschaft prägte er den Schweizer Fussball immens, sodass Spieler und Trainer mit klingenden Namen immer wieder den Weg in die Nordostschweiz fanden. Nicht des Gehaltes wegen, sondern vor allem auch aus Prestigegründen, aus Verbundenheit oder Freundschaft» heisst es in der Mitteilung weiter. Fontana werde zweifelsohne eine «riesige Lücke hinterlassen, die nur schwer wieder zu füllen ist».

Fontana ist im Alter von neun Jahren von Italien in die Schweiz gekommen und machte sich 1980 als Immobilienmakler selbständig. Insgesamt war er 27 Jahre lang Verwaltungsratspräsident des FC Schaffhausen. Er hinterlässt eine Frau, drei erwachsene Kinder und neun Enkel. 

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