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Kanton Schaffhausen kommt mit blauem Auge davon

Im Kanton Schaffhausen drohte der Lehrermangel für so manche Schulgemeinde zum grossen Problem zu werden. Die Situation hat sich momentan stark beruhigt, doch die strukturellen Probleme bleiben.

10.07.2019 / 07:44 / von: mma
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Ein Grund für den Lehrermangel sind auch die steigenden Schülerzahlen. (Symbolbild: Pixabay.com/klimkin)

Ein Grund für den Lehrermangel sind auch die steigenden Schülerzahlen. (Symbolbild: Pixabay.com/klimkin)

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Im Mai fehlten im Kanton Schaffhausen 60 Lehrpersonen für das neue Schuljahr. Der Schaffhauser Erziehungsdirektor wandte sich in einem Schreiben direkt an die Schulvorsteher. Der Lehrerverband sprach bereits von einem «Notstand». 

Nun, kurz nach Ende des Schuljahres, sind immer noch 15 Stellen beim Erziehungsdepartement ausgeschrieben. Die meisten davon seien laut «Schaffhauser Nachrichten» kleinere Pensen, Stellvertretungen oder Stellen für das zweite Semester. Man sei mit einem blauen Auge davongekommen, erklärt Peter Pfeiffer, Leiter Schulentwicklung und Aufsicht beim Erziehungsdepartement, gegenüber den «Schaffhauser Nachrichten».

Die verstärkten Anstrengungen der Schulgemeinden, welche die Lehrerstellen besetzen müssen, und deren Begleitung durch den Kanton hätten zur Entspannung der Situation beigetragen. Dort, wo es möglich war, haben die Schulinspektorinnen und -inspektoren des Kantons mitgeholfen.

Auf Notmassnahmen konnte letztlich verzichtet werden. Denkbar gewesen wären zum Beispiel Klassenzusammenlegungen im grossen Stil oder der Einsatz von nicht fertig oder nicht genügend ausgebildetem pädagogischem Personal als Fach- oder Klassenlehrpersonen. Auch die Erhöhung der Pflichtpensen der Lehrerinnen und Lehrer stand im Raum.

Die Gründe für den Lehrermangel seien bekannt: steigende Schülerzahlen, die Babyboomer-Generation wird pensioniert und neue Lehrpersonen kommen in der Schweiz zu wenig schnell nach. Der Markt sei ausgetrocknet, betont Pfeiffer in den «Schaffhauser Nachrichten». Nach wie vor mangle es an Schaffhauser Schulen an qualifizierten Heilpädagogen und Sek-I-Lehrern. Vor allem Schulen auf dem Land seien betroffen, aber auch die Stadt.

Für Pfeiffer sei klar, dass man früher reagieren und gemeinsam mit den lokalen Behörden herausfinden müsse, wo personelle Engpässe entstehen könnten, damit sich die Situation nicht wiederholt. Ebenfalls müsse aufgezeigt werden, wie man den vermehrten Einsatz von Lehrkräften angeht, die für die dringend benötigten Stellen nicht adäquat ausgebildet sind. Als weitere Option werde geprüft, inwiefern sich Studenten der Pädagogischen Hochschule, die etwa im letzten Ausbildungsjahr sind, neben dem Studium für Teilzeitpensen gewonnen werden können.

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