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Schaffhausen setzt Palliative Care Konzept um

Menschen, die unheilbar krank sind, benötigen eine besondere Pflege. Der Kanton Schaffhausen hat 2016 ein Palliative Care Konzept erarbeitet, das nun umgesetzt werden soll. Dafür hat der Kantonsrat am Montag einen Kredit von 1,95 Millionen Franken für eine dreijährige Pilotphase mit 53 zu 2 Stimmen bewilligt.

18.02.2019 / 18:32 / von: mle/sda
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Menschen, die unheilbar krank sind, benötigen eine besondere Pflege. Der Kanton Schaffhausen hat 2016 ein Palliative Care Konzept erarbeitet, das nun umgesetzt werden soll. (Screenshot: TELE TOP)

Menschen, die unheilbar krank sind, benötigen eine besondere Pflege. Der Kanton Schaffhausen hat 2016 ein Palliative Care Konzept erarbeitet, das nun umgesetzt werden soll. (Screenshot: TELE TOP)

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Zur Finanzierung hatte der Regierungsrat einen Verpflichtungskredit in Höhe von 2,25 Millionen Franken beantragt, also 750'000 Franken pro Jahr. Das Palliative Care Konzept stützt sich auf mehrere Säulen, umstritten war im Kantonsrat das geplante Hospiz.

Dieses soll im Alterswohnheim Schönbühl in der Stadt Schaffhausen eingerichtet werden, weil nicht alle Patientinnen und Patienten bis zum Lebensende zuhause gepflegt werden können. Der Regierungsrat hatte ein Hospiz mit vier Betten vorgeschlagen.

Zwei Hospizbetten statt vier

Die vorberatende Kommission hatte jedoch beschlossen nur mit zwei statt der geplanten vier Betten zu starten und den Kredit um insgesamt 300'000 Franken zu kürzen. Falls es mehr Bedarf gebe, könnte über das Budget weiteres Geld gesprochen werden.

Auch im Kantonsrat sorgte das geplante Hospiz für Diskussionen. Franziska Brenn (SP) beantragte, auf die Vorlage der Regierung zurückzukommen, also einen Kredit in Höhe von 2,25 Millionen Franken zu bewilligen. Der Kantonsrat lehnte dies aber mit 39 zu 16 Stimmen ab.

Die SVP-EDU-/Fraktion wandte sich gegen die vorgeschlagene Lösung und beantragte eine Rückweisung. Die Regierung solle ein kantonsübergreifendes Hospiz prüfen und ob die Heimatgemeinden in die Finanzierung einbezogen werden könnten. Der Rückweisungsantrag scheiterte jedoch mit 35 zu 23 Stimmen.

Mobiler Dienst und Weiterbildung

Unstrittig waren die weiteren Bestandteile des Palliative Care Konzepts. So steht ein mobiler Palliative-Care-Dienst (MPCD) den Fachleuten der dezentralen Grundversorgung beratend zur Seite. Der MPCD kann in Einzelfällen auch direkte Behandlungs- und Pflegeleistungen übernehmen. Diesen Dienst soll die Spitalexterne Onkologiepflege (SEOP) übernehmen, die von der Krebsliga Schaffhausen betrieben wird.

Im Kantonsspital wird der Palliative Konsiliardienst (PKD) eingerichtet. Ärztliches Personal und Pflegefachkräfte werden dabei mit klar definierten Pensen für die Belange der Palliative Care verfügbar sein. Dabei arbeiten sie eng mit dem Schmerzdienst der Anästhesie, der Onkologie und weiteren Disziplinen zusammen.

Ausserdem gibt es eine Weiterbildungsoffensive in der Grundversorgung, mit der rund 150 Pflegefachpersonen und 50 Ärztinnen und Ärzte erreicht werden sollen. Die Kurse sollen Hausärztinnen und Hausärzten sowie Pflegefachkräfte für die besonderen Anforderungen und Arbeitsweisen der Palliative Care sensibilisieren.

Schliesslich soll eine Koordinationsstelle alle Angebote miteinander vernetzen. Diese Aufgabe übernimmt der Verein palliative-schaffhausen.ch.

TELE TOP war bei der Debatte dabei:

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