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Selbstfahrender Bus kommt bei Neuhausern gut an

Laut einer ETH-Studie steht die Bevölkerung von Neuhausen am Rheinfall hinter dem Pilotversuch des selbstfahrenden Busses. Dieser ist seit Ende März in Betrieb.

14.08.2018 / 14:54 / von: vsu
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Der selbstfahrende Bus «Trapizio» kommt in Neuhausen am Rheinfall gut an. (Screenshot: TELE TOP)

Der selbstfahrende Bus «Trapizio» kommt in Neuhausen am Rheinfall gut an. (Screenshot: TELE TOP)

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Der fünf Meter lange, gelb-weiss gefärbte «Trapizio» ist seit Ende März auf der Buslinie 12 in Neuhausen am Rheinfall im Einsatz. Der selbstfahrende Bus hat elf Plätze und verkehrt zwischen Neuhausen Zentrum und dem Industrieplatz. Begleitet wird der Pilotversuch vom Institut für Wissenschaft, Technologie und Politik ISTP der ETH Zürich, welches wissen wollte, wie dieser Bus bei der Bevölkerung ankommt. Schliesslich könnten solche autonome Fahrzeuge den Strassenverkehr von heute grundlegend verändern, heisst es in einer Mitteilung.

Eine erste Befragung zeigt: Die Neuhauser Bevölkerung ist gut über die Durchführung des Testversuchs informiert und dieser stösst auf grosse Unterstützung. Einem vollautomatisierten Strassenverkehr stehen die Befragten tendenziell skeptisch gegenüber, dennoch «geniessen Testversuche wie jener in Neuhausen am Rheinfall eine hohe Akzeptanz». Für Stirnrunzeln sorgen Themen wie ein möglicher Datenmissbrauch durch Dritte, die Interaktion des Busses mit schwächeren Verkehrsteilnehmenden – etwa Velofahrern und Fussgängern – und dessen Reaktion in unvorhergesehenen Situationen.

Der möglichen Datenweitergabe durch solche autonomen Fahrzeuge an den Staat, beispielsweise ans Strassenverkehrsamt, stehen die Befragten ablehnend gegenüber. Weiter zeigte sich, dass Frauen vor allem Probleme wie Arbeitsplatzverluste oder Verlust der Fahrkontrolle befürchten. Auch Personen unter 40 Jahren äussern diesbezüglich Bedenken, ebenso zum Verlust des persönlichen Fahrvergnügens.

Das Swiss Transit Lab STL ist eine vom Kanton Schaffhausen unterstützte Initiative, wobei sich Vertreter von Industrie, lokalen Verkehrsbetrieben, Wissenschaft und der öffentlicher Hand gemeinsam für die Mobilitätszukunft einsetzen.  Auch sie ziehen nach den ersten knapp fünf Monaten des Pilotversuches in Neuhausen am Rheinfall eine positive Bilanz: «Über 11'000 Passagiere sind seit Ende März mit dem selbstfahrenden Bus mitgefahren. Zudem konnten entscheidende Erkenntnisse bezüglich Einbindung in die Leitstelle und im regulären Verkehr gesammelt werden».

Aufgrund dieser positiven Erkenntnissen stehe einer geplanten Linienerweiterung bis zum Rheinfall nichts mehr im Wege. Allerdings seien diese erst ab Oktober möglich, da der Hersteller des selbstfahrenden Busses Lieferverzögerung gemeldet habe, heisst es in einer Mitteilung. 

Die Testphase soll Ende 2019 abgeschlossen werden; ab dann soll der selbstfahrende Bus in den Regelbetrieb überführt werden.

Das ISTP wird während der Testphase zwei weitere Befragungen durchführen und abschliessend einen Bericht schreiben. Für die erste Befragung wurden insgesamt 1408 Personen aus Neuhausen am Rheinfall, Stein am Rhein und Thayngen befragt.

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