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Smartvote harzt im Kanton Schaffhausen

Zum ersten Mal bietet die Wahlhilfeplattform Smartvote ihren Service bei den Kantonsratswahlen in Schaffhausen an. Allerdings ist das Echo bei den Kandidierenden sehr gering. Die Parteien reagieren unterschiedlich.

04.09.2020 / 11:30 / von: pwa
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Der Rücklauf bei den Schaffhauser Kantonsratskandidaten auf Smartvote ist bisher sehr gering. (Screenshot: smartvote.ch)

Der Rücklauf bei den Schaffhauser Kantonsratskandidaten auf Smartvote ist bisher sehr gering. (Screenshot: smartvote.ch)

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Die Wahlhilfeplattform Smartvote ist in der Schweiz inzwischen sehr bekannt. Bei nationalen, aber auch kantonalen und regionalen Wahlen können Wählerinnen und Wähler ihr politisches Profil mit demjenigen von sämtlichen Kandidierenden abgleichen. So sollen sie diejenigen Kandidierenden finden, welche am besten zu ihnen passen. Dazu müssen natürlich zuerst möglichst alle Kandidierenden eine Reihe politischer Fragen beantworten.

Gerade dabei hapert es im Kanton Schaffhausen. Einige Wochen vor der Wahl haben lediglich rund ein Viertel der Kandidierenden ein Profil auf Smartvote erstellt. Das ist enttäuschend für Michael Erne von Smartvote: Das Ziel des Vereins ist bei jeder Abstimmung mindestens eine Beteiligung von 50 Prozent, in der Regel sind es deutlich mehr.

Wie sich der geringe Rücklauf erklären lässt, im Beitrag von RADIO TOP:

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Warum im Kanton Schaffhausen der Rücklauf so gering ist, kann sich Michael Erne nicht wirklich erklären. Deutliche Worte findet hingegen SP-Parteipräsident Daniel Meyer: «Smartvote hat uns leider ein unverschämtes Angebot gemacht!» Smartvote verlangt in Schaffhausen für Parteien einen Betrag von 130 Franken pro Kandidatin oder Kandidat – allerdings nur, wenn die Wahl auch gelingt.

Deshalb ist Smartvote für grössere Parteien teurer, als für kleinere Parteien. Es verwundert daher nicht, dass gerade die grössten drei Schaffhauser Parteien von links und rechts, also die SVP, die SP und die FDP nicht als Partei mitmachen. Ihre Kandidierenden haben jedoch die Möglichkeit, selbständig mitzumachen – dann aber für 150 Franken im Falle einer Wahl.

Ob die Parteipräsidenten den geringen Rücklauf bei Smartvote problematisch finden, im Beitrag von RADIO TOP:

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Dass die grossen Parteien nicht geschlossen bei Smartvote mitmachen, findet SVP-Präsident Walter Hotz nicht problematisch. Auch er selbst hat kein Profil angelegt: «Die Leute wissen ja, wie ich politisiere.» Und FDP-Präsident Marcel Sonderegger ergänzt: «Im Kanton Schaffhausen mit 70'000 Einwohnern sind es nur wenige, die auf Smartvote gehen, um sich zu informieren. Das lohnt sich nicht.»

Anders sieht das Nicole Hinder, die Präsidentin der AL. Ihre Partei macht, wie die anderen kleineren Parteien im Kanton, bei Smartvote mit. «Es geht auch um Transparenz: Die Kandidierenden machen vor den Wahlen öffentlich, wer sie sind und wofür sie stehen.» Auch am anderen Ende des politischen Spektrums klingt es ähnlich. EDU-Präsident Erwin Sutter erklärt: «Wenn einzelne Parteien bei Smartvote nicht mitmachen, dann verfälscht das das ganze Bild.»

Hier geht es zur Wahlhilfe von Smartvote für den Kanton Schaffhausen:

 

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