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So gut geht es den Amphibien in Schaffhausen

Die Amphibienbestände gehen schweizweit tendenziell zurück. Anders im Kanton Schaffhausen. Dort werden die Lebensräume der Tiere bewusst erhalten und neu geschaffen.

14.02.2020 / 18:59 / von: lpe
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Normalerweise begeben sich die Amphibien erst im Frühling auf Wanderschaft um an ihrem Geburtsort zu laichen. (Screenshot: TELE TOP)

Normalerweise begeben sich die Amphibien erst im Frühling auf Wanderschaft um an ihrem Geburtsort zu laichen. (Screenshot: TELE TOP)

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Wenn es wärmer wird, beginnt für Amphibien die Wanderzeit. Sie machen sich auf den Weg zu ihrem Geburtsort, um dort zu laichen. Normalerweise ist das erst im Frühling der Fall, mit dem milden Klima kommt es aber schon Anfang Februar zu Wanderungen. Darin liegt für die Kriechtiere gleich eine doppelte Gefahr: Bei der Überquerung von Strassen droht ihnen der Tod durch heranfahrende Autos, bei einem erneuten Kälteeinbruch könnten sie erfrieren.

Um das zu verhindern, müssen Amphibien sich vor der Kälte schützen können. Das tun sie entweder in Gewässern oder unter der Erde, indem sie sich im Schlamm eingraben. Bernhard Egli vom Naturpark Schaffhausen hat die Aufgabe, diese Lebensgrundlagen zu schaffen. Gewässer, die nicht tief genug sind, werden ausgebaggert und von Ästen und Laub befreit, die im Wasser vergären. So wird sichergestellt, dass das Wasser nicht übersäuert und dass die Tiere tief genug tauchen können, um dem Frost zu entkommen. Hilfreich sind auch Haufen aus Ästen, die Amphibien ein Versteck bieten vor Kälte und Trockenheit.

Der Kanton Schaffhausen hat aber auch andere Vorzüge für Frösche, Kröten und Molche. Hier gibt es viele Weiher und Kiesgruben, die zu wertvollen Lebensräumen umgestaltet wurden. Die Gewässer sind zudem häufiger in der Nähe eines Waldstücks, sodass die Tiere bei ihren Wanderungen seltener eine Strasse überqueren müssen. Ausserdem ist es im Sommer relativ trocken, wodurch verschiedene Biotope austrocknen. Dadurch können sich dort keine Fische ansiedeln, die den Laich fressen.

In den nächsten Tagen und Wochen muss mit weiteren Wanderungen gerechnet werden. Autofahrer werden gebeten, die Geschwindigkeit zu reduzieren und besonders achtsam zu sein. Da die Amphibien nachtaktiv sind, sind sie schlecht sichtbar und somit besonders gefährdet.

Im Interview mit TELE TOP erklärt Biologe Bernhard Egli, wie er Lebensräume für Amphibien schafft und aufwertet:

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