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Walter Vogelsanger: «Viel Spielraum zwischen jetzt und einem Lockdown gibt es nicht»

Der Schaffhauser Regierungsrat ist besorgt über die Entwicklung im Kanton. Vermehrt kommt es auch zu Infektionen in Altersheimen. Gesundheitsvorsteher Walter Vogelsanger spricht von einem möglichen Lockdown.

13.11.2020 / 12:05 / von: mle/sda/pko
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Am Freitag haben Regierungsrat Walter Vogelsanger (zweiter von links) sowie Vertreter von Alterszentren, über die Situation informiert. (Bild: RADIO TOP/Lara Pecorino)

Am Freitag haben Regierungsrat Walter Vogelsanger (zweiter von links) sowie Vertreter von Alterszentren, über die Situation informiert. (Bild: RADIO TOP/Lara Pecorino)

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Der Kanton hat am Freitagvormittag weitere 41 positiv getestete Personen gemeldet. Damit stieg die Fallzahl seit Beginn der Pandemie auf 1'200. Im Spital befinden sich zurzeit 13 Patienten in Isolation, zwei werden auf der Intensivstation behandelt. Insgesamt sind im Kanton 17 Personen an dem Virus gestorben.

Derweil hat das Virus auch die Alters- und Pflegeheime im Kanton erreicht. Besonders betroffen sind das Alterszentrum Kirchhofplatz in der Stadt Schaffhausen und das Alterszentrum Schleitheim.

Im Altersheim am Kirchhofplatz wurden bis Donnerstagabend zehn Bewohnerinnen und Bewohner sowie zehn Mitarbeitende positiv getestet. In der Demenzabteilung sind inzwischen acht Personen gestorben, wie das Departement des Innern am Freitag mitteilte.

Im Altersheim Schleitheim gibt es 18 positiv getestete Bewohnerinnen und Bewohner sowie 14 Mitarbeitende mit einem positiven Test. Jeweils ein Bewohner wurde im Alterszentrum Breite 2, im Alterszentrum Emmersberg und im Seniorenzentrum im Reiat in Thayngen positiv getestet. Die Erkrankten werden, soweit es ihr Zustand erlaubt, in den Heimen gepflegt.

Insgesamt sind aktuell in den Heimen im Kanton 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Nun wird abgeklärt, wie das Virus in die Institutionen gelangen konnte. Das Gesundheitsamt setze alles daran, Hotspots rasch zu erkennen und gezielt Massnahmen zu ergreifen, heisst es.

Regierungsrat ist «besorgt und verärgert»

Regierungsrat Walter Vogelsanger (SP) ist «besorgt und verärgert» über die Entwicklung der Fallzahlen im Kanton, wie er im Interview mit RADIO TOP sagt. Während die Fallzahlen gesamtschweizerisch zurückgehen, bleiben sie in Schaffhausen konstant hoch. Dass es vermehrt Fälle in Altersheimen gebe, sei besorgniserregend.

Am kommenden Dienstag trifft sich der Regierungsrat erneut zu einer Sitzung. Was könnte beschlossen werden? «Viel Spielraum zwischen jetzt und einem Lockdown gibt es nicht mehr», sagt Vogelsanger. Als Entscheidungsgrundlage diene immer der Lagebericht, den sie vorab erhalten. 

Der zuständige Regierungsrat Walter Vogelsanger (SP) findet im Interview mit RADIO TOP deutliche Worte für die aktuelle Situation in den Altersheimen:

audio 

TELE TOP hat die Stimmung an der Medienkonferenz des Gesundheitsdirektors eingefangen:

video

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R.
am 15.11.2020 um 11:23
Was könnte beschlossen werden? Besuchsverbot in allen Alters- und Pflegeheimen. Denn, es dürfte klar sein, viele Besucher halten sich NICHT an die Regeln. Sehe es jeden Tag bei Leuten die aus Spital Winterthur kommen. Kaum sind sie vom Gelände runter, werden die Masken ausgezogen, Abstände zueinander nicht eingehalten, sehe auch immer wieder Leute, die da rauskommen, draussen Bekannte treffen, und zur Begrüssung die Hand geben oder sich auch mal umarmen. So auch Pflegepersonal. Hocken draussen Mittags, vor dem Gelände, rauchen und/oder unterhalten sich, OHNE Abstand!!!