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Armeeapotheke will aus Fehlern zu Beginn der Corona-Krise lernen

Millionenschwere Beschaffungen sowie Lagerung und Verteilung von Impfdosen: Die Aufgaben für die Armeeapotheke haben sich in der Corona-Krise vervielfacht. Dabei sind auch Fehler passiert, wie die Armee einräumt. Insgesamt habe die Behörde aber ihre Aufgaben erfüllt.

11.02.2021 / 12:33 / von: mle
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Ein Mitarbeiter der Armeeapotheke verpackt eine Sendung Covid-19 Impfstoff in ein Karton mit Trockeneis. (Bild: KEYSTONE/MARCEL BIERI)

Ein Mitarbeiter der Armeeapotheke verpackt eine Sendung Covid-19 Impfstoff in ein Karton mit Trockeneis. (Bild: KEYSTONE/MARCEL BIERI)

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Das sagten die Verantwortlichen, als sie am Donnerstag vor den Bundeshausmedien eine erste Bilanz des Corona-Einsatzes zogen. In der Corona-Pandemie seien «äusserst anspruchsvolle und komplexe Aufgaben» auf die Armee zugekommen, sagte Divisionär Thomas Kaiser, Chef der Logistikbasis der Armee, der seit Mitte Mai auch für die Armeeapotheke verantwortlich ist.

Zu deren Aufgaben gehören seit Beginn der Krise etwa die Beschaffung grosser Mengen an wichtigen medizinischen Schutzgütern für das Gesundheitswesen und auch die Logistik der Impfstoffe von der Ankunft in der Schweiz bis zur Auslieferung an die Kantone. Davor war die Verwaltungseinheit primär für die Versorgung der Armee und der Bundesverwaltung zuständig.

Fehler analysieren

Das Beschaffungsvolumen habe sich innert Tagen um das 150-Fache vervielfacht, sagte Kaiser. Dafür sei die Armeeapotheke nicht gerüstet gewesen. «Wir übernahmen im Frühsommer erschöpfte Mitarbeitende.» Danach sei es vor allem darum gegangen, «das Gröbste in Ordnung zu bringen».

Daniel Aeschbach, Chef der Armeeapotheke, gab zu, dass zu Beginn auch «logistische Fehler im System» gemacht worden seien, die danach wochenlange Arbeiten nach sich zogen. Zudem habe das SAP-System grundlegend verändert werden müssen. «Es war eine Operation am offenen Herzen eines Patienten mit multiplem Organversagen, der gerade einen Marathon läuft.» Eine solche Operation gehe selten fehlerlos vonstatten.

Was teilweise falsch eingeschätzt worden sei, werde sich teilweise wohl erst in den nächsten Monaten zeigen, sagte Stettbach. Die Armeeapotheke wolle eine offene Fehlerkultur pflegen. Im Sinne der Transparenz würden ab sofort relevante Dokumente im Internet publiziert.

«Für nächste Krise gewappnet sein»

Die Armee schaffe die Beschaffungen zu Beginn der Krise auf, sagte Stettbach weiter. Verschiedentlich war Kritik laut geworden, dass die Armeeapotheke zu teure und unzulängliche Produkte eingekauft habe. Dagegen wehrt sich die Armeeapotheke weiterhin vehement.

Trotzdem gebe es weiterhin Luft nach oben, sagte Divisionär Kaiser. Um eine «robuste, resiliente und durchhaltefähige Einsatzorganisation» zu etablieren, brauche es noch verschiedene Übungen und Tests. «Wir müssen für die nächste Krise gewappnet sein.»

Zentrale Impfkampagne

Zunächst stehe nun aber die Impfkampagne im Fokus. «Wir halten uns bereit, um künftig eine sechsstellige Zahl Dosen pro Tag an die Kantone ausliefern zu können», sagte Kaiser. Bisher habe die Impfstoffverteilung «absolut perfekt geklappt».

Laut den Verantwortlichen wird die hohe Belastung in den nächsten Monaten anhalten. Das sei nur mit Leistungsverzichten in anderen Bereichen möglich, sagte Stettbach. So werde aktuell auf «zukunftsgerichtete Projektarbeiten» verzichtet. Auch mittelfristige Vorhaben würden zurückgestellt.

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