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BAG-Mathys: «Die Schweiz macht es gar nicht so schlecht»

«Die Schweiz macht es gar nicht so schlecht», ist das Fazit von Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag vor den Medien in Bern. Es gebe auch ein «Aber»: die Reproduktionszahl stagniere bei wenig unter 1, und die Zahl der Coronavirus-Mutationen nehme weiter zu.

16.02.2021 / 13:56 / von: mle/sda
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Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewaeltigung und internationale Zusammenarbeit, Bundesamt für Gesundheit BAG. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)

Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewaeltigung und internationale Zusammenarbeit, Bundesamt für Gesundheit BAG. (Bild: KEYSTONE/Anthony Anex)

Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle, Bundesamt für Gesundheit BAG. (Bild: KEYSTONE/Peter Schneider).

Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle, Bundesamt für Gesundheit BAG. (Bild: KEYSTONE/Peter Schneider).

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Eine Verdoppelung der Mutationszahlen innerhalb einer Woche sei aber bisher wider Erwarten nicht eingetreten. 68 Prozent der Intensivbetten sind laut dem Stellvertretenden Leiter Übertragbare Krankheiten im BAG belegt, davon 22 Prozent von Covid-Patienten. Auch die Zahl der Spitaleintritte nehme ab.

Allerdings könne aber eine erneute Trendumkehr zu wieder wachsenden Zahlen nicht ausgeschlossen werden, so Mathys.

Auf die Frage nach einer Lockerung des Coronavirus-bedingten Lockdowns oder einer Öffnung der Wirtschaft ab 1. März verwies Patrick Mathys auf die Entscheidungsmacht des Bundesrates. Er wolle nicht vorgreifen, sagte er am Dienstag vor den Medien in Bern.

«Die Situation ist immer noch äusserst fragil», sagte er. Immerhin steige die Zahl der ansteckenderen Coronavirus-Mutationen weiter an - um wie viel, sei aber nicht zuverlässig zu beziffern.

Ob die bislang erwartete Verdoppelung der Mutationen-Zahl innerhalb von sieben bis zehn Tagen tatsächlich nicht zutreffe, wie es derzeit erscheine, sei ebenfalls nicht abschliessend zu beantworten. Zu erwarten sei aber, dass diese Mutationen dominant werden.

Nartey: «Britische Variante fast tägliche Normalität - leider»

Die Kantonsärztinnen und Kantonsärzte kämpfen gemäss der Vizepräsidentin der Vereinigung jeden Tag an «grossen und kleine Ausbruchsfronten». Wegen der Mutationen würden die Infektionsketten «mehr und mehr unklar».

«Die britische Variante ist schon fast tägliche Normalität - leider», sagte Linda Nartey, Berner Kantonsärztin und Vizepräsidentin der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte, am Dienstag vor den Medien in Bern. Es gebe zudem immer noch täglich Ansteckungen mit den ursprünglichen Viren.

Das sorge für viel Arbeit, die koordinierte Ausbruchsbekämpfung bleibe sehr ressourcenaufwändig, weil die betroffenen Personen «intensiv» über den möglichen Ansteckungsort und mögliche Kontakte befragt würden. Die Betroffenen könnten aber kaum mehr Hinweise geben.

Diesbezüglich sorgten auch die Schutzkonzepte für Fragen. Es gebe sehr viele gute Konzepte, die umgesetzt würden. Nichtsdestotrotz gebe es immer wieder diese Ausbrüche. Da stelle sich die Frage, ob die Konzepte doch nicht so gut umgesetzt würden oder ob die Virusvarianten diese Konzepte einfach überspringen könnten. «Wir wissen noch immer vieles nicht, oder nicht sicher», sagte Nartey.

Auch die Impfungen würden die Kantone stark beschäftigen. Es gebe teilweise immer noch Verzögerungen aufgrund der reduzierten Verfügbarkeit der Impfstoffe, die Kapazitäten für mehr Impfstoffe seien aber bereit. Das Ziel bleibe, bis im Sommer alle Impfwilligen geimpft zu haben.

Die Kantonsärztinnen und - ärzte würden zudem zunehmend mit der Ungeduld und dem Unmut in der Bevölkerung konfrontiert. Diese Stimmung sei verständlich. «Zwar nehmen die Fallzahlen ab, aber die Sorge um die Mutation ist weiterhin gross», sagte Nartey. Es sei unklar, wie es weiter gehe.

Auch wenn es niemand mehr hören wolle - es brauche weiterhin Geduld und Solidarität bei den Massnahmen, um diese Pandemie erfolgreich bekämpfen zu kommen - mit dem Ziel, «hoffentlich bis zum Sommer hin eine bessere Situation zu bekommen».

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