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Banken finanzieren fossile Brennstoffe mit 1,9 Billionen US-Dollar – seit dem Pariser Klimaabkommen

Der neueste Report «Banking on Climate Change» zeigt, dass die Credit Suisse und die UBS von 2016 bis 2018 zusammen rund 83,3 Milliarden US-Dollar zur Finanzierung von fossilen Brennstoffen zur Verfügung stellten. Dies teilte Greenpeace Schweiz mit.

20.03.2019 / 12:38 / von: mma
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Die Schweizer Grossbanken UBS und CS stellten 83,3 Milliarden US-Dollar zur Finanzierung von fossilen Brennstoffen zur Verfügung. (Symbolbild: Pixabay/generatorpowerproducts)

Die Schweizer Grossbanken UBS und CS stellten 83,3 Milliarden US-Dollar zur Finanzierung von fossilen Brennstoffen zur Verfügung. (Symbolbild: Pixabay/generatorpowerproducts)

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Auf die Bevölkerung der Schweiz im Jahr 2017 heruntergebrochen, entspricht das rund 9800 US-Dollar pro Kopf. Das sei laut Greenpeace mehr als in jedem anderen Land. Zum Vergleich nennt Greenpeace Frankreich oder Deutschland. Dort liege der Pro-Kopf-Anteil mit 2100 US-Dollar respektive 650 US-Dollar deutlich tiefer. Weiter geht aus dem Bericht hervor: Jene vier Banken, die seit dem Pariser Klimaabkommen am meisten Geld – in absoluten Zahlen – für die Finanzierung von fossilen Brennstoffen zur Verfügung stellten, haben alle ihren Sitz in den USA. JPMorgan Chase führt die Liste mit grossem Abstand an.

Der Bericht decke auf, dass 33 global tätige Banken von 2016 bis 2018 – also nach Annahme des Pariser Klimaabkommens – insgesamt 1,9 Billionen US-Dollar für Unternehmen zur Verfügung stellten, die fossile Brennstoffe nutzbar machen. Von den 1,9 Billionen US-Dollar gingen 600 Milliarden US-Dollar an 100 Unternehmen, die laut Greenpeace Schweiz «die Förderung von fossilen Brennstoffen am aggressivsten ausbauen.»

RADIO TOP hat bei Marion Pester, Leiterin des Instituts für Wealth & Asset Management an der ZHAW, nachgefragt, was die neuen Zahlen bedeuten:

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Der Bericht veranschauliche, dass die Geschäftspraktiken der untersuchten Grossbanken nach wie vor die Klimaerhitzung befeuern und das Ziel, die globale Klimaerwärmung deutlich unter 2 Grad und möglichst unter 1,5 Grad zu halten, torpedieren. Die Banken agierten gemäss Greenpeace in krassem Widerspruch zum jüngsten Sonderbericht über die globale Erwärmung des Weltklimarats IPCC.

«Die Schweizer Grossbanken betonen immer wieder, dass sie ihre Verantwortung bei der Bekämpfung des Klimawandels wahrnehmen und den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft unterstützen würden. Doch in Wahrheit finanzieren sie die Zerstörung unseres Klimas, wie der neueste Bericht aufzeigt», sagt Katya Nikitenko, Finanzexpertin bei Greenpeace Schweiz.

«Banking on Climate Change 2019» wird herausgegeben von Rainforest Action Network, BankTrack, Indigenous Environmental Network, Oil Change International, Sierra Club sowie Honor the Earth und von über 160 Organisationen, darunter Greenpeace Schweiz, unterstützt. Für die zehnte Ausgabe des Reports wurde die Untersuchung stark ausgeweitet: Erstmals wurde die Finanzierung von über 1800 Unternehmen aus den Bereichen Kohle, Öl und Gas weltweit während der letzten drei Jahren betrachtet.

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