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Bundesrat will Läden, Museen und Zoos per 1. März wieder öffnen

Ein erster Schritt in Richtung Normalität: Ab 1. März sollen Läden, Museen und Zoos in der Schweiz wieder öffnen. Im Freien sollen Treffen mit 15 Personen möglich sein. Restaurants bleiben zu. Diese Grundsatzentscheide hat der Bundesrat am Mittwoch getroffen.

17.02.2021 / 15:00 / von: mle/sda
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Von links nach rechts: Bundesräte Ueli Maurer, Guy Parmelin und Alain Berset. (Bild: KEYSTONE/Peter Schneider)

Von links nach rechts: Bundesräte Ueli Maurer, Guy Parmelin und Alain Berset. (Bild: KEYSTONE/Peter Schneider)

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Die Regierung folgt mit den ersten skizzierten Lockerungsschritten zumindest teilweise dem öffentlichen Ruf nach mehr Freiheiten. Definitiv entscheiden will er in einer Woche, nach der Konsultation der Kantone.

Klar ist, dass der Bundesrat den betroffenen Menschen und Betrieben ab sofort mehr Perspektiven geben will. Bei günstiger epidemiologischer Entwicklung und höherer Durchimpfungsrate sollen jeweils per Anfang Monat weitere Lockerungen in Kraft treten, «um dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben wieder mehr Raum zu geben».

Abstandsregeln und Maskenpflicht

Stand heute sollen ab dem 1. März alle Läden wieder öffnen können. Ebenfalls sollen Museen sowie Lesesäle von Archiven und Bibliotheken wieder ihre Tore öffnen können. Zudem sollen Freizeit- und Unterhaltungseinrichtungen im Aussenbereich wieder zugänglich sein, namentlich Zoos, botanische Gärten und Erlebnisparks.

Die Anzahl der Kundinnen und Kunden muss laut dem Bundesrat beschränkt werden. An allen Orten gelten Maskenpflicht und Abstandsregeln.

Im Freien plant der Bundesrat weitere Lockerungen: So sollen private Veranstaltungen mit maximal 15 Personen wieder möglich sein. Ebenso sollen Sportanlagen wie Kunsteisbahnen, Tennis- und Fussballplätze oder Leichtathletikstadien wieder öffnen dürfen.

Eine Übersicht mit allen Beschlüssen gibt es hier.

Ausnahmen für junge Leute

Hier gelten neben Kapazitätsbeschränkungen ebenfalls Maskentragpflicht oder Abstandhalten. Erlaubt sind jeweils nur Gruppen von maximal fünf Personen; Wettkämpfe und Veranstaltungen sind im Erwachsenen-Breitensport weiterhin nicht erlaubt.

Für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre gelten bereits heute im Sport- und Kulturbereich gewisse Erleichterungen. Der Bundesrat möchte die Altersgrenze nun auf 18 Jahre anheben und die erlaubten Sport- und Kulturangebote ausweiten. Zudem sollen Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit wieder zugänglich sein.

TELE TOP hat mit dem Kunstmuseum Winterthur und der City-Vereinigung Junge Altstadt Winterthur über die Lockerungen gesprochen:

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Homeofficepflicht bleibt bestehen

Der Bundesrat kommentiert die ersten Lockerungen als «vorsichtigen Öffnungsschritt». Die epidemiologische Entwicklung sei derzeit günstig, wegen der neuen, ansteckenderen Virusvarianten aber weiterhin «fragil». Deshalb sollen zunächst nur Aktivitäten mit geringem Infektionsrisiko wieder zugelassen werden.

Noch nicht öffnen will der Bundesrat aus demselben Grund Restaurants und weitere Aktivitäten. Auch alle übrigen Massnahmen, die der Bundesrat im Dezember und Januar beschlossen hat, sollen um einen Monat bis Ende März verlängert werden. Beispielsweise bleibt Homeoffice eine Pflicht.

Zweiter Schritt vor Ostern

Am 1. April, kurz vor Ostern, soll laut dem Bundesrat ein zweiter Öffnungsschritt folgen - «bei günstiger Entwicklung und höherer Durchimpfungsrate». Vorgesehen wäre zum Beispiel, Kultur- und Sportveranstaltungen mit Publikum in eng begrenztem Rahmen wieder zu ermöglichen, ebenso Sport in Innenräumen oder die Öffnung von Restaurantterrassen.

Es wird weiterhin kein Ampelsystem, also keinen Automatismus geben. Der Bundesrat hat aber kommuniziert, von welchen Richtwerten er weitere Lockerungsschritte abhängig macht: Die Positivitätsrate soll unter 5 Prozent, die Auslastung der Intensivpflegeplätze mit Covid-19-Patienten unter 25 Prozent, die durchschnittliche Reproduktionszahl über die letzten 7 Tage unter 1 liegen. Zudem soll die 14-Tages-Inzidenz am 24. März nicht höher sein als bei der Öffnung am 1. März.

Schliesslich hat der Bundesrat die Einreiseregeln für Kinder präzisiert. Kinder unter 12 Jahren sind ab sofort von der Testpflicht bei der Einreise ausgenommen. Zudem müssen Personen, die sich aus geschäftlichen Gründen nur kurz in der Schweiz aufhalten, wie zum Beispiel Lastwagenfahrende, kein Einreiseformular ausfüllen. Neben PCR-Tests sind neu auch Antigenschnelltest als Testnachweis für die Einreise zugelassen.

Parmelin: «Wir sehen Licht am Ende des sprichwörtlichen Tunnels»

Bundespräsident Guy Parmelin ist sich bewusst, dass viele Menschen in der Schweiz enttäuscht sein werden über die ersten Lockerungsschritte des Bundesrates. Er ermutige jedoch alle, trotzdem durchzuhalten bei der absehbaren schrittweisen Öffnung. «Wir sehen Licht am Ende des sprichwörtlichen Tunnels.»

Alles auf einen Schlag zu öffnen, sei unrealistisch und gefährlich, so Parmelin. Es werde noch dauern bis zu einer gewissen Normalität des Lebens. «Wir müssen alle versuchen, diesen Weg aus dem Tunnel möglichst zu verkürzen.» Das beste Mittel sei «testen, testen, testen» sowie rasches Impfen. Man müsse die asymptomatischen Infizierten finden, die unbewusst Leute ansteckten.

Der Bundesrat sei sich bewusst, dass die Zeiten für viele Menschen im Land derzeit «extrem schwer» seien. Vor allem für die jungen Leute im Land, denen das Zusammentreffen mit Ihresgleichen ungemein erschwert sei. Er ermutigte sie, trotzdem durchzuhalten und vielleicht auch mal daran zu denken, eventuell einen Dienst im Sinne der Allgemeinheit zu leisten.

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