Pull down to refresh...
zurück

Burka-Initiative mit überraschend hoher Zustimmung

Eine erste Umfrage zum Urnengang am 7. März zeigt: 63 Prozent würden das Verhüllungsverbot aktuell annehmen. Bei den Abstimmungen über das Freihandelsabkommen mit Indonesien sowie bei der E-ID ist das Rennen hingegen völlig offen.

22.01.2021 / 06:01 / von: sfa/sda
Seite drucken Kommentare
0
Gemäss einer ersten Abstimmungsumfrage befürworten aktuell 63 Prozent die Volksinitiative für ein Verhüllungsverbot. (Bild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Gemäss einer ersten Abstimmungsumfrage befürworten aktuell 63 Prozent die Volksinitiative für ein Verhüllungsverbot. (Bild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

0
Schreiben Sie einen Kommentar

Am 7. März stimmt die Schweizer Stimmbevölkerung über drei nationale Vorlagen ab, darunter die Volksinitiative des SVP-nahen Egerkinger-Komitees für ein Verhüllungsverbot. Eine erste Umfrage der Tamedia-Zeitungen fördert nun überraschend hohe Zustimmungswerte zutage: In der Umfrage gaben 63 Prozent der 15'000 Befragten an, sie würden aktuell ein Ja in die Urne legen.

Die Resultate der ersten Abstimmungsumfrage weisen auf eine relativ starke Polarisierung nach Parteien hin: So sind linke Wählerinnen und Wähler gegen die Vorlage, während sich die Wählerschaften von CVP und FDP dafür aussprechen. Bei der SVP sei die Unterstützung erwartungsgemäss sehr gross, heisst es in einer Mitteilung vom Freitag. Das überzeugendste Argument für die Befürworter ist, dass der Gesichtsschleier Ausdruck des radikalen Islams sei und nichts in der westlichen Kultur verloren habe. Die Ablehnung der Gegner gründet insbesondere in zwei Punkten: Zum einen sind sie der Meinung, dass es höchstens vereinzelt Burka-Trägerinnen gibt, und zum anderen solle sich der Staat aus privat getroffenen Kleidervorschriften heraushalten.

Tendenziell nehmen die Zustimmungswerte zu Volksinitiativen aber ab, je näher der Abstimmungstermin rückt. Gelaufen ist das Rennen um das Verhüllungsverbot also noch nicht.

Frauen gegenüber E-ID skeptischer

Auch bei den beiden anderen Vorlagen ist noch alles offen: 45 Prozent wollen aktuell ein Ja zum Gesetz über die elektronische Identität (E-ID) in die Urne legen – gegenüber 47 Prozent Nein-Stimmenanteil. Acht Prozent sind noch unentschlossen – sie werden am 7. März das Zünglein an der Waage spielen.

Mehrheitlich Zustimmung findet diese Vorlage demnach bei CVP, FDP und GLP. Bei SVP, SP und Grünen gibt es keine Mehrheiten. Männer sind knapp für die Vorlage, während Frauen sie ablehnen. Jedoch könnte sich das noch ändern, da insbesondere Frauen einen hohen Anteil an Unentschiedenen aufweisen.

Es gibt je ein Hauptargument. Die Befürworter finden, dass die gängigen Identifikationsmittel wie E-Mail-Adresse und Passwort zu unverbindlich und umständlich seien. Die E-ID erlaube ein sicheres Identifikationsverfahren für alle. Die Gegner sind der Meinung, dass das Herausgeben von Ausweisen in staatlicher Hand bleiben müsse.

Palmöl polarisiert beim Freihandelsabkommen

Noch höher ist der Anteil der Unentschlossenen bei der Abstimmung über das Freihandelsabkommen mit Indonesien: 20 Prozent haben sich zu dieser Vorlage noch keine Meinung gebildet. 41 Prozent wollen aktuell für das Freihandelsabkommen stimmen, 39 Prozent dagegen.

Die Vorlage findet gemäss der Befragung lediglich Mehrheiten bei CVP und FDP. Befürwortende betonen überwiegend, dass das Abkommen Schweizer Unternehmen freien Zugang zu einem Absatzmarkt mit über 260 Millionen Einwohnern ermögliche. Gegnerinnen und Gegner der Vorlage geben als wichtigstes Argument an, dass Palmöl in Monokulturen und unter Einsatz von giftigen Pestiziden, Kinder- und Zwangsarbeit sowie miserablen Arbeitsbedingungen angebaut werde.

Im Interview mit TELE TOP diskutieren Romaine Rogenmoser (SVP) und Min Li Marti (SP) über die Verhüllungsverbots-Initiative:

video

Beitrag erfassen

Keine Kommentare