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CVP-Delegierte entscheiden Mitte November über neuen Namen

Mit einem neuen Namen und dem Zusammengehen mit der BDP will die CVP versuchen der Abwärtsspirale bei den Wähleranteilen zu entkommen. Im «Idealfall» werden laut dem CVP-Präsidenten die Parteidelegierten am 14. November über beides entscheiden. Am Politikinhalt will die Partei hingegen nichts ändern.

29.06.2020 / 19:26 / von: lny/sda
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Die Partreileitung der CVP liess eine Analyse durchführen und wird mit der Basis und den Delegierten über einen allfälligen neuen Parteinamen diskutieren. Der Buchstaben C für Christlich erscheint vielen nicht mehr zeitgemäss. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Die Partreileitung der CVP liess eine Analyse durchführen und wird mit der Basis und den Delegierten über einen allfälligen neuen Parteinamen diskutieren. Der Buchstaben C für Christlich erscheint vielen nicht mehr zeitgemäss. (KEYSTONE/Peter Schneider)

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«Die CVP ist in einer Phase der Restrukturierung, aber die Werte müssen wir, wie unsere Umfrage gezeigt hat, nicht hinterfragen», erklärte Parteipräsident Gerhard Pfister am Montag in Bern. An den politischen Inhalten müsse man nichts ändern.

An dem Mediengespräch wurden Resultate einer Online-Konsultation präsentiert, die das Meinungsforschungsinstitut gfs.Bern im Auftrag der CVP Schweiz bei der Parteibasis und der Bevölkerung im April und Mai durchgeführt hat. Einzelne Resultate waren in den vergangenen Wochen bereits mehrfach in den Medien veröffentlicht worden.

«C» als Handicap

Gfs-Co-Leiter Lukas Golder erklärte, die Umfrage habe gezeigt, dass das «C» für die CVP ein Handicap sei. «In der Aussenansprache leidet die CVP unter der Assoziation zu Christlichkeit. Ein Namenswechsel bietet am ehesten die Chance, neue Wählerschichten anzusprechen, welche die politischen Inhalte der CVP bereits mittragen», so Golder.

Den Parteimitgliedern sei diese kritische Aussenwahrnehmung weniger bewusst. Laut Golder hat die Umfrage gezeigt, dass 40 Prozent der CVP-Mitglieder sich deutlich eine christliche Fundierung wünschte, die sich auch im Namen äussert.

Pfister stellte seinerseits fest, dass die CVP-Wähler verständlicherweise kein Problem mit dem bisherigen Namen hätten. Christliche Werte im Namen erachte aber auch eine klare Mehrheit der eigenen Parteimitglieder als nicht zukunftsträchtig. Ein neuer Name böte der Partei ein Potenzial um zu wachsen. Innerhalb der Partei sei der Begriff «Mitte» bereits erstaunlich positiv konnotiert.

Die Umfrage hat laut Pfister bestätigt, was er selber schon oft im Wahlkampf gehört hat: Die CVP sei für Einige nicht wählbar, weil sie mit «gläubig und katholisch» assoziiert werde. Dass die Partei für ihre Politik eine höhere Zustimmung habe, als sich dies bei Wahlen zeige, offenbare dieses Wahrnehmungsproblem.

«Mitte» mit Zusatz

In der Umfrage wurde der Name «Die Mitte» unter den getesteten neuen Namen von den Parteimitglieder als am attraktivsten beurteilt. Die Nicht-Parteimitglieder favorisierten hingegen überraschend «Freiheit und Solidarität» als neuen Parteinamen. Laut Golder bietet sich daher die Erweiterung von «Mitte» mit «Freiheit und Solidarität» als Parteinamen an.

Pfister betonte, dass «Freiheit und Solidarität» darlege, was die CVP sei. In der politischen Terminologie stünden die Begriffe für eine christliche Partei.

Golder sieht eine naheliegende Gruppe von potenziell Wählenden, die wertmässig sehr nahe bei den typischen CVP-Mitgliedern liegen, eher in den agglomerationsnahen Gebieten, vor allem im Mittelland und in der Westschweiz. Ein klar erkennbarer Aufbruch mit der Marke und ihrem neuen Namen könne schon genügen, um diese für sich zu interessieren und zu mobilisieren. So könnte die CVP eine breite Volkspartei statt einer Milieupartei sein.

Mit den Kantonalparteien und der Basis werden laut Pfister die Resultate zum Parteinamen jetzt analysiert. An der Delegiertenversammlung vom 14. November wird der Parteivorstand einen Vorschlag unterbreiten.

Spannende Delegiertenversammlung

«Sicher werden wir aber nicht vorschlagen, so wie bisher weiter zu machen. Die Delegierten haben jedoch auch die Freiheit zu entscheiden, dass alles beim Alten bleibt. Alles, was ich will, ist Erfolg für diese Partei», so Pfister.

Seit 40 Jahren gehe es bei den Wähleranteilen der Partei tendenziell abwärts. Die Partei nähere sich der zehn Prozent-Grenze. Der Basis solle daher jetzt ein alternativer Strategievorschlag unterbreitet werden.

Laut Pfister läuft die Diskussion um ein Zusammengehen mit der BDP aktuell parallel zur Namensfindung. Im Idealfall würden die Delegierten am 14. November auch über das Zusammengehen mit der BDP entscheiden können.

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