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«Da hat sich Salt ein schönes Osterei gelegt»

Gut 400 Shop-Mitarbeiter vom Telekomanbieter Salt haben dieser Tage eine sogenannte Änderungskündigung erhalten. Neben den Mitarbeitern empört diese auch die Gewerkschaft.

19.04.2019 / 18:35 / von: rwa
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Gewerkschafter Guido Schluep ist über das Schreiben an die Salt-Mitarbeiter nicht erfreut. (Screenshot: TELE TOP)

Gewerkschafter Guido Schluep ist über das Schreiben an die Salt-Mitarbeiter nicht erfreut. (Screenshot: TELE TOP)

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Der Zentralsektretär der Gewerkschaft «syna» hält ein Dokument in den Händen, das ihn den Kopf schütteln lässt. Es ist das Schreiben, welches den Shop-Mitarbeitern des Telekomanbieters Salt persönlich zugestellt werden soll. 

TELE TOP hat mit Salt und der Gewerkschaft «syna» über das Schreiben an die Mitarbeiter gesprochen:

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Im Schreiben heisst es: «Falls Du mit diesen Änderungen nicht einverstanden bist, löst Salt hiermit das Arbeitsverhältnis per 31. Juli 2018 auf.» Neben dem klaren Datumsfehler empört sich Schluep vor allem über die mangelhafte Kommunikation mit den betroffenen Mitarbeitern. Diese sind laut «Blick» nämlich nicht informiert worden. Selbst die Shop-Manager wüssten von nichts.

TELE TOP wollte es genau wissen und fragte direkt bei Salt nach. Mediensprecherin Viola Lebel widerspricht schriftlich: «Die Information über das neue System wurde am 17. April kommuniziert. Alle Store-Manager wurden systematisch an den drei grössten Standorten Renens, Biel und Zürich von den Verantwortlichen persönlich informiert und über die Änderungen im Detail unterrichtet.»

Man bedaure, dass einige Mitarbeiter den formell formulierten Brief falsch intepretiert hätten. Man hätte diese Schreibweise jedoch bewusst gewählt, um allfällige Missverständnisse zu vermeiden.

«Da hat sich Salt CEO Pascal Grieder ein schönes Osterei gelegt», meint Guido Schluep mit einem schmunzeln im Gesicht. «Wäre es nicht so tragisch, würde ich darüber lachen.» Doch so tragisch wie es scheint, empfindet es Salt selbst nicht. Man mache sich keinerlei Sorgen. Die Mitarbeiter selbst hätten keine Nachteile zu befürchten. Die Änderungen im neuen Vertrag kämen ihnen zugute, da das alte Entlohnungssystem durch ein fortschrittlicheres ersetzt werde.

Schluep hingegen hebt den Zeigefinger und warnt: «Wenn nur gerade 9 Prozent der 400 Mitarbeiter eine Kündigung dem neuen Vertrag vorziehen, könnte dies fatale Folgen für Salt haben.» Dabei bezieht er sich auf den Artikel 353a aus dem Obligationenrecht. Dieser besagt, dass Firmen mit über 250 Mitarbeiter bei Kündigungen von mehr als 30 Personen auf einmal einen Sozialplan ausarbeiten und auch abschliessen müssen. Salt sieht darin aber keine Gefahr. «Die Resonanz auf den neuen Arbeitsvertrag ist intern mehrheitlich positiv.»

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