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«Der Zugang zum Wasser muss gratis sein»

Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit des Bundes DEZA investiert in Wasserprojekte in Lateinamerika, Asien und Osteuropa. Zur Unterstützung hat die DEZA den Lebensmittelmulti Nestlé ins Boot geholt. Darf sie das?

22.05.2020 / 13:16 / von: mco
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Christoph Stückelberger im Interview mit RADIO TOP: «Der Zugang zum Wasser muss gratis sein»(Archivbild: Keystone-SDA)

Christoph Stückelberger im Interview mit RADIO TOP: «Der Zugang zum Wasser muss gratis sein»(Archivbild: Keystone-SDA)

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Der Ethiker Christoph Stückelberger erklärt im Interview mit RADIO TOP unter welchen Bedingungen die Zusammenarbeit bei Wasserprojekten zwischen dem Bund und Nestlé vertretbar ist und welche Gefahren eine solche Zusammenarbeit mit sich bringt:

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RADIO TOP:
Was halten sie von der Zusammenarbeit? 

Christoph Stückelberger: Die Zusammenarbeit zwischen dem Bund und der Privatwirtschaft ist grundsätzlich sehr wichtig. Die grosse Frage dabei ist, was sind die Bedingungen. Zudem stellt sich die Frage: Ist Nestlé der richtige Partner?

Eine Zusammenarbeit muss unter klaren Bedingungen stattfinden, damit auch die Schwächsten und nicht nur die Privatwirtschaft davon profitieren.

RADIO TOP: Was für Bedingungen müssten das sein?

Christoph Stückelberger; Als erste Bedingung ist es wichtig, dass für die arme Bevölkerung der Zugang zu Wasser gratis ist. Zwar kostet die Aufarbeitung von Wasser Geld. Das hat zur Folge, dass Wasser nicht gratis in die Haushalte geliefert werden kann. Dennoch darf Wasser an sich nicht privatisiert werden. Zweitens muss das Engagement langfristig sein. Drittens sollen Projekte auch in Ländern, die schwierig sind, angegangen werden. Nicht nur Schwellenländer oder politisch stabile Länder sollen profitieren und der Rest vergessen werden.

RADIO TOP: Nützt Nestlé den Bund für Imagezwecke aus?

Christoph Stückelberger: Es soll eine Win-win-Situation sein. Aber es darf nicht zu einem Bluewashing werden. Also, dass ein Unternehmen einen staatlichen Stempel erhält. Das Aushandeln der Bedingungen ist wichtig, wie auch die Überprüfung durch das Parlament und die Hilfswerke.

Letztlich muss der Impact, also die Wirkung für die Personen vor Ort für die Armen, der Massstab sein, um zu entscheiden, ob es sich um eine gute Zusammenarbeit handelt oder nicht.

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