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Die Bundesratswahlen 2019 im Überblick

Am Mittwoch hat die Vereinigte Bundesversammlung den Bundesrat gewählt. Alle sieben Bundesräte wurden im Amt bestätigt. Der grüne Angriff blieb erfolglos. Alles zum Nachlesen gibt es hier im Ticker.

11.12.2019 / 10:33 / von: mma/sda
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Alle Bundesräte schaffen die Wiederwahl. (Bild: admin.ch)

Alle Bundesräte schaffen die Wiederwahl. (Bild: admin.ch)

Karin Keller-Sutter ist im Amt bestätigt. (Bild: Schweizerische Bundeskanzlei)

Karin Keller-Sutter ist im Amt bestätigt. (Bild: Schweizerische Bundeskanzlei)

Auch Viola Amherd schafft die Wahl problemlos. (Bild: Schweizerische Bundeskanzlei)

Auch Viola Amherd schafft die Wahl problemlos. (Bild: Schweizerische Bundeskanzlei)

Auch Ignazio Cassis schafft die Wiederwahl. (Bild: Schweizerische Bundeskanzlei)

Auch Ignazio Cassis schafft die Wiederwahl. (Bild: Schweizerische Bundeskanzlei)

Auch der SVP-Bundesrat Guy Parmelin ist wiedergewählt. (Bild: Schweizerische Bundeskanzlei)

Auch der SVP-Bundesrat Guy Parmelin ist wiedergewählt. (Bild: Schweizerische Bundeskanzlei)

Bundesrat Alain Berset ist mit 214 Stimmen wiedergewählt. (Bild: Schweizerische Bundeskanzlei)

Bundesrat Alain Berset ist mit 214 Stimmen wiedergewählt. (Bild: Schweizerische Bundeskanzlei)

Bundesrätin Simonetta Sommaruga wird mit 192 Stimmen wiedergewählt. (Bild: Schweizerische Bundeskanzlei)

Bundesrätin Simonetta Sommaruga wird mit 192 Stimmen wiedergewählt. (Bild: Schweizerische Bundeskanzlei)

Bundesrat Ueli Maurer ist mit 213 Stimmen wiedergewählt. (Bild: Schweizerische Bundeskanzlei)

Bundesrat Ueli Maurer ist mit 213 Stimmen wiedergewählt. (Bild: Schweizerische Bundeskanzlei)

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Die Vereinigte Bundesversammlung 2019 ist Geschichte. Wir bedanken uns fürs Mitlesen und schliessen den Ticker standesgemäss ab:

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Das war die Bundesratswahl in Bildern.

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Simonetta Sommaruga wird zum zweiten Mal Bundespräsidentin

Simonetta Sommaruga ist im kommenden Jahr Bundespräsidentin, zum zweiten Mal in ihrer Karriere. Die Vereinigte Bundesversammlung hat die 59-jährige SP-Politikerin mit 186 von 200 gültigen Stimmen in das Amt gewählt.

14 Stimmen gingen an verschiedene Personen. 37 Wahlzettel waren leer, 6 ungültig. Bei der ersten Wahl zur Bundespräsidentin des Jahres 2015 hatte Sommaruga 181 von 210 gültigen Stimmen erzielt.

Der Bundespräsident des laufenden Jahres, Ueli Maurer, wurde vor einem Jahr mit 201 von 209 gültigen Stimmen gewählt. Das bisher schlechteste Resultat erzielte 2011 die Genfer SP-Bundesrätin Micheline Calmy-Rey mit 106 Stimmen.

Es ist das achte mal, dass eine Frau Bundespräsidentin ist. Sommaruga wird ein Jahr lang als «primus inter pares» (Erster unter Gleichen) die Bundesratssitzungen leiten und Repräsentationspflichten wahrnehmen. In den Bundesrat gewählt worden war sie am 22. September 2010.

Bis Ende 2018 stand Sommaruga dem Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) vor, seit Jahresbeginn ist sie Vorsteherin des Departementes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK).

Zum Vizepräsidenten wählte die Vereinigte Bundesversammlung den 60-jährigen Waadtländer SVP-Bundesrat Guy Parmelin. Er erhielt 168 von 183 gültigen Stimmen. Parmelin wird damit voraussichtlich in einem Jahr zum Bundespräsidenten des Jahres 2021 gewählt. 52 Wahlzettel waren leer, 15 Stimmen gingen an Verschiedene.

Parmelins Wahl in den Bundesrat war am 9. Dezember 2015 erfolgt. Bis Ende 2018 war Parmelin Verteidigungsminister gewesen. Zu Jahresbeginn wechselte der Meisterlandwirt und Weinbauer ins Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF).

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Die Vereidigung der Bundesräte:

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Die Bundesräte laufen ein, um vereidigt zu werden:

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Video: RADIO TOP/Marija Lepir

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Auch Bundeskanzler wiedergewählt

Walter Thurnherr von der CVP wird mit 219 Stimmen wiedergewählt. Bei der letzten Wahl hatte er 230 Stimmen gesammelt. 

Bild: Schweizerische Bundeskanzlei

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Karin Keller-Sutter ist ebenfalls wiedergewählt

Karin Keller-Sutter (FDP) bleibt Bundesrätin. Die Vereinigte Bundesversammlung hat die Justizministerin am Mittwoch mit 169 von 206 gültigen Stimmen im Amt bestätigt. Die FDP behält somit trotz Wahlverlusten ihre zwei Sitze in der Landesregierung.

Nationalrat Marcel Dobler (FDP/SG) erhielt 21 Stimmen. Zudem legten 37 Parlamentsmitglieder einen leeren Zettel in die Urnen.

Wie erklärt sich Marcel Dobler die unerwarteten Stimmen und hat er überhaupt Ambitionen auf einen Sitz im Bundesrat? (video: sda/keystone)

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Die 1963 geborene St.Galler Freisinnige Keller-Sutter ist seit ihrer Wahl in den Bundesrat vor einem Jahr Vorsteherin des Eidg. Justiz- und Polizeidepartements. Mit ihr erhielt die Ostschweiz nach mehrjährigem Unterbruch wieder eine Vertretung in der Landesregierung.

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Nun wird noch die letzte Bundesrätin gewählt. Es handelt sich um die anfangs Jahr gewählte St.Gallerin Karin Keller-Sutter. 

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Viola Amherd schafft die Wiederwahl mit Glanzresultat

Viola Amherd (CVP) bleibt Bundesrätin. Die Vereinigte Bundesversammlung hat die Verteidigungsministerin am Mittwoch mit 218 von 232 gültigen Stimmen im Amt bestätigt. Das absolute Mehr lag bei 117 Stimmen.

Amherd war im Dezember 2018 als Nachfolgerin von Doris Leuthard in die Landesregierung gewählt worden. Im Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hat sie erste Akzente gesetzt, etwa bei der Vorlage für die Kampfjet-Beschaffung oder mit der Neubesetzung der Stelle des Armeechefs.

Die 1962 geborene Oberwalliserin war bei ihrer Wahl in die Landesregierung Nationalrätin. Von 2000-2012 war Amherd Stadtpräsidentin von Brig.

Der Thurgauer CVP-Nationalrat Christian Lohr zeigt sich froh über das gute Abschneiden seiner Parteikollegin:

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Ignazio Cassis (FDP) im Amt bestätigt - 82 Stimmen für Regula Rytz

Die FDP hat den ersten ihrer zwei Bundesratssitze verteidigt. Ignazio Cassis ist vom Parlament am Mittwoch mit 145 von 238 gültigen Stimmen bestätigt worden. Die Grüne Regula Rytz erhielt 82 Stimmen. FDP-Vertreterin Karin Keller-Sutter wartet noch auf die Bestätigung.

Cassis hat damit den von der SP (und der GLP) unterstützten Angriff der Grünen überstanden. Die SP hatte vorab angekündigt, nur beim Angriff auf den Sitz des Aussenministers zu helfen. Bei den übrigen Wahlgängen - auch beim letzten für die Freisinnige Karin Keller-Sutter - will die SP die amtierenden Bundesräte wählen.

Der 58-jährige Tessiner Cassis ist seit zwei Jahren Bundesrat. Er übernahm nach seiner Wahl das Aussendepartement vom zurückgetretenen Vorgänger Didier Burkhalter. Berühmt wurde Cassis' Ankündigung, bei den Schweizer Beziehungen mit der EU den Reset-Knopf drücken zu wollen. Das Rahmenabkommen mit der EU ist zurzeit blockiert.

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Und jetzt wird es spannend! Nun kommt die Versammlung zur Wahl von FDP-Bundesrat Ignazio Cassis. Er wird von der Grünen Regula Rytz herausgefordert.

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Parmelin mit 191 Stimmen wiedergewählt

Guy Parmelin (SVP) bleibt Bundesrat. Die Vereinigte Bundesversammlung hat den Wirtschafts- und Bildungsminister am Mittwoch mit 191 von 204 gültigen Stimmen im Amt bestätigt, als zweiten SVP-Vertreter nach Ueli Maurer. Das absolute Mehr lag bei 103 Stimmen, 39 Zettel wurden leer eingelegt.

Parmelin ist 60 Jahre alt und führt seit einem Jahr das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF). Ende 2015 wurde er als erster Westschweizer SVP-Politiker in die Landesregierung gewählt. Als derzeitiger Wirtschaftsminister ist der ausgebildete Weinbauer nun auch für das Landwirtschaftsdossier verantwortlich.

Bis Dezember 2018 stand er dem Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) vor. Die nach dem Nein zum Gripen-Kauf im Mai 2014 neu aufgegleiste Vorlage für die Beschaffung von Kampfjets überliess er mit dem Departementswechsel seiner Nachfolgerin Viola Amherd.

Mit der Wiederwahl der ersten vier Bundesratsmitglieder haben SVP und SP ihre je zwei Mandate in der Landesregierung gesichert. Das Spannendste der Bundesratswahlen kommt zum Schluss. Bei der Wiederwahl der Freisinnigen Ignazio Cassis und Karin Keller-Sutter wird sich zeigen, wie viele Stimmen die Grüne Regula Rytz, die angetreten war, um einen FDP-Sitz zu erobern, erhalten wird.

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Alain Berset mit Glanzresultat gewählt

Die SP behält ihre beiden Sitze im Bundesrat. Nach Simonetta Sommaruga hat die Vereinigte Bundesversammlung auch Innenminister Alain Berset am Mittwoch mit 214 von 230 gültigen Stimmen im Amt bestätigt, bei einem absoluten Mehr von 116 Stimmen.

Der 47-jährige Alain Berset wurde 2011 als Nachfolger der Genferin Micheline Calmy-Rey in den Bundesrat gewählt und übernahm Anfang 2012 das Eidg. Departement des Innern, das er noch immer führt.

Die Gesundheitskosten und die steigenden Krankenkassenprämien sowie die Reform der Altersvorsorge gehören zu seinen wichtigsten Geschäften. Nach der Wahl 2018 zum Bundespräsidenten schuf Berset sich den Ruf eines Bundespräsidenten mit Glamour.

Die St.Galler SP-Nationalrätin Barbara Gysi zeigt sich über das gute Abschneiden von Berset zufrieden:

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Die Stimmzettel für die Wahl von Alain Berset sind verteilt.

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Simonetta Sommaruga (SP) im Amt bestätigt

Simonetta Sommaruga (SP) bleibt Bundesrätin. Das Parlament hat die Umwelt- und Verkehrsministerin nach Ueli Maurer als zweites Regierungsmitglied am Mittwoch mit 192 von 218 gültigen Stimmen im Amt bestätigt. Das absolute Mehr lag bei 110 Stimmen. Regula Rytz (Grüne) erhielt 13 Stimmen.

Die 59-jährige Sommaruga ist seit September 2010 Bundesrätin und führte bis vor rund einem Jahr das Justiz- und Polizeidepartement (EJPD). Danach wechselte sie ins Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek). Im kommenden Jahr ist sie nach 2015 voraussichtlich das zweite Mal Bundespräsidentin.

13 Stimmen gingen an die Grüne Regula Rytz, die als Kampfkandidatin für den Sitz von Ignazio Cassis (FDP) antritt. SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi hatte nach der Bekanntgabe von Rytz' Kandidatur seiner Fraktion beantragt, Rytz zu wählen und den Sitz von Sommaruga anzugreifen. Dafür fand er aber keine Mehrheit.

Rytz hatte allerdings vor den Medien erklärt, dass sie eine Wahl auf Kosten Sommarugas nicht annehmen würde - und die SVP sicherte zu, sich an die Konkordanz zu halten.

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Die erste Wahl des Tages ist Geschichte! Weiter geht es mit der Wahl von Simonetta Sommaruga.

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Ueli Maurer (SVP) im Amt bestätigt

Ueli Maurer (SVP) bleibt Bundesrat. Das Parlament hat den zurzeit amtsältesten Bundesrat am Mittwoch mit 213 von 221 gültigen Stimmen im Amt bestätigt, als erstes Mitglied der siebenköpfigen Regierung. Das absolute Mehr betrug 111.

Der 69-jährige Zürcher Oberländer Ueli Maurer wurde im Dezember 2008 in den Bundesrat gewählt. Sieben Jahre lang leitete er das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), bevor er Anfang 2016 an die Spitze des Eidg. Finanzdepartements wechselte. 2013 und im zu Ende gehenden Jahr war Maurer Bundespräsident.

Zu den Marksteinen von Maurers Amtszeit gehört die verlorene Abstimmung zur Beschaffung der Gripen-Kampfjets im Mai 2014. Im vergangenen Mai gewann er - nun Finanzminster - die Abstimmung über die umstrittene Steuer-AHV-Vorlage. Diese war das Nachfolgeprojekt der gescheiterten Unternehmenssteuerreform III.

Albert Rösti zeigt sich zufrieden mit Maurers Resultat:

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Keine Überraschungen in Voten der Fraktionschefs

Der Überraschungscoup dürfte ausbleiben: Vor der Gesamterneuerungswahl des Bundesrats haben die Fraktionschefs die bereits kommunizierten Positionen bekräftigt. Die Grünen greifen nicht nur FDP-Bundesrat Ignazio Cassis an, sondern auch dessen Parteikollegin Karin Keller-Sutter.

Balthasar Glättli (ZH), der Fraktionschef der Grünen, erklärte am Mittwochmorgen vor der Vereinigten Bundesversammlung, warum seine Fraktion mit Regula Rytz eine Kandidatin ins Rennen schickt. «Die alte Zauberformel wurde am 20. Oktober von den Stimmberechtigten gesprengt», sagte er.

Mit 13,2 Prozent seien die Grünen die viertgrösste Partei geworden. «Seit 100 Jahren hat nie eine Partei bei Wahlen so viele zusätzliche Sitze gewonnen», sagte Glättli. «Der Wählerwillen ist klar, der Anspruch der Grünen ist klar.» Das Fundament der Stabilität sei der Respekt vor dem Willen der Wählerinnen und Wähler.

SP-Fraktionspräsident Roger Nordmann (VD) bekräftigte, dass die SP Regula Rytz unterstützen werde. Die aktuelle Zusammensetzung der Regierung sei klar nicht mehr repräsentativ. Die Grünen hätten Anspruch auf einen Sitz im Bundesrat, und Rytz sei eine valable Kandidatin.

Zeichen für Stabilität

Die anderen Fraktionen wollen Rytz mehrheitlich nicht wählen. Die Mitte-Fraktion habe entschieden, die amtierenden Bundesratsmitglieder wieder zu wählen, sagte Leo Müller (CVP/LU). «Wir setzen damit ein Zeichen für die Stabilität und die Kontinuität unseres Landes», sagte Müller. Es gehe darum, den Verfassungsauftrag erfüllen, wonach die Landes- und Sprachregionen im Bundesrat angemessen vertreten sein müssten.

Allerdings müsse auch der Wählerwillen respektiert werden. «Die Grünen haben grundsätzlich Anspruch auf einen Sitz im Bundesrat», sagte Müller. Die Rechte sei mit vier Sitzen im Bundesrat übervertreten. Allerdings wäre die Linke mit drei Sitzen ebenfalls übervertreten. Im Interesse der Schweiz müsse die künftige Ausgestaltung der Konkordanz mit allen Parteien diskutiert werden.

«Eine Ohrfeige für das Tessin»

SVP-Fraktionssprecher Thomas Aeschi (ZG) sagte, die SVP stelle sich hinter die Konkordanz, sofern sich die anderen ebenfalls daran hielten. Sie werde also die amtierenden Bundesratsmitglieder wiederwählen. Ob die Grünen nach dem erstmaligen Wahlerfolg im Bundesrat vertreten sein sollten, sei nach den nächsten Wahlen zu entscheiden, wenn sich der Erfolg bestätige.

«Vollkommen ausgeschlossen» sei die Abwahl eines Tessiner Bundesrates zugunsten einer weiteren Bundesrätin aus dem Kanton Bern, sagte Aeschi. Er erinnerte an die Bundesverfassung, die dazu verpflichte, die Sprachregionen angemessen zu berücksichtigen. «Die Nicht-Wiederwahl von Cassis wäre eine Ohrfeige für das Tessin», sagte Aeschi.

Grünliberale geteilter Meinung

GLP-Fraktionspräsidentin Tiana Angelina Moser (ZH) stellte fest, die Wahlen hätten die Kräfteverhältnisse und das Parteiengefüge verschoben. Noch nie sei ein so grosser Anteil der Wählenden nicht in der Regierung vertreten gewesen. Die aktuelle Zauberformel sei nicht die Formel der Zukunft. «Das ist nicht gut für die Schweiz», sagte Moser.

Neben der Parteienstärke müssten aber auch die Kräfteverhältnissen im Parlament Rechnung getragen werden. Dies spreche gegen ein drittes Bundesratsmitglied aus dem linken Lager. Die Stimmen der Grünliberalen würden sich auf Regula Rytz und Ignazio Cassis aufteilen, kündigte Moser an.

Keine exakte Wissenschaft

FDP-Fraktionschef Beat Walti (ZH) stellte fest, die Stabilität sei aus Sicht der FDP eine wichtige Grundlage für den Erfolg der Schweiz. «Zu dieser Stabilität müssen wir Sorge tragen», sagte Walti.

Die Zusammensetzung des Bundesrates sei noch nie eine exakte Wissenschaft gewesen, die Konkordanz keine rein mathematische Übung. Die Zauberformel in ihrer heutigen Ausprägung habe in den letzten Jahrzehnten sehr gut funktioniert. Die FDP stelle die meisten Mitglieder in kantonalen Regierungen und Parlamenten. «Die FDP sieht deshalb keinen Grund, auf einen ihrer beiden Sitze zu verzichten.»

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Im Interview mit RADIO TOP spricht FDP-Nationalrätin Regine Sauter über die Bundesratswahl:

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Es ist 8 Uhr und das «Glöckli» hat geläutet – die Vereinigte Bundesversammlung ist eröffnet!

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Vorbereitung auf die Bundesratswahl 2019: RADIO TOP mit einem Politologen die drängendsten Fragen rund um den Bundesrat und dessen Wahl geklärt.

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In Kürze geht es los in Bundesbern.

RADIO TOP berichtet live aus dem Bundeshaus:

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Spannung vor der Wahl - Grüne rütteln an der Zauberformel

Mitglieder der Landesregierung werden in der Regel im Amt bestätigt. So dürfte es auch bei der heutigen Gesamterneuerungswahl des Bundesrats sein. Unmittelbar vor der Wahl gibt es keine Anzeichen dafür, dass der Angriff der Grünen auf die FDP Erfolg haben könnte.

Angeblich werden die letzten Absprachen jeweils in der Nacht vor der Bundesratswahl im Hotel Bellevue getroffen. Politikerinnen und Politiker, Lokalprominenz, Medien und Zaungäste belagern dann Lobby und Bar des Berner Luxushotels. Je später der Abend, desto mehr rückt die Bundesratswahl in den Hintergrund. Die legendäre «Nacht der langen Messer» ist längst zum Event für «Tout Berne» geworden.

Fraktionen beziehen Stellung

Nach kurzer Nachtruhe kommt um 8 Uhr die Vereinigte Bundesversammlung im Nationalratssaal zusammen. Zunächst gibt es Fraktionserklärungen. Das live zugeschaltete Fernsehpublikum wird noch einmal die Argumente für die aktuelle Zauberformel und für die eine oder andere der zahlreichen Varianten zu hören bekommen.

Erklären müssen wird sich insbesondere Grünen-Fraktionschef Balthasar Glättli (ZH). Er wird erläutern müssen, warum seine Fraktion Anspruch auf einen Sitz in der Regierung erhebt und dafür einen amtierenden Bundesrat angreift.

Die Auswirkung der Erklärungen wird sich in Grenzen halten. Die Meinung der Mehrheit scheint bereits gemacht: SVP und FDP haben sich klar für den Status quo ausgesprochen. Die Mehrheit der Mitte-Fraktion aus CVP, BDP und EVP dürfte die amtierenden Mitglieder der Landesregierung ebenfalls wiederwählen. Die drei bürgerlichen Fraktionen haben Rytz nicht einmal zu einem Hearing eingeladen, was als klare Absage zu verstehen ist.

Die Grünliberalen haben am Dienstag keine Wahlempfehlung abgegeben. Selbst wenn sich die Fraktion geschlossen hinter die Grünen-Präsidentin stellen würde, reichte es nicht für die Wahl. Sicher sind Rytz nur die Stimmen der Linken. Die SP hatte sich am Dienstagnachmittag ohne Gegenstimme für die Kandidatin der Grünen ausgesprochen. Es brauche eine neue Zauberformel, erklärte SP-Fraktionschef Roger Nordmann.

Courant normal

Damit scheint der Angriff auf den Sitz von FDP-Bundesrat Ignazio Cassis zum Scheitern verurteilt. Doch bevor die Entscheidung fällt, werden andere wiedergewählt. Der Aussenminister steht in der Anciennität, die die Reihenfolge der Wahlen bestimmt, an fünfter Stelle. Als Erstes wird der Amtsälteste, der amtierende Bundespräsident Ueli Maurer, wiedergewählt. Gröbere Störmanöver sind nicht zu erwarten.

Simonetta Sommaruga, die an zweiter Stelle steht, könnte hingegen einige Stimmen einbüssen. SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi (ZG) hatte angedroht, die SP-Bundesrätin aus der Regierung zu werfen, um den arithmetisch begründeten Anspruch der Grünen zu befriedigen. Rein rechnerisch ist die SP mit zwei Sitzen heute nämlich fast ebenso übervertreten wie die FDP.

In seiner Fraktion hatte Aeschi für einen Angriff auf Sommaruga jedoch keine Mehrheit gefunden. Trotzdem könnte das eine oder andere Fraktionsmitglied ein Zeichen setzen wollen und Rytz die Stimme geben.

Vor Cassis sind auch Alain Berset (SP) und Guy Parmelin (SVP) an der Reihe, danach folgen die CVP-Vertreterin Viola Amherd sowie Karin Keller-Sutter von der FDP. Sie alle dürfen - Stand vor der Wahl - mit einer problemlosen Wiederwahl rechnen.

Diskussion um Departementsverteilung

Auch wenn die Zusammensetzung des Gremiums unverändert bleibt, steht die Verteilung der Departemente nach der Gesamterneuerungswahl zur Disposition. In der Regel bewegen sich die Bundesrätinnen und Bundesräte nicht, doch es gibt Ausnahmen. Entscheiden wird der Gesamtbundesrat in einer der nächsten Sitzungen.

Üblicherweise äussern die Mitglieder ihre Wünsche nach der Anciennität, also nach dem Dienstalter. Ihre Pläne verraten sie jeweils nicht vorab. Aktuell werden Innenminister Alain Berset Ambitionen auf das Aussendepartement nachgesagt. Sollte der 47-Jährige nach der Zeit im Bundesrat eine internationale Karriere starten wollen, wäre es der richtige Schritt.

Diskussion um Zauberformel

Unabhängig vom Ausgang der Bundesratswahlen und der Departementsverteilung wird die Verteilung der Bundesratssitze auch in den nächsten Jahren zu reden geben. Die Öko-Parteien GLP und Grüne spielen seit den letzten Wahlen in der gleichen Liga wie die Traditionsparteien FDP und SP.

Wird die Konkordanz weitergeführt, müssen sie mittelfristig in die Regierungsverantwortung einbezogen werden. Die von Nordmann favorisierte Zauberformel mit je zwei Sitzen für SVP und SP sowie je einem für FDP, CVP und Grüne ist nur eine Variante.

Am Wochenende hatte CVP-Präsident Gerhard Pfister in einem Interview mit den CH-Media-Zeitungen eine Änderung des Wahlsystems gefordert. Dank einer Amtszeitbeschränkung soll es mehr Vakanzen und dadurch auch mehr Gelegenheiten geben, den Wählerwillen abzubilden.

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Hallo
am 11.12.2019 um 15:33
Hallo zusammen
Tell
am 11.12.2019 um 12:49
Ja liebe Landsleute, da sind wir wirklich alle froh, ist es so gekommen.