Pull down to refresh...
zurück

Die Grenze zwischen Schleichwerbung und privaten Fotos bleibt unklar

Iouri Podladtchikov und Jolanda Neff werden von der Lauterkeitskommission wegen Schleichwerbung auf Instagram gerügt. Es ist das erste Urteil zu Schleichwerbung auf Social Media in der Schweiz. Trotzdem bleiben viele Fragen offen.

12.07.2019 / 18:26 / von: rwa
Seite drucken Kommentare
0
Iouri Podladtchikov wird wegen diesem Post gerügt. (Bild: instagram.com / @ iouripodladtchikov)

Iouri Podladtchikov wird wegen diesem Post gerügt. (Bild: instagram.com / @ iouripodladtchikov)

0
Schreiben Sie einen Kommentar

Ein Instagram-Post aus einer Filiale der Kleidermarke «Moncler» hat Folgen für den Zürcher Snowboarder Iouri Podladtchikov. Der Konsumentenschutz hat bei der Lauterkeitskommission Beschwerde eingereicht, weil Podladtchikov den Post nicht als Werbung deklariert hat. Die Lauterkeitskommission hat die Beschwerde nun gutgeheissen. Zu Unrecht, findet Martin Steiger, Anwalt und Expert im Bereich digitales Recht: «Podladtchikov sagt, dass er den Post aus Freude am Ladenlokal veröffentlicht hat. Und das sollte man ihm glauben. Nicht jeder Post von berühmten Persönlichkeiten im Internet muss automatisch Werbung sein.»

RADIO TOP lässt das Urteil von einem Experten analysieren:

Audio

Thomas Meier von der Lauterkeitskommission hält dagegen: «Auf der Homepage von Podladtchikov sieht man ganz klar, dass Moncler ein langjähriger Sponsor ist. Eine Sponsorenbeziehung fällt unter kommerzielle Kommunikation.» Dieses Beispiel zeigt, dass die Grenzen zwischen einem normalen Post und einem Post mit Schleichwerbung nicht ganz klar gezogen werden kann.

Ganz klar Werbung ist der Post von Jolanda Neff, welcher ebenfalls gerügt wurde. So klar, dass eine Rüge ebenfalls nicht nötig gewesen wäre, sagt Martin Steiger: «Der Post ist so offensichtlich Werbung, dass eine Kennzeichnung nicht mehr notwendig ist.» Auch Thomas Meier gibt zu, dass der Post nicht unbedingt hätte gerügt werden müssen. Allerdings hätte Jolanda Neff auf die Beschwerde reagiert und gesagt, dass sie künftig sämtliche kommerziellen Posts als Werbung deklariert. Hätte sie sich gewehrt, hätte es vielleicht keine Rüge gegeben.

Beitrag erfassen

Keine Kommentare