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Die Kleinsten sind am stärksten betroffen

Der neueste Kinderschutzbericht der Fachgruppe Kinderschutz der Schweizerischen Kinderkliniken zeigt auf, dass gerade die jüngste Altersgruppe stark von Misshandlungen betroffen ist. In dieser Gruppe ist laut Experten die Prävention besonders schwierig.

23.05.2019 / 11:30 / von: abl
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Gerade Kinder im Alter unter vier Jahren sind besonders stark von Misshandlung betroffen. (Symbolbild: pixabay.com/FeeLoona)

Gerade Kinder im Alter unter vier Jahren sind besonders stark von Misshandlung betroffen. (Symbolbild: pixabay.com/FeeLoona)

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Der neueste Kinderschutzbericht der Fachgruppe Kinderschutz der Schweizerischen Kinderkliniken zeigt, dass im letzten Jahr insgesamt 1502 Fälle von Kindsmisshandlung gemeldet wurden - drei Fälle verliefen tödlich.

Auffällig dabei ist, dass ein Drittel der Fälle Kinder unter vier Jahren betrifft. Gerade bei dieser Gruppe sei die Prävention schwierig, sagt Dr. med. Markus Wopmann, Leiter der Fachgruppe, die für den Bericht zuständig ist. «Diese Gruppe ist schwierig zu erfassen. Ihr Leben spielt sich im geschlossenen Familienrahmen ab, in den man keinen Einblick hat». Er sieht deshalb beispielsweise Kinderärzte verstärkt in der Pflicht, da diese intensiven Kontakt mit den Eltern und den Kindern haben. 

Für Xenia Schlegel, Geschäftsführerin der Stiftung Kinderschutz Schweiz, ist klar, dass externe Stellen nur bedingt ihren Teil beitragen können. Der Grossteil der Prävention müsse in den eigenen vier Wänden stattfinden, glaubt sie. Eltern sollen sich frühzeitig Strategien überlegen, wie sie in Stresssituationen reagieren könnten, um nicht die Kontrolle zu verlieren. Aber auch Aussenstehende können ihren Teil beitragen, erklärt Xenia Schlegel im Beitrag von RADIO TOP, zum Beispiel Pendler im Tram:

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Dass der Kinderschutzbericht zum ersten Mal keine steigenden, sondern stabile Fallzahlen zeigt, ist aus Sicht von Experten noch lange kein Grund zur Freude. Einerseits sei jeder Fall einer zu viel, sagt beispielsweise Xenia Schlegel. Und andererseits sei die Dunkelziffer nach wie vor sehr hoch.

Der Kinderschutzbericht erfasst Daten von 20 der insgesamt 31 offiziellen Kinderkliniken und Kinderabteilungen der Schweiz. Er wird seit zehn Jahren jährlich herausgegeben.

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