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Erster bestätigter Fall von Coronavirus im Tessin

Die Schweiz hat ihren ersten Coronavirus-Fall. Ein 70-jähriger Mann aus dem Tessin ist am Dienstag positiv getestet worden. Vor zehn Tagen hatte er an einer Versammlung in der Gegend von Mailand teilgenommen. Der Bund ändert vorerst nichts an seinen Massnahmen.

25.02.2020 / 19:10 / von: sda/mco
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BAG-Direktor Pascal Strupler (rechts) und Daniel Koch, Leiter Abteilung übertragbare Krankheiten, informieren über den ersten Fall einer Coronavirus-Erkrankung in der Schweiz. (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

BAG-Direktor Pascal Strupler (rechts) und Daniel Koch, Leiter Abteilung übertragbare Krankheiten, informieren über den ersten Fall einer Coronavirus-Erkrankung in der Schweiz.(Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

Der positiv getestete Mann hat nach Angaben des Bundes am 15. Februar an einer Versammlung in der Gegend von Mailand teilgenommen. Zwei Tage später habe er erste Symptome gezeigt. Der Mann habe sich seither zu Hause aufgehalten. Am Dienstag sei er positiv getestet worden. Der Patient ist seither in der Luganeser Klinik Moncucco isoliert.

«Die Klinik widmet der Behandlung dieses Falls maximale Aufmerksamkeit und gewährleistet die Sicherheit aller Patienten und ihrer Mitarbeiter», schreibt das Spital in einer Mitteilung. Momentan laufe die Klinik im Normalbetrieb. Die Spitalleitung stehe in ständigem Austausch mit den Behörden des Kantons und des Bundes.

Keine Ansteckungskette

Für die Schweizer Gesundheitsbehörden ändert sich trotz des ersten Coronavirus-Falls nichts an der aktuellen Risikoeinschätzung. Bisher haben die Schweizer und Tessiner Behörden trotz der Ausbreitung des Coronavirus im nahen Norditalien nur sanfte Massnahmen beschlossen.

Das heisst: Es gibt weiterhin keine Einschränkungen für öffentliche Veranstaltungen, Schulen, Bars oder Restaurants. Dafür werden in den nächsten Tage Informationsbroschüren in gedruckter Form an den Schweizer Grenzübergängen verteilt. Zudem werden der Bevölkerung öffentlichkeitswirksam verschiedene Hygienemassnahmen in Erinnerung gerufen.

Verschärfte Grenzkontrollen ergäben keinen Sinn, sagte Koch vom BAG. «Man sieht den Menschen nicht an, ob sie das Virus in sich tragen oder nicht.» Restriktivere Massnahmen träten erst in Kraft, «wenn wir die Übersicht verlieren über die Ansteckungsketten». Derzeit gebe es in der Schweiz noch gar keine solche Kette.

RADIO TOP fasst im Beitrag zusammen, wie der Bund auf den ersten Coronavirus-Fall der Schweiz reagiert: 

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Kanton St.Gallen weitet Massnamen aus

Als zusätzliche Massnahme, um eine mögliche Ausbreitung des Virus einzudämmen, hat der Kanton St.Gallen beschlossen, dass Veranstalter Listen der Teilnehmenden mit genauen Kontaktdaten führen müssen, insbesondere bei Veranstaltungen mit internationalen Gästen.

Ausnahmezustand in Italien

Derweil breitet sich das Coronavirus in Italien auf immer mehr Regionen aus. Die Zahl der Infizierten stieg bis Dienstagmittag auf rund 280. Die italienische Regierung hat drastische Massnahmen gegen das Virus ergriffen.

Elf Ortschaften, zehn in der Lombardei und eine in Venetien, wurden abgeriegelt. Der Karneval in Venedig wurde abgebrochen, Fussballspiele und andere Grossveranstaltungen wurden abgesagt. Schulen und Universitäten in allen betroffenen Regionen bleiben vorerst geschlossen.

Am Dienstag haben sich die Gesundheitsminister aus Italien, der Schweiz, Deutschland, Slowenien, Frankreich und Österreich in Rom zu Beratungen getroffen. Bundesrat Alain Berset nahm für die Schweiz an dem Treffen teil.

Infektologe erklärt die Besonderheiten des Coronavirus

Im Interview mit TELE TOP erklärt der Infektologe, Gerhard Eich, dass die Gefahren des Coronavirus vor allem in seiner neuen Form liegen. Beim Coronavirus gebe es, anders als bei der Grippe, noch keine Menschen, die gegen das Virus immun sind. Das Virus könne sich deshalb ungehindert ausbreiten, sei aber nur für ältere Menschen und für Personen mit einem schwachen oder angeschlagenem Immunsystem gefährlich: 

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