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Flughafen Zürich und Swiss brauchen neue Perspektive

Der Flughafen Zürich und die Swiss sollen die internationale Anbindung der Schweiz auch künftig sicherstellen. Dazu braucht die Luftfahrt laut der Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) jetzt Planungssicherheit und Perspektiven.

04.12.2020 / 11:30 / von: asl/sbr/sda
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Die Zürcher Regierungsrätin Carmen Walker Späh; Stephan Widrig, CEO Flughafen Zürich und Thomas Klühr, CEO Swiss an der Medienkonferenz zum Flughafenbericht. (Bild: KEYSTONE/Walter Bieri)

Die Zürcher Regierungsrätin Carmen Walker Späh; Stephan Widrig, CEO Flughafen Zürich und Thomas Klühr, CEO Swiss an der Medienkonferenz zum Flughafenbericht. (Bild: KEYSTONE/Walter Bieri)

Im Frühling 2020 ist der Flugverkehr mit Passagieren wegen der Corona-Pandemie praktisch stillgestanden. (Archivbild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

Im Frühling 2020 ist der Flugverkehr mit Passagieren wegen der Corona-Pandemie praktisch stillgestanden. (Archivbild: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

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Der Flughafen Zürich und die Swiss erholen sich nur langsam vom Lockdown im Frühling. Nach einem Anstieg des Flugverkehrs im Sommer ist die Zahl der Passagiere und Flugbewegungen wieder zurückgegangen. «Die Situation ist heute eigentlich wieder wie im Lockdown», sagte Stephan Widrig, CEO der Flughafen Zürich AG, am Freitag an einer Medienkonferenz. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl der Passagiere 90 Prozent tiefer. Während die Passagiere fehlen, laufen die Fixkosten durch den Unterhalt der Infrastruktur weiter. Das Loch in der Kasse wächst also kontinuierlich.

Auch der abtretende SWISS-Chef Thomas Klühr verglich die aktuelle Situation mit derjenigen im Frühling. Die Fluggesellschaft mache derzeit täglich einen Verlust von 1,5 bis 2 Millionen Franken. Momentan seien noch zu viele Geschäftsreisende im Homeoffice und treten daher keine Flugreisen zu physischen Geschäftstreffen an. Immer wieder ändernde Reisebeschränkungen verunsichern Privatpersonen zudem, da sie eine Quarantäne befürchten. Auch sind zahlreiche Feriendestinationen weiterhin sehr eingeschränkt bereisbar. 

Einen Überblick über die einschneidenden Verluste, im Beitrag von RADIO TOP:

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Auf der Langstrecke fliege die Swiss derzeit 15 von 29 Destinationen an, bei den Kurzstrecken seien es 33 von 90. «Wir sind weit weg von Profitabilität», sagt Thomas Klühr. Die relativ hohe Nachfrage im Cargo-Bereich sorge zwar für eine gewisse Stabilisierung, könne den Einbruch im Passagierverkehr aber natürlich nicht kompensieren.

Wenig Hoffnung für die nächsten Monate

Eine Prognose, bis wann sich die Luftfahrtbranche erholen könnte, wollten weder Widrig noch Klühr abgeben. Beide setzen jedoch grosse Hoffnungen auf die Impfungen gegen das Coronavirus. «Wir gehen davon aus, dass die tiefen Passagierzahlen noch einige Monate anhalten werden», sagte Widrig. Der Flughafen-CEO formuliert daher drei deutliche Anliegen.

Nach Abflachen der zweiten Welle soll das Reisen in Länder mit vergleichbaren Corona-Fallzahlen problemlos möglich sein. Durch das Testen und Impfen gegen das Coronavirus müssen künftig die Quarantänereglungen aufgehoben werden. Diese lähmen den Flugverkehr fast so stark wie ein Lockdown. Zudem müssen auch Geschäftsreisen ausserhalb des EU-Raumes bald wieder möglich werden.

Laut Widrig konnte der Flughafen die Krise bislang aus eigener Kraft bewältigen und wolle dies weiterhin tun. «Wir haben nicht vor, staatliche Unterstützung zu beantragen», sagte er. Man habe die Dividende gestrichen, am Kapitalmarkt Geld aufgenommen und könne von Reserven zehren.

Erwartetes Wachstum wird erst später kommen

An der Investitionsplanung will der Flughafen Zürich festhalten. Die Ausbauvorhaben seien sehr langfristig geplant. «Wir gehen aber davon aus, dass sich das Nachfragewachstum durch die Corona-Pandemie um etwa 5 bis 10 Jahre nach hinten verlagern wird», sagte Widrig. Die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) betonte die grosse Bedeutung, die der Flughafen Zürich und Swiss für den Wirtschaftsstandort hätten. Die Luftfahrtbranche brauche nun neue Perspektiven und Planungssicherheit, um die internationale Anbindung der Schweiz auch in Zukunft sicherstellen zu können.

Weniger Fluglärm im vergangenen Jahr

Die Zahl der im Umfeld des Flughafens Zürich von Fluglärm betroffenen Personen ist im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr gesunken, wie dem am Freitag publizierten Flughafenbericht zu entnehmen ist. Der Monitoringwert des Zürcher Fluglärmindexes (ZFI) sank 2019 auf 58'300 Personen (2018: 60'347 Personen).

Der Rückgang sei auf Veränderungen im Flugbetrieb zurückzuführen. So sank die Zahl der Flugbewegungen, obwohl der Flughafen Zürich 2019 einen neuen Passagierrekord verzeichnete. Zudem hätten sich auch passive Schallschutzmassnahmen, also etwa Schallschutzfenster, auf den Monitoringwert ausgewirkt. Trotz der positiven Entwicklung wird der ZFI-Richtwert von 47'000 betroffenen Personen weiterhin deutlich überschritten.

Der Schutzverband der Bevölkerung um den Flughafen Zürich führte den Rückgang gemäss einer Mitteilung auf die im September 2019 eingeführten lärmabhängigen Landegebühren zurück. Erfreulich sei vor allem, dass die Anzahl der im Schlaf gestörten Menschen um rund 8 Prozent abgenommen habe.

Im Interview mit TELE TOP erzählen Zürcher Regierungsrätin Carmen Walker-Späh und Stephan Widrig, CEO der Flughafen Zürich AG, wie sie die Krise erlebt haben:

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