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Freiwillig oder aus Zwang zwei Jobs: Darüber streiten Gewerkschaften und Arbeitgeber

Immer mehr Schweizer haben mehr als einen Job. Ob sie dies freiwillig tun oder dazu gezwungen sind ist zwischen den Gewerkschaften und den Arbeitgebern umstritten.

18.08.2019 / 21:27 / von: pwa/mga
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Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer üben zwei oder mehr Jobs aus. (Symbolbild: pixabay.com/darf_nicht_mehr_hochladen)

Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer üben zwei oder mehr Jobs aus. (Symbolbild: pixabay.com/darf_nicht_mehr_hochladen)

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In der Schweiz haben fast 400'000 Menschen mehr als einen Job - Tendenz steigend. Das zeigen neue Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS), die dem «SonntagsBlick» vorliegen. Demnach arbeiteten im 1. Quartal 2019 393'000 Leute in der Schweiz für zwei oder mehr Arbeitgeber. Das sind 8,7 Prozent aller Erwerbstätigen - so viele wie noch nie. Waren es 1991 noch rund vier Prozent, sind es heute mehr als doppelt so viele. Frauen seien deutlich häufiger mehrfacherwerbstätig als Männer, schreibt die Zeitung.

Mehr als jede zehnte weibliche Berufstätige habe zwei oder mehr Jobs, von den Männern gerade mal jeder Zwanzigste. Auf keinem Arbeitsmarkt in Europa sei der Unterschied zwischen den Geschlechtern dermassen eklatant. Oft seien es wirtschaftliche oder familiäre Zwänge, die Menschen in solche Arbeitssituationen zwingen würden. Am weitesten verbreitet sei Mehrfacharbeit unter Hilfskräften ohne Ausbildung, namentlich in der Reinigungsbranche oder auf dem Bau.

Die Argumente von Unia und Schweizer Arbeitgeberverband erfahren Sie im Beitrag von TELE TOP:

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Doch genau hier widerspricht der Schweizer Arbeitgeberverband (SAV). Die Zahlen würden nicht ausweisen, wer wirklich gezwungenermassen mehr als nur einen Job machen müsse um über die Runden zu kommen. SAV-Chefökonom Simon Wey sagt im Interview mit TELE TOP: «Der Bund legt in einem Bericht klar dar, dass die als prekär einzustufenden Arbeitsbedingungen seit 2010 stagnieren. Es ist also gar nicht möglich, dass trotzdem die Zahl zwanghafter Mehrfachbeschäftigung ansteigen würde.»

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