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Das Rheintal bekommt doch den Halbstundentakt

Die SBB hat sich diese Woche mit dem Kanton St.Gallen darauf geeinigt, den Halbstundentakt im Rheintal nach Abschluss der Bauarbeiten ab Dezember 2024 wie ursprünglich geplant einzuführen. Die Absicht des Bahnunternehmens, das Bahnangebot aus Spargründen auszudünnen, hatte für heftige Reaktionen gesorgt.

23.06.2022 / 14:22 / von: sda/ame/evo
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Beim Bahnhof Buchs wird voraussichtlich ab Ende Oktober 2023 nachts am Doppelspurausbau gearbeitet. (Archivbild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Beim Bahnhof Buchs wird voraussichtlich ab Ende Oktober 2023 nachts am Doppelspurausbau gearbeitet. (Archivbild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

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Diese Woche haben sich nun SBB-Chef Vincent Ducrot und weitere Vertreter des Bahnunternehmens mit dem St.Galler Regierungsrat Beat Tinner (FDP) und den beiden Ständeräten Paul Rechsteiner (SP) und Benedikt Würth (Mitte) getroffen. Gemeinsam wurde der Entscheid gefällt, dass die Züge ab Dezember 2024 nun doch wie ursprünglich vorgesehen im Halbstundentakt auf der Rheintallinie verkehren, teilte die SBB am Donnerstag mit.

Die SBB informierte den Kanton St.Gallen Anfang Mai, dass sie beabsichtigt, den Halbstundentakt im St.Galler Rheintal schrittweise einzuführen. Sie wollte im Rheintal das geplante Angebot zwischen 9 Uhr morgens und 15 Uhr nachmittags ausdünnen. Während dieser Zeit solle der Rheintalexpress nur noch im Stundentakt verkehren. Die Folge wäre, dass die Verbindungen Bahn-Bus tagsüber nicht mehr funktioniert hätten.

Grund für die Planänderung war die finanziell angespannte Lage der SBB infolge der Coronapandemie. Der Bundesrat hatte die SBB im Dezember 2021 beauftragt, zu den bis 2030 bereits eingeplanten Sparmassnahmen von rund sechs Milliarden Franken zusätzlich in den Jahren 2024 bis 2030 weitere Kostensenkungen und/oder Ertragsoptimierungen von jährlich 80 Millionen Franken umzusetzen.

Regierung wehrt sich

Die St.Galler Regierung wehrte sich gegen den Bahnabbau und verlangte, dass die von der SBB angekündigte Ausdünnung des geplanten Halbstundentakts im Rheintal rückgängig gemacht wird. Das Angebot im öffentlichen Verkehr zwischen St.Gallen und Sargans müsse verbessert werden.

Es sei nicht nachvollziehbar, «warum beim geplanten Sparpaket der Kanton St.Gallen überproportional belastet wird», schrieb die Regierung in ihrer Antwort auf einen dringlichen Vorstoss in der Junisession. Im Rat kündigte der Volkswirtschaftsdirektor an, die Regierung werde alles unternehmen, dass der Halbstundentakt im Rheintal angeboten werde.

Spardruck bleibt

Die Sommersession der eidgenössischen Räte brachte Bewegung in die Sache. Nach den Parlamentsentscheiden von letzter Woche für eine zusätzliche finanzielle Unterstützung der SBB und der klaren Haltung des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) für ein attraktives Angebot im Fernverkehr im Rheintal werde der Bund zusammen mit der SBB die noch offenen Punkte zur Erreichung der nachhaltigen Finanzierung der SBB klären, schreibt das Bahnunternehmen weiter.

Der Spardruck bleibe laut SBB sehr hoch. Die Nachfrage sei noch nicht auf dem Niveau von 2019 und die wirtschaftliche Entwicklung verschärfe die Lage zusätzlich.

Die SBB baut im Auftrag des Bundes die Bahninfrastruktur im St.Galler Rheintal aus. Dafür müssen in den kommenden zwei Jahren eine zusätzliche Doppelspurabschnitte gebaut sowie weitere Bauarbeiten ausgeführt werden. Die Bauarbeiten führen im Jahr 2023 zu einer achtmonatigen Totalsperre der Strecke zwischen Buchs und Altstätten und von Herbst 2023 bis Herbst 2024 zu Nacht- und Wochenendsperren zwischen Sargans und Buchs.

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