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Jeder Zweite kennt Zoff ums Erbe

Eine repräsentative Umfrage zeigt: Nur ein Viertel der Schweizer Bevölkerung regelt ihren Nachlass. Jeder Zweite kennt Erbstreitigkeiten aus dem eigenen Bekanntenkreis.

12.09.2019 / 08:13 / von: swd/sda
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Viele Schweizer kennen Erbstreitigkeiten. (Symbolbild: pixabay.com/pixel2013)

Viele Schweizer kennen Erbstreitigkeiten. (Symbolbild: pixabay.com/pixel2013)

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In der Schweiz werden jährlich etwa 70 Milliarden Franken vererbt. Bei so viel Geld kommt es ebenso häufig zu Streit unter den Erben. In einer repräsentativen Umfrage des Vereins MyHappyEnd haben über 50 Prozent der befragten Schweizerinnen und Schweizer angegeben, dass es in ihrem Bekanntenkreis schon zu Erbschaftsstreitigkeiten gekommen sei. In der eigenen Verwandtschaft kennen fast 30 Prozent solche Diskussionen rund ums Geld, schreibt MyHappyEnd in einer Mitteilung.

Am Freitag ist internationaler Tag des Testaments. Ein Testament kann Erbstreitigkeiten abwenden. Fast 80 Prozent der Befragten finden ein Testament «sehr wichtig» oder «ziemlich wichtig». Ein Testament haben jedoch nur etwa 30 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer.

Befreiender Schritt

Immerhin: Wer ein Testament macht, bereut es nicht, im Gegenteil. 81 Prozent empfinden den Schritt als «befreiend», und nur 21 Prozent finden, es sei «kompliziert» gewesen. Bei den Gründen für das Verfassen eines Testaments steht die Absicherung von Partner, Kinder und Angehörigen zuoberst (61 Prozent). Auch das Verhindern von Erbstreitigkeiten ist ein oft genannter Grund (33 Prozent).

Lediglich zwölf Prozent sagen, dass sie sich «bestimmt» vorstellen können, neben der eigenen Familie beispielsweise gemeinnützige Organisationen zu berücksichtigen. Immerhin wissen aber fast drei Viertel der Befragten, dass das Schweizer Erbrecht diese Möglichkeit explizit vorsieht.

«Noch viel Luft nach oben»

«Hier gibt es noch viel Luft nach oben», lässt sich Beatrice Gallin, Geschäftsführerin von MyHappyEnd, in der Medienmitteilung zitieren. Der Verein hat sich im Auftrag von rund 20 gemeinnützigen Organisationen zum Ziel gesetzt, offen über Tabuthemen wie Tod und Erbschaft zu sprechen.

«Mit der freien Quote hat der Gesetzgeber ganz bewusst eine Möglichkeit geschaffen, via Testament ein Zeichen zu setzen», sagt Gallin, «für ein Anliegen, das einem persönlich besonders am Herzen liegt. Wer davon Gebrauch macht, tut Gutes und kann der Gesellschaft etwas zurückgeben.»

Befragt wurden zwischen dem 24. Juni und dem 7. Juli 1067 Menschen ab 45 Jahren aus der Deutsch- und der Westschweiz.

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