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Jerusalema-Challenge: Musiklabel fordert Lizenzgebühren ein

Schweizer Unternehmen tanzten bei der Jerusalema-Challenge mit. Mit einem ungeahnten Nachspiel: Das Musiklabel des Künstlers fordert nun die Zahlung der Lizenzgebühren für die Verwendung des Songs.

23.02.2021 / 18:59 / von: cba/aca/sfa
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USZ-Mitarbeitende bei der Jerusalema-Challenge. (Bild: TELE TOP/youtube.com/USZ)

USZ-Mitarbeitende bei der Jerusalema-Challenge. (Bild: TELE TOP/youtube.com/USZ)

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Der Song Jerusalema des südafrikanischen Künstlers Master KG war der Sommerhit 2020 schlechthin. Gegen Ende des Jahres erlebte der Sommerhit dann einen zweiten Frühling: Weltweit beteiligten sich Gruppen an einer Tanz-Challenge zum Song – darunter auch diverse Schweizer Firmen. Das hat nun ungeahnte Folgen: Warner Music, das Label, dem die Rechte am Lied gehören, fordert von Firmen weltweit die Lizenzgebühren dafür ein. Die Begründung: Die Firmen hätten den Song und den damit einhergehenden Hype genutzt, um sich selber zu promoten.

In der Schweiz beteiligte sich unter anderem die Fluggesellschaft Helvetic Airways an der Jerusalema-Challenge. Für Mehdi Guenin, Mediensprecher der Helvetic Airways, war von Beginn weg klar, dass verschiedene Lizenzen eingeholt werden müssen, um den Song für ihr Tanzvideo nutzen zu dürfen: «Das Thema Urheberrecht ist grundsätzlich nichts Neues. Beispielsweise für Werbung und Werbeinhalte galt es schon immer, das Urheberrecht zu beachten.»

Helvetic Airways hat die Lizenzgebühren in der Höhe eines tiefen vierstelligen Betrages von Beginn weg bezahlt und musste nicht erst von Warner Music darauf aufmerksam gemacht werden.

Weniger erfahren im Umgang mit Werbevideos und dem Urheberrecht von Musik ist Gregor Sodies, Gemeindeleiter der Pfarrei Greifensee. Gemeinsam mit verschiedenen Pfarrei-Mitgliedern wollte auch er ein Tanzvideo zu Jerusalema aufnehmen und auf der Webseite der Pfarrei veröffentlichen. Das Video ist noch nicht fertig geschnitten und daher auch noch nicht online. Ein Glücksfall, wie sich jetzt zeigt: «Wir sind froh, dass andere zuerst da waren und bezahlen mussten. Sonst wären wir wahrscheinlich auch in die Falle getappt.»

Weniger glimpflich kam das Universitätsspital Zürich davon: Deren Video zur Jerusalem-Challenge ist längst online, damit einher ging auch eine Rechnung von Warner Music. Auf Anfrage von TELE TOP heisst es beim USZ, man habe sich auf einen tiefen vierstelligen Betrag geeinigt – ähnlich also wie bei Helvetic Airways.

In der Schweiz ist die Suisa für das Urheberrecht von Künstlern verantwortlich. Deren Mediensprecher Giorgio Tebaldi erklärt: «Wird ein Song nur im Privaten gebraucht, wird keine Zahlung fällig. Werden die Inhalte aber für ein öffentliches Publikum – und dazu zählen auch Social-Media-Plattformen – genutzt, wird eine Urheberrechtsgebühr fällig.»

Im Interview mit TELE TOP äussern sich Betroffene zu den Lizenzgebühren für die Jerusalema-Challenge:

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