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Koch: «Es ist nicht der Moment, die Massnahmen herunterzufahren»

Das BAG arbeitet mit Hochdruck an einer Trendanalyse zur Entwicklung der Corona-Pandemie in der Schweiz. Es sei aber «sicher nicht der Moment, die Massnahmen herunterzufahren», sagte Daniel Koch, Leiter Abteilung Übertragbare Krankheiten beim BAG, am Donnerstag. Er warnte vor der Überbewertung der täglichen Zahlen.

26.03.2020 / 14:11 / von: sda/mco
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Am Donnerstag haben Vertreter und Experten aus verschiedenen Departementen über den aktuellen Stand in der Corona-Krise informiert. (Screenshot: Youtube.com/Der Schweizerische Bundesrat)

Am Donnerstag haben Vertreter und Experten aus verschiedenen Departementen über den aktuellen Stand in der Corona-Krise informiert. (Screenshot: Youtube.com/Der Schweizerische Bundesrat)

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In den vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) täglich vermeldeten Zahlen gibt es grosse Schwankungen, erklärt Daniel Koch vor den Medien. Die Fälle würden von den Kantonen und Praxen nicht immer gleich schnell und in gleichem Rhythmus gemeldet, sagte Koch dazu. Auch der Sprung von plus 58 Todesopfern in der Schweiz von Mittwoch auf Donnerstag in der BAG-Liste lasse sich nicht verlässlich interpretieren. Die Todeszahlen hinkten den Infekten immer hinterher.

Das sei auch der Grund, weshalb er vor einer Überbewertung der täglichen Zahlen im Einzelnen warne, so Koch. Das BAG sei derzeit dabei, eine Trendanalyse zu erarbeiten. Daraus liessen sich dann erste verlässliche Schlüsse ziehen. Das könne man erst machen, wenn man die Entwicklung von mindestens acht Tagen kenne.

Von einer aktiven möglichst schnellen Durchseuchung der Bevölkerung hält Koch nichts. Das sei ethisch «absolut unvertretbar», weil auch Menschen ohne Vorerkrankungen und entsprechende Dispositionen schwer erkranken könnten. Im Fall der vorliegenden, schnell um sich greifenden Pandemie geschehe die Durchseuchung ohnehin von alleine.

Das BAG arbeitet laut Koch zudem mit Hochdruck am Aufbau von serologischen Tests, die die Suche nach bereits immunisierten Personen ermöglichen würden. Das sei jedoch eher ein Instrument für den mittel- bis langfristigen Einsatz.

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