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Lehrer warnen: Zeugnis verliert an Wert

Immer mehr Unternehmen und Universitäten setzen auf Eignungstests. Die Lehrer schlagen nun Alarm, dass gute Noten an Wert verlieren.

25.09.2020 / 08:36 / von: mma
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Die Eignungstests sind den Lehrern ein Dorn im Auge. (Symbolbild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

Die Eignungstests sind den Lehrern ein Dorn im Auge. (Symbolbild: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

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Eignungstests werden in der Schweiz immer beliebter. Viele Betriebe und Hochschulen setzen bei der Auswahl von Bewerbern auf entsprechende Prüfungen statt auf die Schulnoten. Während früher nur die Mediziner einen solchen Test absolvieren mussten, ist dies heute beispielsweise auch für Studenten in allen Pflegeberufen der Fall. Aber auch Betriebe wie die Swisscom und die SBB setzen bei der Besetzung ihrer Lehrstellen auf solche Eignungstests.

Die Tests prüfen normalerweise nicht das Wissen oder die Motivation der Kandidaten, sondern deren Fähigkeit, algorithmisch Probleme zu lösen. Einige sind auch ähnlich aufgebaut wie klassische Intelligenztests.

Dagmar Rösler, Präsidentin des Dachverbandes der Schweizer Lehrer, warnt nun in den Zeitungen der «CH Media» vor dieser Entwicklung. Durch die Bevorzugung solcher Tests würde die klassische Zeugnisnote entwertet. Solche Tests würden meist die Sozialkompetenz aussenvor lassen. Auch die kreativen Fähigkeiten würden fast nie getestet.

Rösler bemängelt ebenfalls, dass die Kosten für Vorbereitungskurse und die Tests selbst sehr hoch seien. Dies gefährde die Chancengerechtigkeit.

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corbeau
am 25.09.2020 um 12:06
"Die Tests prüfen normalerweise nicht das Wissen oder die Motivation der Kandidaten, sondern deren Fähigkeit, algorithmisch Probleme zu lösen."Genau da hat die Schule versagt, weil sie diese Fähigkeit nicht fördert.Gute Schulnoten waren für mich als Chef schon vor 30 Jahren kein Einstellungskriterium mehr.Entscheidend ist, was neue Mitarbeiter leisten, nicht welch schöne Zeugnisse sie haben.