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Menschen mit Schutzstatus S wollen laut einer Umfrage mehr arbeiten

Menschen, die in der Schweiz Schutz gesucht haben vor dem Krieg in der Ukraine, möchten gern mehr arbeiten. Das zeigt eine Umfrage. 15 Prozent gaben an, eine Arbeit zu haben, und 36 Prozent waren auf der Suche nach einer Arbeitsstelle.

23.01.2023 / 13:49 / von: sda / nvi
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Personen mit Schutzstatus S verdienen in der Schweiz durchschnittlich knapp 4'500 Franken im Monat. (Bild: KEYSTONE/DPA/STEFAN PUCHNER)

Personen mit Schutzstatus S verdienen in der Schweiz durchschnittlich knapp 4'500 Franken im Monat. (Bild: KEYSTONE/DPA/STEFAN PUCHNER)

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Laut einer Umfrage sind Ukrainerinnen und Ukrainer, die in die Schweiz geflüchtet sind, gewillt mehr zu arbeiten. Die Umfrage wurde von der Berner Fachhochschule im Auftrag des Staatssekretariats für Migration (SEM) im Herbst 2022 durchgeführt, wie das SEM am Montag mitteilte. Online angeschrieben wurden 8'000 16- bis 59-Jährige. Rund 2'000 von ihnen beantworteten die Fragen.


15 Prozent gaben an, in der Schweiz eine Erwerbsarbeit zu haben. 36 Prozent waren auf Stellensuche, und noch einmal 36 Prozent zeigten sich am Arbeiten in der Schweiz interessiert, wie es in der Mitteilung hiess. 27 Prozent nahmen an einem Beschäftigungsprogramm oder an einer Ausbildung teil.


Unterstützung wünschten sich die Schutzsuchenden insbesondere bei der Suche nach einer Stelle und bei der sprachlichen Ausbildung. In diesen Bereichen gebe es bereits vom Bund unterstützte Angebote der Kantone, schrieb das SEM. Diese würden weitergeführt und verbessert.


Ukrainerinnen und Ukrainer, die mit Schutzstatus S in der Schweiz leben, verdienten im Mittel 4'477 Franken im Monat. Es handelt sich um den durchschnittlichen standardisierten Monatslohn, also ein Zwölftel des Brutto-Jahreslohns für ein Vollpensum. Rund zwölf Prozent der Menschen mit Schutzstatus S verdienten über 5'000 Franken.


Das ergab eine Auswertung der Kantone für die Monate Juli bis September 2022. Diese Zahlen zeigten auch, dass die Schutzsuchenden im Mittel ein Arbeitspensum von 70 Prozent hatten. Knapp die Hälfte  arbeiteten Vollzeit. 98 Prozent waren angestellt und zwei Prozent beruflich selbstständig.


Meistens mit guter Ausbildung

Angaben machten die Ukrainerinnen und Ukrainer in der Umfrage auch zu ihren beruflichen Qualifikationen. Die allermeisten sind demnach gut ausgebildet. 94,5 Prozent gaben an, über eine nachobligatorische Ausbildung wie zum Beispiel eine Berufslehre zu verfügen. 70 Prozent verfügten über einen tertiären Abschluss, zum Beispiel ein Studium.


Die unter den Menschen mit Status S am häufigsten vertretenen Berufsfelder sind "Wirtschaft, Verwaltung und Recht" sowie «Ingenieurwesen, verarbeitendes Gewerbe und Bau». Die Befragung bestätige damit Erhebungen bei Schutzsuchenden, die sich über die Online-Plattform RegisterMe anmeldeten, so das SEM.


Die meisten Geflüchteten aus der Ukraine arbeiten gemäss der Erhebung im Gastgewerbe, in den Sektoren Planung, Beratung und Informatik, im Unterrichtwesen und in der Landwirtschaft. Auch im Bereich «persönliche Dienstleitungen» sind viele von ihnen tätig.


40 Prozent der Schutzsuchenden gaben an, in Englisch das meiste verstehen und sich gut mündlich ausdrücken zu können, wie das SEM schrieb. Jüngere hätten deutlich bessere Sprachkenntnisse als Ältere.

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