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Neue Volksinitiative und überlastete Contact-Tracer - darüber berichten die Sonntagszeitungen

Die FDP-Frauen wollen mit einer neuen Volksinitiative die Individualbesteuerung einführen. Der Bund plant seit Monaten regionale Lockdowns und die Contact-Tracer sind am Anschlag. Die wichtigsten Geschichten der Sonntagspresse im Überblick.

11.10.2020 / 07:47 / von: lny
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(Bild: RADIO TOP/Luzia Nyffeler)

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«NZZ am Sonntag» / «Le Matin Dimanche»

Die FDP will laut Meldungen der «NZZ am Sonntag» und von «Le Matin Dimanche» das Steuersystem der Schweiz reformieren. So wollen die FDP-Frauen eine Volksinitiative zur Einführung der Individualbesteuerung lancieren, über die seit bald 20 Jahren diskutiert werde. Damit wollten sie erreichen, dass Ehepaare künftig getrennt besteuert werden. «Wir wollen ein Ausrufezeichen setzen, damit in dieser Sache endlich verbindlich etwas geht», sagte die St. Galler Nationalrätin und Präsidentin der FDP-Frauen Susanne Vincenz-Stauffacher gegenüber der «NZZ am Sonntag». Das aktuelle Steuersystem bestrafe Ehepaare mit zwei Einkommen und behindere so das berufliche Engagement der Frauen, hiess es weiter. Es sei allerdings wichtig, dass nicht alte Ungerechtigkeiten durch neue ersetzt würden, mahnte die Politikerin in beiden Zeitungen. Und Dank technischem Fortschritt und der Digitalisierung sollten die Steuerverwaltungen auch problemlos zwei Steuererklärungen ohne grösseren Zusatzaufwand bewältigen können, gab sich Vincenz-Stauffacher zudem überzeugt.

«NZZ am Sonntag»:

Der Bund plant laut der «NZZ am Sonntag» seit Monaten regionale Coronavirus-Lockdowns. Die Zeitung beruft sich dabei auf Protokolle der Telefonkonferenzen zwischen dem Bundesamt für Gesundheit BAG und den Kantonsärzten. Demnach erarbeitete der Bund im Juni «eine Liste der kritischen Infrastrukturen im Hinblick auf mögliche Schliessungen von Regionen oder Gemeinden im Rahmen einer 2. Welle». Gegenüber dem Blatt präzisierte der Bund: «Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz prüft in Zusammenarbeit mit weiteren zuständigen Stellen, wie bei einem allfälligen lokalen oder regionalen Lockdown gewährleistet werden kann, dass Betreiber von kritischen Infrastrukturen beziehungsweise systemrelevante Unternehmen ihren Betrieb möglichst aufrechterhalten können. » Wann und wie ein solcher Lockdown verhängt werden könnte, bleibe jedoch offen. Wie verschiedene Quellen der Zeitung bestätigten, arbeiten der Bund, die Kantone sowie die wissenschaftliche Coronavirus-Taskforce des Bundes an einer sogenannten Winterstrategie. Diese sei schon im Sommer in Angriff genommen, hiess es weiter.

«SonntagsZeitung»:

Der Bundesrat will laut der «SonntagsZeitung» einen neuen Chef-Unterhändler für das EU-Rahmenabkommen. Die Zeitung beruft sich dabei auf eigene Recherchen, wonach voraussichtlich Chefunterhändler Roberto Balzaretti nicht mehr nach Brüssel entsandt werden solle. Am vergangenen Mittwoch hatte ihn Aussenminister Ignazio Cassis zwar für die anstehenden Gespräche mit der EU noch vorgeschlagen. Das Echo im Bundesrat sei aber äusserst verhalten gewesen, erzählten mehrere unabhängige Quellen dem Blatt. Es herrsche die Meinung vor, dass es einen Unterhändler braucht, der gegenüber der EU mehr Härte an den Tag lege. Als Alternative sei Mario Gattiker, Staatssekretär für Migrationsfragen, im Gespräch, hiess es weiter.

«SonntagsZeitung»:

Die kantonalen Contact-Tracer können laut der «SonntagsZeitung» vielerorts die explodierenden Coronavirus-Fälle nicht mehr bewältigen. Daher bestehe die Gefahr, dass die Ansteckungsketten nicht mehr unterbrochen werden könnten. Das Tracing-Team des Kantons Zürich etwa sei derart überlastet, dass der Kanton die Verfolgung der Infektionsfälle und die Alarmierung möglicherweise angesteckter Kontaktpersonen den Betroffenen selbst überlässt. Dies bestätigte eine Sprecherin der Zürcher Gesundheitsdirektion gegenüber der Zeitung: Das Blatt habe zudem von mehreren Fällen die Kenntnis, bei denen das Contact-Tracing versagt habe und potentiell Angesteckte nicht alarmiert worden seien. In vielen Kantonen seien nur zehn bis 20 Prozent der neu angesteckten Personen zum Zeitpunkt des positiven Coronavirus-Tests bereits in Quarantäne gesetzt worden, hiess es weiter. Der Epidemiologe und Mitglied der Coronavirus-Taskforce des Bundes, Marcel Tanner, räumte gegenüber der «SonntagsZeitung» ein, dass das Contact-Tracing mancherorts an seine Grenzen stosse. Die Schweiz dürfe es aber nun unter keinen Umständen aufgeben. «Im Gegenteil: Die Kantone müssen noch grössere Anstrengungen unternehmen, sonst erfasst uns eine zweite Welle», warnte Tanner.

«NZZ am Sonntag» / «Le Matin Dimanche»

Für die Schweizer Hotellerie wird die Luft angesichts der Coronavirus-Pandemie dünner. Laut Meldungen der «NZZ am Sonntag» und von «Le Matin Dimanche» sehe nur jeder vierte Hotelbetrieb kein Risiko für einen Konkurs. Die Zeitungen berufen sich dabei auf eine Umfrage des Verbandes Hotelleriesuisse. Demnach sehen fast acht Prozent ein akutes Risiko, Konkurs anmelden zu müssen. Besonders bedroht seien Hotels in Zürich und Genf. Nur ein Viertel der Betriebe sehe in der gegenwärtigen Coronavirus-Situation gar keine Bedrohung für das eigene Geschäft. Rund 37 Prozent der befragten Betriebe sähen sich allerdings gezwungen, in den nächsten Monaten Personal zu entlassen - und dies trotz Kurzarbeit, hiess es weiter.

«SonntagsBlick»:

Die Coronavirus-Pandemie verschärft laut dem «SonntagsBlick» die Armut der Ärmsten. Die Zeitung beruft sich auf Aussagen von Experten. So reiche der Lohn oft nicht mehr zum Leben, hiess es etwa von der Ökonomin Isabel Martínez gegenüber dem Blatt. Zudem seien die Reserven der Menschen, die sich in prekären Arbeitsverhältnissen befänden, klein oder gar nicht vorhanden. Und hinzu käme die schlechte Bildung: «Mit der wachsenden Ungleichheit schwinden auch die Aufstiegschancen», sagte die Expertin. Die Zeitung ruft zudem die unlängst ins Rampenlicht der Öffentlichkeit getretenen Menschenschlangen zum Erhalt von Lebensmittel in Erinnerung und erklärte, dass bald 370'000 Personen in der Schweiz von Sozialhilfe leben würden.

«SonntagsZeitung»:

Touristen aus China, Hongkong und Taiwan fangen laut einer Meldung der «SonntagsZeitung» bereits wieder an, Reisen nach Europa zu buchen. Die Zeitung beruft sich auf erste Buchungszahlen. Gemäss dem Tourismus-Analyseportal Triptease würden die Buchungen von Reisenden aus China, Hongkong und Taiwan nach Europa und damit auch in die Schweiz seit Anfang Juli wieder deutlich zunehmen. Die Erholung sei markant - auf dem Tiefpunkt im Mai buchten 90 Prozent weniger Chinesen eine Europareise als im Vorjahr. Nunmehr betrage das Minus lediglich noch 37 Prozent, hiess es. «Wir sehen, dass Chinesen verstärkt wieder über Onlineplattformen und Veranstalter Reisen nach Europa buchen», bestätigte auch Martin Nydegger, Chef von Schweiz Tourismus, der Zeitung. Die Mitarbeiter vor Ort berichteten von einem regen Interesse chinesischer Touristen und Reiseveranstalter an einer Reise in die Schweiz, hiess es weiter von Schweiz Tourismus.

«SonntagsZeitung»:

Die Coronavirus-Pandemie schlägt laut der «SonntagsZeitung» auf die Psyche vieler junger Menschen. So viele Notfälle wie in diesem Jahr hätte etwa die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsspitals Zürich und auch die Psychiatrischen Diensten Aargau noch nie gehabt, schreibt die Zeitung. Vor allem die Zahl von Patienten, die sich selbst verletzten, an einer Depression litten und suizidal seien, hätten zugenommen. Zudem beruft sich die Zeitung auf eine Studie, wonach ein Viertel der Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter Symptomen litten, die auf eine psychische Störung hinweisen.

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