Pull down to refresh...
zurück

Neuenburger Firma baut mit an Montage-Roboter für Weltraumteleskope

Künftig werden Weltraumteleskope so riesig sein, dass man sie in Einzelteilen in den Orbit bringen muss. Da menschliche Monteure zu teuer sind, sollen die Teile im All von Robotern zusammengebaut werden. Eine Neuenburger Firma ist an dem EU-Projekt beteiligt.

14.01.2022 / 14:17 / von: sda
Seite drucken

Das Millionen-Projekt PULSAR (Prototype of an Ultra Large Structure Assembly Robot) liefert Bausteine für den autonomen Zusammenbau grosser Konstruktionen im All. Acht europäische Partner unter der Leitung von Magellium (FR) haben sich mit dem Neuenburger Centre Suisse d’Electronique et de Microtechnique (CSEM) zusammengetan.

Ein erstes Resultat ist eine autonome, hochpräzise Robotikplattform, die den Hauptspiegel eines Teleskops zusammensetzen kann. Ein Roboterarm greift die sechs Einheiten und verbindet sie miteinander. Eine Besonderheit: Zwei der sechs vom CSEM entwickelten Module sind mit speziellen, justierbaren Halterungen für das Spiegelelement ausgerüstet. Damit kann dessen Position mit einer Genauigkeit in der Grössenordnung eines Mikrometers - ein Fünfzigstel der Dicke eines Haares - ausgerichtet werden. So sieht das Teleskop noch schärfer.

Diese Genauigkeit wird durch den Einbau von elastischen, im 3D-Druckverfahren hergestellten Gelenken erreicht - eine Premiere bei dieser Art von Weltraumprojekten, wie CSEM in einer Mitteilung vom Freitag feststellt. "Dadurch kann der Mechanismus ohne Reibung und Verschleiss arbeiten und braucht nicht geschmiert zu werden, was eine lange Lebensdauer und eine hohe Präzision gewährleistet", wird Julien Rouvinet, Senior R&D Engineer bei CSEM zitiert.

Grossdimensionale Konstruktionen im Weltraum können laut Rouvinet auch für andere Anwendungen nützlich sein. "Solche Robotikplattformen könnten für die Reparatur von Satelliten, zum Nachtanken von Weltraumstationen sowie zur Montage von Weltraumsolarzellen oder sogar von grossen Hitzeschilden bei einer Marslandung eingesetzt werden".

Video: youtu.be/wfOjMOz3GTI