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Raiffeisen verzeichnet Gewinnrückgang wegen Vincenz-Ära

Für die Raiffeisen-Gruppe stand das Geschäftsjahr 2018 ganz im Zeichen der Aufarbeitung der Ära des früheren Konzernchefs Pierin Vincenz. Der Konzerngewinn sackte wegen umfangreicher Bewertungskorrekturen für die unter Vincenz aufgebauten Beteiligungen ab.

01.03.2019 / 07:14 / von: sda/pwa/mbu
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Heinz Huber, Vorsitzender der Geschäftsleitung Raiffeisen Schweiz und Guy Lachappelle, Verwaltungsratspräsident von Raiffeisen Schweiz informieren bei einer Medienkonferenz über das Geschäftsjahr 2018. (Bild: RADIO TOP/Lukas Lippert)

Heinz Huber, Vorsitzender der Geschäftsleitung Raiffeisen Schweiz und Guy Lachappelle, Verwaltungsratspräsident von Raiffeisen Schweiz informieren bei einer Medienkonferenz über das Geschäftsjahr 2018. (Bild: RADIO TOP/Lukas Lippert)

Der Gewinn der Raiffeisen-Gruppe bricht 2018 ein. (Bild: raiffeisen.ch)

Der Gewinn der Raiffeisen-Gruppe bricht 2018 ein. (Bild: raiffeisen.ch)

 

Eine schon im Januar angekündigte Überprüfung sämtlicher Beteiligungen von Raiffeisen Schweiz führte im Jahresresultat 2018 zu Belastungen in der Höhe von 270 Millionen Franken, wie Raiffeisen am Freitag mitteilte. Der Gruppengewinn für das Jahr 2018 sackte in der Folge um 41 Prozent auf 541 Millionen Franken ab.

Die Raiffeisen-Kunden liessen sich aber nicht von den negativen Schlagzeilen vergraulen: Die Bankengruppe konnte im Hypothekargeschäft weiter zulegen und verzeichnete auch einen weiteren Neugeldzufluss.

 

Was die Verantwortlichen der Raiffeisen Bank zum grossen Verlust aus der Ära Vincenz sagen, im Beitrag von RADIO TOP:

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Ende Januar hatte die Genossenschaftsbank den Schaden noch auf maximal 300 Millionen Franken beziffert. In der Ära Vincenz hatte Raiffeisen Schweiz zwischen 2012 und 2015 durch Zukäufe von Beteiligungen neue Geschäftsbereiche im Wert von über 1 Milliarde Franken aufgebaut.

Tieferer Ertrag
Insgesamt erwirtschaftete die Gruppe einen Gesamtertrag von 3,01 Milliarden Franken, was einem Rückgang um 7,0 Prozent entsprach. Im wichtigsten Geschäft der Gruppe, dem Zinsengeschäft, ging der Ertrag dabei trotz weiterem Kreditwachstum netto leicht um 0,9 Prozent auf 2,23 Milliarden Franken zurück.

Die Sonderfaktoren der Vincenz-Ära drückten auch auf das Kosten-Ertrags-Verhältnis. Im Vergleich zur Vorperiode verschlechterte sich dieses auf 64,9 Prozent von vorher 60,8 Prozent.

Im Hypothekargeschäft war die Raiffeisen Gruppe mit einem Anstieg der Forderungen um 4,0 Prozent auf 179,6 Milliarden Franken weiterhin schnell unterwegs. Die Bank habe damit ihre Position in den wettbewerbsintensiven Marktweiter ausgebaut, schreibt das Unternehmen. Raiffeisen halte nun einen Marktanteil von 17,6 Prozent nach 17,5 Prozent im Vorjahr, so die Bank.

Die verwalteten Kundenvermögen (AuM) lagen mit 196,1 Milliarden Franken um rund 6,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Allerdings hatte die Gruppe im vergangenen Jahr ihre Vermögensverwaltungsbank Notenstein La Roche verkauft. Insgesamt vermeldete Raiffeisen einen Zufluss von Nettoneugeldern in Höhe von 6,3 Milliarden Franken.

Aufarbeitung fast abgeschlossen
Insgesamt sei das Jahr 2018 für Raiffeisen ein «Jahr der Aufarbeitung und des Neustarts» gewesen, so das Institut. Mit der unabhängigen Untersuchung zur Ära des früheren Konzernchefs Vincenz sowie der personellen Erneuerung der Bankspitze sei «der Grundstein für die Weiterentwicklung gelegt» worden. Mit dem Verkauf von Notenstein La Roche an Vontobel hat Raiffeisen Schweiz die Entflechtung der Unternehmensstrukturen «fast abgeschlossen».

2019 soll für die Gruppe nun ein «Jahr des Übergangs» werden. Man werde die Massnahmen zur Erneuerung grösstenteils abschliessen, um sich verstärkt bankstrategischen Fragestellungen widmen zu können, kündigt das Institut an. Im Fokus stehe dabei der weitere Ausbau der Beratungsdienstleistungen und -kompetenzen.