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«Sabine» verursacht im TOP-Land Stromausfälle und Verkehrsbehinderungen

Der Wintersturm «Sabine» hat in der Nacht auf Dienstag wieder vielerorts gewütet. Der Sturm sorgte für zahlreiche Verkehrsbehinderungen im Sendegebiet. Ebenfalls erhielten einige Schüler in den Kantonen Zürich und St.Gallen «sturmfrei».

11.02.2020 / 13:03 / von: sda/mma/cno
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«Sabine» fegte mit Spitzengeschwindigkeiten übers TOP-Land. (Bild: KEYSTONE/LAURENT GILLIERON)

«Sabine» fegte mit Spitzengeschwindigkeiten übers TOP-Land. (Bild: KEYSTONE/LAURENT GILLIERON)

«Sabine» hielt die Einsatzkräfte in der Nacht vielerorts weiter auf Trab. So auch in Schaffhausen. Insgesamt gingen bei der Schaffhauser Polizei seit den frühen Morgenstunden des Montags bis zum späteren Dienstagvormittag über vierzig Meldungen ein. Mehrere Strassenabschnitte mussten vorübergehend gesperrt werden. Personen wurden aber keine verletzt, wie die Polizei mitteilte.

Die lokalen Feuerwehren wie auch Forst- und Unterhaltsdienste waren am Dienstag nach wie vor mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Die Schaffhauser Polizei empfahl weiterhin, die lokale Wetterentwicklung zu beachten. Der Aufenthalt im Freien solle mit erhöhter Vorsicht erfolgen. Wälder sollten auch nach dem Sturm generell gemieden werden.

Auch in der Ostschweiz hinterliess «Sabine» Spuren. Nach einer ersten Bilanz am Dienstagmorgen ist die Sturmnacht in den Ostschweizer Kantonen glimpflich verlaufen. Die Einsatzkräfte mussten hauptsächlich wegen abgebrochener Äste und umgestürzter Bäume ausrücken.

Im Gebiet um Schwarzenbach-Niederstetten-Oberstetten kam es wegen einer umgestürzten Tanne zu einem Stromausfall. Personen kamen keine zu Schaden. Angesichts der Wetterprognose sei es «sehr ruhig» geblieben, sagte Hanspeter Krüsi, Sprecher der St.Galler Kantonspolizei, auf Anfrage von Keystone-SDA. Es seien um die 20 Meldungen eingegangen, hauptsächlich wegen Ästen oder Bäumen, die Strassen blockierten. In den Wäldern der Ortsbürgergemeinde St.Gallen habe der Sturm rund 1500 Kubikmeter Holz geworfen. Dies entspricht einem Sechstel der Jahresnutzung. Bereits am Dienstag ist mit den Aufräumarbeiten gestartet worden. Bei der Aufrüstung des Sturmholzes habe die Unfallvermeidung oberste Priorität. Geworfenes Holz könne sehr gefährlich sein und unter Spannung stehen. Es werde einige Wochen dauern, bis alle Waldwege und Waldstrassen wieder uneingeschränkt begehbar seien.

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch im Kanton Thurgau. Bis am Dienstagmorgen trafen 15 Meldungen ein, die Einsätze auslösten. Es gab dabei keine aussergewöhnlichen Vorfälle.

In Appenzell Ausserhoden mussten Polizei und Feuerwehr mehrmals ausrücken. In Herisau, Teufen und Trogen waren umgestürzte Bäume der Grund. Weiter gab es Schäden an der Deckenverkleidung eines Daches und es wurde ein Netz von einer Baustelle auf die Fahrbahn geweht. In Appenzell Innerrhoden gingen bei der Polizei gar keine Meldungen ein.

Schäden von mehreren Millionen Franken

Der Versicherer AXA rechnet gemäss einer Mitteilung vom Dienstag nach einer ersten Schätzung mit einer Schadensumme von rund 4 Millionen Franken. Bislang seien mehr als 150 Schadenmeldungen eingegangen, es dürften aber bis zu 1000 Schadenfälle werden, schreibt der Versicherer. Die Schäden dürften höher ausfallen als bei Sturm «Petra».

TELE TOP war im Schadencenter der Allianz zu Besuch:

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Bei der Mobiliar-Versicherung gingen bis Dienstagmorgen rund 500 Schadenmeldungen ein mit einer Schadensumme von rund 1,2 Millionen Franken. Schäden seien an Gebäuden, Hausrat und Motorfahrzeugen, aber etwa auch an Schwimmbadabdeckungen, Tischtennistischen oder Trampolins entstanden. Auch die Mobiliar rechnet damit, dass die Schadensumme noch steigt.

Bei der Gebäudeversicherung Kanton Zürich (GVZ) rechnet man nach ersten Einschätzungen mit einer Schadensumme von fünf bis sechs Millionen Franken, heisst es in einer Mitteilung von Dienstag. Bis Dienstagmittag seien über 600 Gebäudeschäden gemeldet worden. Die GVZ rechnet allerdings mit weiteren Schadensmeldungen.

202 Stundenkilometer auf dem Gütsch

«Sabine» hat in der Nacht auf Dienstag mit den Windböen wieder viele Menschen aus dem Schlaf gerissen. Die stärkste Böe wurde auf dem Gütsch ob Andermatt UR gemessen. Sie brachte es auf 202 Stundenkilometer. Auf dem Ostschweizer Gipfel Säntis erreichte der Sturm eine Spitze von 188 km/h, wie Eugen Müller, Meteorologe bei Meteoschweiz, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

Verabschiedet hat sich der Sturm noch nicht von der Schweiz. Der Wind werde sich im Lauf des Dienstags nach und nach abschwächen, sagte Müller. Auch SRF Meteo rechnete mit noch weiteren orkanartigen Böen. Die Spuren, die «Sabine» hinterlassen hat, waren in der Nacht auf Dienstag noch an vielen Orten zu sehen und zu spüren.

Etliche gesperrte Strassen

Am Dienstagmorgen waren nach Angaben der TCS-Verkehrsinformation etliche Strassen im Sendegebiet gesperrt. Aus Sicherheitsgründen oder wegen umgestürzter Bäume vorübergehend gesperrt waren etwa die Buchenegg- und die Hirzelstrasse, die Strassen durch den Hardwald sowie der Albispass. Zwischen Thalwil ZH und Horgen ZH war seit Montagabend und bis zum frühen Dienstagmorgen wegen Sturmschäden die rechte Fahrspur der A3 Richtung Chur gesperrt. Am Dienstag waren noch zahlreiche Hauptstrassen wegen Sturmschäden gesperrt.

Auch auf dem Schienennetz gab es am frühen Dienstagmorgen mehrere Unterbrüche. Wegen umgestürzter Bäume im Zürcher Oberland die Strecke Winterthur-Rüti ZH seit Montag unterbrochen.

«Sturmfrei»

«Sabine» machte sich auch in Schulen bemerkbar. Einige Kinder hatten auch am Dienstag «sturmfrei». In den Kantonen Zürich und St.Gallen machten Gemeinden den Schulbesuch am Dienstag oder zumindest am Dienstagvormittag freiwillig, oder der Schulunterricht war eingestellt. In Uster ZH zum Beispiel sollte am Vormittag die Schule noch ausfallen. Am Nachmittag mussten die Kinder aber wieder zum Unterricht.