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Schweiz entging knapp einem Blackout

Ohne eine schnelle Notfallübung wären am Montag in der Schweiz die Lichter ausgegangen. Dies könnte künftig öfters vorkommen.

24.05.2019 / 08:59 / von: mma
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Dank eines Redispatch konnte ein Blackout verhindert werden. (Symbolbild: Pixabay.com/Michael Gaida)

Dank eines Redispatch konnte ein Blackout verhindert werden. (Symbolbild: Pixabay.com/Michael Gaida)

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Die Schweiz ist offenbar nur knapp einem riesigen Stromausfall entgangen. Gemäss Informationen des «Tages-Anzeigers» ist am Montag plötzlich enorm viel Strom zur Nordgrenze der Schweiz geflossen. Weil dadurch die Anlagen äusserst stark gefordert waren, hat die Netz-Gesellschaft Swissgrid die höchste Alarm-Stufe ausgerufen. Hätte die Lage nicht unter Kontrolle gebracht werden können, hätten einzelne Regionen vom Netz genommen werde müssen.

Normalerweise planen Netzgesellschaften die Verteilung der Stromflüsse über das europäische Netz Tage im Voraus. So kann die Stromproduktion gesteuert werden und das Netz stabil gehalten werden. Am Montag aber sei der Stromfluss im Vorfeld nicht sichtbar gewesen und habe zu einer hohen Belastung der Anlagen in der Schweiz geführt, schreibt der «Tagesanzeiger».

Um das Problem zu lösen, zogen die Verantwortlichen mehrere Möglichkeiten in Betracht. Am Ende leiteten sie eine sogenannte Redispatch-Massnahme mit deutschen Übertragungsnetzbetreibern ein. Bei einem Redispatch müssen die Stromerzeuger in einer Region die Produktion drosseln, in der anderen Region müssen flexible Kraftwerke wie zum Beispiel Gasturbinen die Erzeugung steigern. Damit konnte ein Blackout verhindert werden.

Swissgrid kämpft zurzeit an vorderster Front für ein Stromabkommen mit der EU. Dafür braucht es aber das Rahmenabkommen. Aber ob und vor allem wann ein solches Abkommen in Kraft treten wird, ist weiterhin offen. Swissgrid würde mit einem Stromabkommen in den Modellen zur Lastflussberechnung und Kapazitätsvergabe der europäischen Partner berücksichtigt und hätte bessere Kenntnis über die geplanten Lastflüsse durch die Schweiz, Wie ein Sprecher gegenüber dem «Tagesanzeiger» ausführt. Wegen des Ausschlusses der Schweiz aus dem Market Coupling nehme Swissgrid den Vorfall sehr ernst, da man in Zukunft wohl vermehrt mit solchen Ereignissen rechnen müsse.

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Georg Fallegger
am 12.06.2019 um 17:29
Tja da blieben nur 3 neue Kernkraftwerke, die am besten bei den bisherigen gebaut werden. damit sind die Leitungssystem weiter nutzbar, die Leistung auch in solchen Fällen garantiert, die Abhängigkeit vom Ausland praktisch auf 0 setzt und das Know-How zum Rückbau der alten Werke vor Ort. Zudem benötigt die Schweiz kein Rahmenabkommen, da ein Stromabkommen sogar viel stärker im Interesse der EU liegt als im Interesse der Schweiz.
Gisela Küttel
am 01.06.2019 um 16:44
Die Schweiz könnte Puffer in Erwägung ziehen. So kann nicht jeder X - beliebige seinen Überschussstrom zum nächsten Nachbarn ableiten, um sein eigenes Stromnetz stabil zu halten. Polen hat das bereits eingeführt um ihr Stromnetz zu schützen, auch Tschechien arbeitet daran. Je mehr auf erneuerbare Energie aus Wind und Sonne gesetzt wird, ohne vorhandene Speicherkapazitäten, desto öfter werden wir in die Nähe von Blackouts geraten. Und wenn das passiert gleicht das einem nationalen Notstand.
Alex
am 29.05.2019 um 10:34
Solche Situationen kommen häufiger vor.Vor allen, weil es DE (und die EU) nicht auf die Kette bekommen:A) ihr Hochspannungsnetz auszubauen.B) den Strom zu puffern.Ob da nicht auch noch etwas Panikmache zu Gunsten des Rahmenvertrages gemacht wurde?
corbeau
am 26.05.2019 um 07:53
Das ist doch reine politische Propaganda von Swissgrid für das Rahmenabkommen. Solche Situationen kommen ja häufig vor und lassen sich im Extremfall über Lastabwurfschalter steuern.
Toni Tornado
am 25.05.2019 um 17:58
Die Leitungsquerschnitte werden mit dem Rahmenabkommen nicht grösser. Reine Propaganda.
Yello Mello
am 24.05.2019 um 09:23
Flatterstrom lässt grüssen