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Schweizer Grundwasser grossflächig verunreinigt

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat eine erste landesweite Einschätzung der Belastung im Grundwasser vorgenommen. Sie zeigt: Die Konzentrationen mehrerer Chlorothalonil-Abbaustoffe überschreiten diesen Grenzwert im Grundwasser des Mittellandes grossflächig.

12.05.2020 / 11:11 / von: mma
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Die Grenzwerte werden an vielen Orten im Mittelland überschritten. (Archivbild: KEYSTONE/EPA/PATRICK PLEUL)

Die Grenzwerte werden an vielen Orten im Mittelland überschritten. (Archivbild: KEYSTONE/EPA/PATRICK PLEUL)

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Der Pflanzenschutzmittel-Wirkstoff Chlorothalonil wurde seit den 1970er-Jahren in der Schweizer Landwirtschaft eingesetzt. Im Dezember 2019 hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) alle Abbauprodukte, sogenannte Metaboliten, des Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffs Chlorothalonil als Trinkwasser-relevant eingestuft. Für diese Stoffe gilt somit ein Höchstwert von 0.1 Mikrogramm pro Liter für Trinkwasser, der in diesem Fall auch für das Grundwasser als Grenzwert gültig ist.

Eine neue Studie des BAFU zeigt nun allerdings, dass das Grundwasser im Mittelland diesen Grenzwert überschreitet und somit zu einer erheblichen Verunreinigung führt. Da 80 Prozent des Trinkwassers in der Schweiz aus Grundwasser gewonnen wird und diese Stoffe nur mit sehr grossem Aufwand bei der Aufbereitung wieder entfernt werden können, komme dem Zustand des Grundwassers hinsichtlich dieser Stoffe eine grosse Bedeutung zu. Fast die Hälfte der Kantone ist betroffen, darunter auch Zürich und Schaffhausen.

Da sich Grundwasser relativ langsam erneuert und die Metaboliten von Chlorothalonil ausgesprochen langlebig sind, sei davon auszugehen, dass diese Verunreinigungen die Grundwasser-Qualität noch während Jahren in grösserem Ausmass beeinträchtigen werden.

Keine Gefahr für die Gesundheit

Der Thurgauer Kantonschemiker Christoph Spinner sagt auf Anfrage von RADIO TOP: «Das Trinkwasser kann bedenkenlos getrunken werden. Was im Grundwasser gefunden wurde, sind lediglich Abfallprodukte.» Diese seien im Gegensatz zum Ursprungsprodukt gesundheitlich unbedenklich.

Dass nicht alle Kantone gleich betroffen sind, hat mit der Form der Landwirtschaft zu tun. Chlorothalonil wird beim Getreide, Kartoffeln und Gemüse Anbau eingesetzt. Darum ist der Kanton Thurgau und Schaffhausen eher betroffen als zum Beispiel der Kanton St.Gallen oder Graubünden.

Wie gefährlich die Chlorothalonil Rückstände sind, im Beitrag von RADIO TOP:

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