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Skos rechnet mit Zunahme der Fallzahlen in der Sozialhilfe

Die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (Skos) erwartet bis 2023 einen markanten Anstieg der Zahl der Sozialhilfebezügerinnen und -bezüger. Rund 14 Prozent mehr Menschen dürften bis dahin in der Schweiz auf Unterstützung angewiesen sein. Ein wichtiger Grund für diese Prognose ist die Corona-Pandemie.

20.10.2021 / 19:42 / von: lju/sda
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18 Monate nach Ausbruch der Pandemie hätten in der Schweiz insgesamt etwas weniger Menschen Sozialhilfe bezogen als im Durchschnitt des Jahres 2019, hiess es in einem Communiqué. (Symbolbild: KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS)

18 Monate nach Ausbruch der Pandemie hätten in der Schweiz insgesamt etwas weniger Menschen Sozialhilfe bezogen als im Durchschnitt des Jahres 2019, hiess es in einem Communiqué. (Symbolbild: KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS)

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Für die Kantone und Gemeinden entstünden Mehrkosten von 535 Millionen Franken, sollte sich das Szenario bewahrheiten, schrieb die Skos am Mittwoch in einer Mitteilung.

Die Prognose fällt optimistischer aus als im Frühling des vergangenen und Anfang des laufenden Jahres. Im Mai 2020 hatte die Skos bei der Zahl der unterstützten Personen mit einer Zunahme um 28 Prozent gerechnet, im Januar 2021 mit einem Anstieg um 21 Prozent.

18 Monate nach Ausbruch der Pandemie hätten in der Schweiz insgesamt zwar etwas weniger Menschen Sozialhilfe bezogen als im Durchschnitt des Jahres 2019, hiess es im Communiqué weiter. Als Gründe dafür sieht die Sozialhilfekonferenz die vom Bundesrat beschlossenen zusätzlichen Hilfen in der Corona-Krise – und den Umstand, dass die Wirtschaft weniger stark einbrach als zunächst befürchtet. Anlass für eine Entwarnung gebe es aber keinen.

«Wirtschaftliches Long Covid»

Wer bereits vor der Krise mit wenig Geld gelebt habe, habe wegen der Pandemie die grössten Einbussen erlitten, gab die Skos zu bedenken. Zudem habe sich die Zahl der Langzeitarbeitslosen seit Beginn der Krise verdoppelt. Besonders betroffen seien Menschen, deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt wegen des Strukturwandels abnähmen.

Für diese «von wirtschaftlichem Long Covid Betroffenen» brauche es Unterstützungsmassnahmen, wurde in der Mitteilung gefordert. Als Priorität nannte die Skos zudem gezielte Förderangebote, um Menschen dafür zu rüsten, dass sich der Arbeitsmarkt durch die Digitalisierung wandelt.

Angst vor negativen Folgen

Als Problem sieht die Sozialhilfekonferenz, dass in der Corona-Krise Menschen auf Unterstützung verzichten, die eigentlich Anspruch darauf hätten. Restriktivere Rahmenbedingungen in der Sozialhilfe führten zu Angst vor negativen Folgen eines Sozialhilfebezugs. Dadurch entstünden leicht prekäre Situationen – etwa wenn Betroffene nicht mehr genug zu Essen hätten oder obdachlos würden.

Unabhängig von der Pandemie wird den Angaben zufolge die Zahl der Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommenen steigen, die neu Sozialhilfe beziehen. Dies, weil für jene Menschen, die in den Jahren 2014 bis 2016 in die Schweiz kamen, in den kommenden beiden Jahren neu die Kantone und Gemeinden zuständig sein werden. Mehr als die Hälfte der prognostizierten Zunahme entstehe durch diese Gruppe, so die Skos.

Derzeit sind den Angaben zufolge in der Schweiz mehr als 270'000 Menschen auf Sozialhilfe angewiesen.

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