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Streit zwischen Unia und Schreinerverband wegen Vorruhestandsmodell

Im Frühsommer einigten sich die Sozialpartner zwar auf einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) und ein Vorruhestandsmodell. Die Arbeitgeberseite lehnt aber inzwischen das Vorruhestandsmodell ab. Die Unia ist empört.

20.11.2020 / 22:46 / von: lny/sda
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Zwischen den Gewerkschaften und dem Schreinerverband herrscht dicke Luft. (Bild: KEYSTONE/Christian Beutler)

Zwischen den Gewerkschaften und dem Schreinerverband herrscht dicke Luft. (Bild: KEYSTONE/Christian Beutler)

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An einer schriftlich durchgeführten Abstimmung hätten die Delegierten des Verbandes Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM) am Dienstag einem neuen GAV für 2022 bis 2024 zugestimmt, heisst es beim VSSM. Das Vorruhestandsmodell sei jedoch abgelehnt worden.

Die Gewerkschaften Unia und Syna reagieren in einer gemeinsamen Medienmitteilung vom Freitag heftig: In dreijährigen Verhandlungen hätten sich die Sozialpartner im Frühsommer auf ein Verhandlungspaket bestehend aus dem GAV, einem Aus- und Weiterbildungsvertrag und einem Vertrag über einen frühzeitigen Altersrücktritt geeinigt. Mit ihrer Ablehnung des Vorruhestandsmodells würden die Arbeitgeber ihr Wort brechen.

Die Gewerkschaften hatten bereits im Sommer Ja zum gesamten Paket gesagt. Man könne bei einem Verhandlungspaket nicht nur über ein Element abstimmen, wie dies der VSSM getan habe, erläuterte Giuseppe Reo, Dossierverantwortlicher Schreiner bei der Unia, auf Anfrage.

Der Schreinerverband kontert, es seien zwei Verträge zur Abstimmung gestanden. Daher sei es sehr wohl möglich, das Vorruhestandsmodell abzulehnen. 

Der aktuelle Gesamtarbeitsvertrag für das Schreinergewerbe ist noch bis Ende Jahr gültig, dann läuft er aus. Stand heute werde es ab 1. Januar 2021 im Schreinereigewerbe einen vertragslosen Zustand geben, sagte Reo. Am 5. Dezember finde noch eine Berufskonferenz der Unia statt, an der über den neusten Stand informiert werde.

Über die möglichen Folgen eines vertragslosen Zustandes sind sich Gewerkschaften und Arbeitgeber einig: Ein vertragsloser Zustand würde die Türen für die ausländischen Unternehmen öffnen, sich ohne Rücksicht auf Mindestlöhne und Arbeitsbedingungen im Schweizer Markt niederzulassen.

Nach Gewerkschaftsangaben stürzt der Entscheid der Schreinermeister die Branche in die Krise. Ein Negativentscheid der Gewerkschaften würde die Branche in einer schwierigen Zeit hart treffen und einen kräftigen Schaden anrichten, lässt sich VSSM-Zentralpräsident Thomas Iten in einer Verbands-Mitteilung zitieren.

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