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Sunrise gibt beim 5G-Netz Gas

Der Mobilfunkanbieter Sunrise hat den 150. Ort der Schweiz ans 5G-Netz angeschlossen. Die Geräte werden noch getestet, sollen aber so bald wie möglich zum Einsatz kommen.

02.04.2019 / 13:51 / von: pwa/sda
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150 Orte in der Schweiz hat Sunrise ans 5G-Netz angeschlossen. (Symbolbild: pixabay.de/mohamed_hassan)

150 Orte in der Schweiz hat Sunrise ans 5G-Netz angeschlossen. (Symbolbild: pixabay.de/mohamed_hassan)

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Sunrise gibt bei der neuen Mobilfunkgeneration 5G Gas: «Wir haben heute Morgen die 150. Ortschaft in der Schweiz an das 5G-Netz angeschlossen», sagte Konzernchef Olaf Swantee am Dienstag am Rande einer Internet-der-Dinge-Konferenz in Bern im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. In diesen Orten würden mindestens 80 Prozent der Bevölkerung abgedeckt.

«Wir sind daran, die Endgeräte zu testen und wollen die so schnell wie möglich bereitstellen», sagte Swantee. Derzeit liefen Tests mit rund 100 Nutzern. Dabei teste man drei Kategorien von Geräten: Einen 5G-Router für zu Hause, ein 5G-Empfangsgerät für unterwegs und natürlich Smartphones. Hier sei Sunrise aber abhängig von den Smartphoneherstellern.

Zunächst werde 5G als Festnetzersatz gestartet in Regionen, wo die Festnetzabdeckung schlecht sei. Deshalb werde man die neue Mobilfunktechnik, die höhere Surfgeschwindigkeiten und kürzere Reaktionszeiten bietet, vor allem auf dem Land und in den Agglomerationen bringen. Darunter seien auch Städte wie Dietikon oder Bülach.

«In den grossen Städten haben wir bereits Glasfaserleitungen. Dort ist ein Glasfaserersatz durch 5G nicht notwendig", sagte Swantee: "Das heisst aber nicht, dass wir 5G nicht in die Städte bringen.»

Allerdings seien in den Städten viele Handyantennen schon am Anschlag der Strahlenschutzgrenzwerte für den Mobilfunk (sog. NISV). Deshalb sei es schwierig, in den grossen Städten eine Komplettabdeckung sicherzustellen, sagte Swantee: "Aber wir werden 5G auch in die grossen Städte bringen." Mittelfristig sei eine Geschwindigkeit von 1 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) das Ziel.

Kein Widerstand gegen UPC-Kauf erwartet

Bei der geplanten Übernahme der Kabelnetzbetreiberin UPC rechnet Swantee nicht mit Widerstand der Sunrise-Grossaktionärin Freenet, die knapp ein Viertel am zweitgrössten Schweizer Telekomkonzern hält.

Dass Freenet bei der geplanten Kapitalerhöhung um 4,1 Milliarden Franken zur Finanzierung der Übernahme nicht mitmachen wolle, liege daran, dass Freenet das Geld dafür nicht habe. Die Absage an die Teilnahme an der Kapitalerhöhung sei ein Signal an die eigenen Aktionäre gewesen.

«Das heisst aber nicht, dass Freenet gegen den Deal stimmt», sagte Swantee. Freenet-Chef Christoph Vilanek würde die Logik des Deals und die Synergien durchaus anerkennen. Vilanek sei bei den Gesprächen dabei gewesen.

Auch die Reaktionen anderer Investoren seien sehr positiv gewesen. «Wir haben in der letzten Zeit fast 170 Investoren Roadshows in Grossbritannien, den USA, Deutschland und der Schweiz getroffen», sagte Swantee. Der Deal sei sehr attraktiv: Sunrise sei eine Schweizer Firma, die sich als Herausforderin der Swisscom verstärke und unabhängiger von der Swisscom agieren könne und ein grosses Synergiepotential habe.

Zudem biete Sunrise eine progressive Dividendenpolitik. Und das Risiko auf Zins- und Steuerebene sei in der Schweiz viel tiefer ist als in anderen Ländern. «Die Reaktionen der Investoren waren sehr positiv», sagte Swantee. Der Kaufpreis von 6,3 Milliarden Franken für UPC sei angesichts der künftigen Cashflows nicht zu hoch. Das würden auch die Investoren anerkennen.

Kein Nein der Weko befürchtet

Mit einem Nein der Kartellwächter rechnet die Sunrise-Spitze ebenfalls nicht: Die Eidg. Wettbewerbskommission (Weko) dürfte eine vertiefte Prüfung der Übernahme durchführen, was bis zu fünf Monate dauern könnte. Denn die Weko werde sich die gemeinsame Marktmacht von Swisscom und der neuen Sunrise anschauen, hatte Finanzchef André Krause Ende Februar gesagt: «Aber wir sind der Meinung, dass die Transaktion ohne Auflagen gutgeheissen wird.»

Sunrise wolle den Wettbewerb anheizen. Oft komme die Frage, ob die Preise nach der Übernahme von UPC steigen würden, sagte Swantee: «Im Gegenteil: Wir wollen mehr Wettbewerb generieren. Unsere Marktanteile sind immer noch relativ gering. Für eine progressive Dividendenpolitik müssen wir längerfristig Marktanteile gewinnen.»

Wenn das grüne Licht der Weko eingetroffen sei, werde man die ausserordentliche Generalversammlung anberaumen, auf der über die Kapitalerhöhung abgestimmt werde. Das könnte Herbst werden.

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