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Vierter Affenpocken-Fall in der Schweiz

Seit Freitag sind vier Affenpocken-Fälle in der Schweiz bekannt. Nach dem Auftauchen von drei Fällen hat die Aids-Hilfe eine Präventionskampagne gestartet. Dabei soll eine Stigmatisierung von Homosexuellen verhindert werden, wie die Aids-Hilfe am Freitag mitteilte.

27.05.2022 / 19:51 / von: sda
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Den vierten Schweizer Affenpocken-Fall vermeldete das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Freitagabend. Angaben zum Kanton oder zur Person wollte ein BAG-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bei diesem vierten Fall nicht machen.

Davor hatte das BAG am Donnerstagabend den letzten Fall bestätigt. Der Betroffene ist ein 42-jährigen Mann aus dem Kanton Zürich, der sich wahrscheinlich im Ausland mit dem Virus angesteckt hat, wie die Zürcher Gesundheitsdirektion am Freitag auf Twitter mitteilte.

Auch bei den anderen Fällen aus den Kantonen Bern und Genf handelt es sich um Männer, die sich mutmasslich im Ausland angesteckt haben.

Laut EU-Gesundheitsbehörden sind unterdessen mehr als 200 Fälle von Affenpocken ausserhalb Afrikas bestätigt worden. Insgesamt 19 Länder, in denen die Krankheit normalerweise nicht vorkommt, hätten mindestens einen Fall bestätigt.

Bisher betrafen die meisten Fälle Männer, die Sex mit Männern haben, wie das Europäische Zentrum für die Prävention und die Krontrolle von Krankheiten (ECDC) am Mittwochabend mitteilte.

Plakate an einschlägigen Orten

Das BAG hat deshalb die Aids-Hilfe Schweiz mit der Durchführung der Kampagne betraut, wie aus einer gemeinsamen Mitteilung der Aids-Hilfe und von Pink Cross hervorging.

Bereits habe man die mit der Aids-Hilfe verbundenen Gesundheitszentren und Checkpoints informiert, sagt Andreas Lehner, Geschäftsleiter der Aids-Hilfe Schweiz, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Zudem versuche man Männer, die Sex mit Männern haben, gezielt online wie auch an einschlägigen Treffpunkten zu informieren.

Ein spezielles Augenmerk richte man bei der Kampagne darauf, dass Schwule und Bisexuelle nicht stigmatisiert werden, so Lehner weiter. Im Zuge der Aids-Krise sei es zu solchen Stigmatisierungen gekommen. Das gelte es zu verhindern. Zudem könne es nach dem aktuellen Stand des Wissens auch reiner Zufall sein, dass sich bisher vor allem Männer infizierten, die Sex mit Männern haben.