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Vorsicht Verwechslungsgefahr: Bärlauch – Herbstzeitlose

Jeden Frühling spriesst der Bärlauch in der Schweiz. Bärlauch-Liebhaber pflücken die duftenden Blätter im Wald und würzen ihr Essen damit. Doch aufgepasst, die Herbstzeilosen sehen dem Bärlauch zum Verwechseln ähnlich und sind giftig.

21.03.2019 / 01:00 / von: mco
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Bärlauch, Herbstzeitlose und Maiglöckchen sehen sich zum Verwechseln ähnlich aus (Bild: Tox Info Suisse)

Bärlauch, Herbstzeitlose und Maiglöckchen sehen sich zum Verwechseln ähnlich aus (Bild: Tox Info Suisse)

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Die Bärlauch-Liebhaber freuen sich auf den Frühling. Dann können sie die duftenden Blätter im Wald pflücken. Jedoch ist beim Pflücken Vorsicht geboten, heisst es bei Tox Info Suisse. In nächster Nähe von Bärlauch wachsen häufig auch Giftpflanzen. Diese seien schwierig von Bärlauch zu unterscheiden. 

Bei der giftigen Pflanze handle es sich vor allem um die Herbstzeitlosen (Colchicum sp.). Sie enthalten ein hochwirksames Zellgift, das Colchicin, von dem schon weniger als 1 mg pro kg Körpergewicht lebensgefährlich sei. Maiglöckchen können ebenfalls mit Bärlauch verwechselt werden. Von diesen braucht es jedoch eine grössere Menge, bis das Gift wirkt. Im schlimmsten Fall kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen, die aber behandelt werden können.   

Seit 1966 endeten vier Vergiftungen mit Herbstzeitlosen tödlich, weitere dreizehn verliefen mit mittelschweren oder schweren (= behandlungspflichtigen) Symptomen. Damit es zu keinen weiteren Vergiftungen kommt empfiehlt Tox Info Suisse folgende Punkte zu beachten: 

Jedes einzelne Blatt sollte kontrolliert werden. Das Pflücken am Waldrand sollte gemieden werden. Sollten Übelkeit, Erbrechen und heftige Durchfälle einige Stunden nach Genuss einer Bärlauchmahlzeit auftreten, soll sofort Tox Info Suisse angerufen werden, denn bei einer allfälligen Colchicinvergiftung darf keine Zeit verloren werden.

Merkmale zur Unterscheidung:
Die Blätter des Bärlauch treiben einzeln aus dem Boden. Sie haben einen dünnen Stiel, der sich deutlich vom Blatt abhebt (gestielt). Er hat eine elliptische Blattform und einen charakteristischen Knoblauchgeruch.

Die Blätter der Herbstzeitlose sitzen ohne Stiel am Stängel (ungestielt). Sie haben eine lanzettenförmige Blattform und sind geruchlos.

Das Interview mit Cornelia Reichert, leitende Fachärztin von Tox Info, gibt es hier zum Nachhören:

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