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Wenn ein Kind im Bauch stirbt

Kinder zu bekommen ist das Natürlichste der Welt und dennoch ist eine intakte Schwangerschaft nicht selbstverständlich. In unserem RADIO TOP-Thementag sprechen wir über das sensible Thema Fehlgeburt.

17.06.2020 / 04:50 / von: kge
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«Es ist wichtig, dass die Frauen wissen, dass es nicht daran liegt, dass sie etwas falsch gemacht haben», sagt eine Frauenärztin über Fehlgeburten. (Bild: pixabay.com/Tama66)

«Es ist wichtig, dass die Frauen wissen, dass es nicht daran liegt, dass sie etwas falsch gemacht haben», sagt eine Frauenärztin über Fehlgeburten. (Bild: pixabay.com/Tama66)

Katrin Germann erzählt Geschichten aus dem ganz normalen Alltagswahnsinn einer Mutter. (Bild: Moni Schmid)

Katrin Germann erzählt Geschichten aus dem ganz normalen Alltagswahnsinn einer Mutter. (Bild: Moni Schmid)

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Bis zu 20'000 Mütter verlieren in der Schweiz pro Jahr ihr Kind in der Schwangerschaft, die meisten davon in der Frühschwangerschaft. Für viele Frauen ist diese Erfahrung traumatisch, darüber zu sprechen fällt jedoch oft immer noch schwer. Fehlgeburten gelten bei uns nach wie vor als Tabuthema. 

Nur schon, dass eine Schwangerschaft eintritt, müsse vieles stimmen, sagt die Frauenärztin Dr. Annagreth Köppel gegenüber RADIO TOP. Und dass die Schwangerschaft dann auch halte, sei längst nicht selbstverständlich. «Einen bewussten Abort haben doch recht viele Frauen in ihrem Leben mitgemacht». Und sie möchte den Frauen Druck wegnehmen: «Meistens ist es bei einem so frühen Abgang eine Anlagestörung, die dazu führt, dass sich der Fötus nicht mehr weiterentwickelt. Es ist wichtig, dass die Frauen wissen, dass es nicht daran liegt, dass sie etwas falsch gemacht haben.»

Die Fachstelle Kindsverlust Schweiz bietet kostenlose Telefonberatungen an für betroffene Mütter, Väter oder Angehörige. Anna Margareta Neff Seitz ist Hebamme und die Leiterin der Fachstelle und begleitet Eltern in ihren schwierigsten Stunden. «Auch wenn das Kind früh geht, ist es wichtig, dass das Kind eine Bedeutung bekommt und es eine gemeinsame Geschichte mit den Eltern gibt» betont sie im Interview mit RADIO TOP und ermutigt Eltern, darüber zu sprechen «Gefühle können sich erst verändern, wenn man etwas damit macht.»

Unsere Moderatorin Katrin Germann hat selber fünf Fehlgeburten erlebt und ist immer sehr offen mit diesem Thema umgegangen. «Ich war erstaunt, wie viele Frauen von ihren eigenen Erlebnissen und Traumata erzählt haben, sobald ich offen über meine Geschichte gesprochen habe. Ich finde es sehr wichtig, dass das Thema Fehlgeburten enttabuisiert wird, deshalb mache ich den ersten Schritt» sagt Katrin und erzählt in ihrer letzten Mamikolumne ihre Geschichte.

Die Kolumne kannst du hier nachhören:

audio


Das ausführliche Interview mit Anna Margareta Neff Seitz, Leiterin Fachstelle Kindsverlust Schweiz:

audio


Kontakt: www.kindsverlust.ch, fachstelle@kindsverlust.ch, 031 333 33 60 

Und hier gibt’s das Interview mit Frau Dr. Annagreth Köppel-Hefti von der Frauenarztpraxis Dr. med Köppel & Thierer in Winterthur:

Audio 

Hier geht es zu den Folgen 1-51 der Mamikolumne.

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Wicki Eva
am 02.07.2020 um 14:07
Dieser Beitrag thematisiert nur den frühen Verlust eines Kindes. Was ist mit Eltern, die ihr Kind nach der Hälfte der Schwangerschaft verlieren? Grossmutter
Risli
am 21.06.2020 um 11:48
Vielen Dank für dieses tolle Interview mit der Fachstelle Kindsverlust. Schade, dass ich diese Infos nicht schon im Spital oder bei der Gynäkologin erhalten habe. Trotz viel Internetrecherche bin ich erst 6 Monate später durch meine Hebamme auf die Fachstelle Kindsverlust gestossen. Diese Internetseite hat mir sehr geholfen. Vielen dank für diesen Beitrag!