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WM-Silber für Mathias Flückiger - Schurter geschlagen

Mathias Flückiger hat an der Mountainbike-WM in Leogang die Ehre der Schweizer im olympischen Cross-Country gerettet. Der 32-jährige Berner gewann Silber hinter dem französischen Überraschungssieger Jordan Sarrou. Bronze ging mit Titouan Carod an einen weiteren Franzosen.

10.10.2020 / 17:16 / von: lny/sda
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Mathias Flückiger gewinnt - warm eingepackt - wie im Vorjahr WM-Silber. (Bild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Mathias Flückiger gewinnt - warm eingepackt - wie im Vorjahr WM-Silber. (Bild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

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Nino Schurter gehörte nach zuletzt fünf WM-Titeln in Folge als Neunter zu den Geschlagenen. Bei äusserst schwierigen Verhältnissen mit schlammigem Boden, Kälte und Nässe kam der 34-jährige Bündner von Beginn weg nicht auf Touren. Gleich am Start rutschte er aus dem Pedal. Im Bemühen, sich im ersten Anstieg nach vorne zu arbeiten, liess er viel Energie. Zwei Ränge hinter Filippo Colombo war Schurter nur der drittbeste Schweizer.

Swiss Cycling gratulierte auf Twitter allen Schweizern zu ihrer Leistung.

Erschwert wurde die Aufgabe durch einen angekündigten Wetterumbruch. Man wusste vor dem Rennen nicht, ob und wann der Regen einsetzt. Thomas Frischknecht, Teamchef von Schurter bei Scott im Weltcup und SRF-Experte an der WM, sprach von «einem grossen Poker». Ein Poker, den Schurter verlor. Der Bündner ging mit einem Regensetup ins Rennen, das in verschiedenen Passagen einem Quer-Rennen glich. Der Regen setzte aber erst spät und weniger stark als vermutet ein.

Für Sarrou, der nach langer Solofahrt mit einer Reserve von 45 Sekunden siegte, ist es der mit Abstand grösste Erfolg. Dreimal hat es der 27-Jährige aus Saint-Etienne im Weltcup als Dritter bislang auf das Podest geschafft. 2014 war er WM-Zweiter bei der U23, in diesem Jahr holte er seinen ersten nationalen Meistertitel bei der Elite. Flückiger, den vor einer Woche in Nove Mesto noch Magenkrämpfe und eine Erkältung geplagt hatten, holte zum dritten Mal an Weltmeisterschaften Edelmetall. Im Vorjahr war er Zweiter hinter Schurter, 2012 Dritter hinter Schurter und seinem älteren Bruder Lukas Flückiger.

Für Neff lag nicht mehr drin

Die Schweizer Frauen blieben angesichts von Jolanda Neffs gesundheitlichen Problemen in den letzten Tagen nicht ganz unerwartet ohne Medaille. Frei, die U23-Welt- und -Europameisterin von 2019, zeigte bei ihrer WM-Premiere bei der Elite ein gutes Rennen. Immer wieder machte sie in den technischen Passagen im Kampf um die Medaillen Zeit gut. Allerdings büsste sie diese in den Aufstiegen jeweils wieder ein. «Ich habe den 4. Platz gewonnen und nicht den 3. verloren. Die anderen waren heute stärker», anerkannte die 23-jährige Zürcherin.

Neff fiel nach schnellem Start zwischenzeitlich in ein Loch, ehe sie sich wieder nach vorne kämpfte. «Das war das absolute Maximum. Ich bin sehr zufrieden», sagte die Weltmeisterin von 2017. Alessandra Keller wurde Zehnte, Linda Indergand und Nicole Koller belegten die Ränge 15 und 16.

Die schlammigen Verhältnisse forderten Fahrerinnen und Material auf dem neu erbauten Kurs im Bundesland Salzburg alles ab. Diverse Athletinnen beklagten Defekte und Stürze. Auch Kate Courtney, die Weltmeisterin von 2018, blieb nicht verschont. Die Amerikanerin erlitt zuerst auf Podestkurs liegend einen Defekt, der sie weit zurückwarf. Später stürzte sie auf den Kopf und musste aufgeben. Auch die Niederländerin Anne Terpstra, WM-Vierte von 2019 und Weltcupsiegerin in Vallnord im Vorjahr, sowie die Schwedin Jenny Rissveds beendeten das Rennen nicht.

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