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Zahl der Neuansteckungen rückläufig – Tourismus leidet

Am Montag haben die Behörden über den aktuellen Stand der Dinge in der Corona-Krise informiert. Die Neuansteckungen, die Auswirkungen auf den Tourismus sowie das weitere Vorgehen der Armee waren Hauptthemen.

20.04.2020 / 13:50 / von: mma/sda
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Patrick Mathys hat das BAG an der Pressekonferenz vertreten. (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

Patrick Mathys hat das BAG an der Pressekonferenz vertreten. (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)

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Innerhalb eines Tages wurden in der Schweiz

204 Neuansteckungen

mit dem Coronavirus registriert. Die Zahl der Neuansteckungen sei weiter rückläufig, sagte Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag vor den Bundeshausmedien.

Das gilt nach seinen Angaben auch für die Zahl der Todesfälle und der Intensivpflegefälle: Laut Mathys werden in den Schweizer Spitälern derzeit noch 260 Personen auf Intensivstationen wegen Covid-19 behandelt. Vergangene Woche waren es noch rund 400 gewesen. «Es ist eine Tendenz zu einer weiteren Abnahme zu sehen», fasste der BAG-Experte die Entwicklung zusammen.

Vor diesem Hintergrund hatte der Bundesrat vergangene Woche eine Lockerung der Massnahmen zur Eindämmung der Epidemie in Aussicht gestellt. Derzeit liefen die Vorbereitungen, sagte Mathys, der im BAG die Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit leitet. Insbesondere werden in den Branchen die nötigen Schutzkonzepte erarbeitet, um ein Wiederaufflammen der Virusausbreitung zu verhindern.

Weltweit ist die Entwicklung weniger positiv. Die Fallzahlen nähmen weiterhin deutlich und rasant zu, sagte Mathys. Als beängstigend bezeichnete er die Entwicklung in Russland, wo innerhalb eines Tages 6000 Neuansteckungen verzeichnet wurden. Absoluter Hotspot sind aber weiterhin die USA. Beunruhigend ist laut Mathys auch die Entwicklung in Singapur, wo die Epidemie lange Zeit unter Kontrolle schien, die Zahlen nun aber wieder ansteigen.

Seco rechnet im Tourismus mit Umsatzrückgang von bis zu 35 Prozent

Der Tourismus in der Schweiz erleidet wegen der Corona-Pandemie einen massiven Einbruch. Im Vergleich zum Vorjahr liegen die Umsätze um bis zu 95 Prozent tiefer. Auf das ganze Jahr gerechnet beträgt der Umsatzrückgang laut dem Bund bis zu 35 Prozent. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) prüft nun Impulsprogramme.

«Zuerst geht es ums Überleben, dann ums Investieren», sagte Erik Jakob, Leiter der Direktion für Standortförderung im Seco, am Montag vor den Bundeshausmedien. Die Tourismusbranche sei besonders stark von der Corona-Krise betroffen. Es gebe regelrechte «Stornierungswellen», während neue Buchungen fast gänzlich ausblieben.

Der Einbruch sei beispiellos, sagte Jakob. Weder die Herausforderungen mit dem starken Franken noch der Zweitwohnungsinitiative seien damit zu vergleichen. Die Pandemie treffe alle: den Geschäftstourismus und den Freizeittourismus - in der Stadt wie auf dem Land.

Bis zu 400 junge Armeeangehörige dürfen diese Woche nach Hause

Die Schweizer Armee beginnt mit der Reduktion ihres Corona-Einsatzes. Im Laufe der Woche werde man 300 bis 400 junge Menschen nach Hause schicken, sagte Brigadier Raynald Droz am Montag vor den Medien in Bern.

«Vor etwa einem Monat sprachen wir über die Mobilmachung, heute sprechen wir über eine Reduktion des Einsatzes», sagte Droz. Im Moment seien noch 115 sanitarische Einsätze am Laufen. Ein Grossteil der Einsätze sei beendet.

Es seien jetzt zu viele Leute im Einsatz, also wolle man einen Ausgleich schaffen, der an diesem Wochenende bereits begonnen habe. Man habe am Wochenende festgestellt, wer nach Hause dürfe. Im Laufe der Woche schicke man nun vor allem junge Durchdiener nach Hause, und zwar 300 bis 400 Leute. Diese müssten aber weiterhin zur Verfügung stehen, falls sie wieder gebraucht würden, und zwar innert 24 Stunden, sagte Droz weiter.

«Eine neue Phase hat begonnen, die lange dauern wird», sagte Droz. «Wir müssen aufmerksam und reaktiv bleiben, die Situation ist nicht völlig unter Kontrolle, wir werden Woche für Woche abschätzen müssen.»

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