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Ernüchterndes Ende für Jil Teichmann

Am WTA-Turnier in Lausanne erreicht keine Schweizerin das Final-Wochenende. Jil Teichmann (WTA 90) verliert den Viertelfinal gegen Tamara Korpatsch (WTA 142) nach gutem Beginn mit 6:3, 0:6, 1:6.

19.07.2019 / 20:06 / von: sda
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Das Turnier, das für sie mit Siegen über Timea Bacsinszky und Nachwuchstalent Simona Waltert vorzüglich begonnen hatte, nahm für Jil Teichmann ein ernüchterndes Ende. Nach dem in 45 Minuten gewonnenen ersten Satz bekundete Teichmann gegen Tamara Korpatsch körperliche Probleme. Sie erwies sich in der grossen Hitze der Gegnerin physisch als unterlegen.

Erstmals informierte Teichmann die Stuhl-Schiedsrichterin am Ende des ersten Satzes über ihre körperlichen Schwierigkeiten. In dieser Phase erfolgte auch der Bruch im Spiel. Teichmann, die im ersten Satz alle Aufschlagspiele durchgebracht hatte, kassierte ab dem Beginn des zweiten Satzes vier Breaks hintereinander. Sie brachte in den Sätzen 2 und 3 bloss noch ein Aufschlagspiel durch (zum 1:2 im dritten Satz). Zweimal liess sich Teichmann von der Physiotherapeutin behandeln: zuerst am Unterkörper, später am rechten Fuss. Nach 125 Minuten nützte Korpatsch den zweiten Matchball.

Gegen die Gegnerin, die sie Anfang Mai beim Turniersieg in Prag in den Viertelfinals in 60 Minuten 6:2, 6:1 besiegt hatte, resultierte am Ende für Teichmann eine schmerzhafte Niederlage. Sie war am Ende zu keiner Gegenwehr mehr in der Lage. Im ersten Satz kaufte sie der Gegnerin mit viel Laufarbeit und Kampfgeist den Schneid ab. Später versuchte sie, die Ballwechsel kurz zu halten, woraus viele Fehler resultierten.

Jil Teichmann vergab in Lausanne eine grosse Chance. Mit einem Sieg über die im Ranking 52 Positionen schlechter klassierte Korpatsch hätte sie in der Weltrangliste 20 Plätze gutgemacht. Sie hätte am Ufer des Genfersees im besten Fall bis auf Platz 60 vorstossen können. Auch so verbessert sie sich aber in den Bereich um Platz 80 und ist so gut klassiert wie noch nie.

Ausserdem schaffte es Teichmann diese Woche erstmals, das heimische Publikum auf sich aufmerksam zu machen. Teichmann, in Barcelona geboren und in Spanien aufgewachsen, gilt als "spanische Schweizerin". Die meisten Trainings absolviert sie immer noch in Barcelona. Vielleicht deshalb setzte sie sich in der Vergangenheit an den Schweizer Turnieren zu sehr unter Druck: Vor drei Jahren in Gstaad scheiterte Teichmann schon in der Qualifikation. Danach folgten je zweimal in Gstaad (2017 und 2018) und Lugano (2018 und 2019) bittere Erstrundenniederlagen. Vor zwei Jahren in Gstaad hatte sie gegen Korpatsch bloss drei Games gewonnen.

Dass von den einst sieben Schweizerinnen im Turnier keine die Halbfinals erreichte, stellt für die Organisatoren eine Enttäuschung dar. Obwohl das Turnier, das von 2016 bis 2018 in Gstaad durchgeführt wurde, nie überdurchschnittlich besetzt war, will den Schweizerinnen kein Exploit gelingen. Einzig im (verregneten) ersten Jahr erreichten drei Schweizerinnen die Halbfinals und Viktorija Golubic, die heuer fehlte, triumphierte. Seither erreichte nur noch Teichmann die Runde der letzten acht.

Die Halbfinals bestreiten am Samstag die Französin Alizé Cornet (WTA 48) gegen Korpatsch, und die Französin Fiona Ferro (WTA 98) gegen die Amerikanerin Bernarda Pera (WTA 85). Cornet gilt als Titelverteidigerin, setzte sie sich doch vor einem Jahr in Gstaad durch.