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Kyrgios mehr Genie als Wahnsinn

Das übliche Pendel zwischen Genie und Wahnsinn schwingt bei Nick Kyrgios in Wimbledon bisher auf die richtige Seite. Er gewinnt einen emotionalen Krimi.

02.07.2022 / 22:21 / von: sda
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In einem emotionsgeladenen, ja geradezu gehässigen Duell eliminierte der Australier die Weltnummer 5 Stefanos Tsitsipas und zog in die Achtelfinals ein. Der Weltranglisten-40. zeigte das gesamte Spektrum seines Könnens und seiner Emotionen. Mit seinem Hochgeschwindigkeitstennis, aber wohl noch mehr mit seinen Mätzchen nervte er den Griechen so lange, bis dieser die Ruhe verlor. Tsitsipas legte sich seinerseits mit dem Schiedsrichter, erhielt nach der zweiten Verwarnung sogar einen Punktabzug und versuchte Kyrgios regelrecht abzuschiessen, wenn dieser ans Netz vorrückte. Umgekehrte jubelte der Australier exzessiv und verbeugte sich sogar vor den begeisterten Fans auf dem brechend vollen Court 1, wenn ihm ein Netzroller gelang. Es hatte wenig mit der gewohnten, distinguierten Wimbledon-Atmosphäre, sondern viel eher mit einem brachialen Wrestling-Match gemein. Beste Unterhaltung war es aber definitiv. Am Ende behielt Kyrgios - bei für die letzten fünf Games geschlossenem Dach - in 3:16 Stunden mit 6:7 (2:7), 6:4, 6:3 7:6 (9:7) die Oberhand. Das traditionelle Handshake fiel ausgesprochen kühl aus.

Nadal mit klarer Steigerung

Immer besser in Form kommt auf dem ihm nicht sonderlich zusagenden Rasen Rafael Nadal. Nachdem er in den ersten beiden Runden jeweils einen Satz abgeben musste, gewann der Champion des Australian Open und von Roland Garros in der 3. Runde gegen den Italiener Lorenzo Sonego (ATP 54) locker und leicht 6:1, 6:2, 6:4.