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Pinturault wie einst der Präsident

Alexis Pinturault muss lange auf seinen ersten Titel an einem Grossanlass warten. In Are beisst er auf die Zähne und wird endlich belohnt.

11.02.2019 / 19:45 / von: sda
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Seit Jahren schon ist Alexis Pinturault der kompletteste Skifahrer weltweit. Nur erhält der Franzose wenig Gelegenheiten, dies auch zu zeigen. Denn seine starke Disziplin, die Kombination, die steht pro Winter nur ein- oder zweimal im Programm - und in Zukunft vielleicht gar nicht mehr.

Einer wie Pinturault würde es natürlich bedauerlich finden, sollte der Vielseitigkeits-Wettbewerb der Alpinen auf Kosten von Parallelrennen verschwinden, wie dies von vielen Kreisen angedacht ist. Im Januar 2013 feierte der Franzose in Wengen seinen ersten Weltcupsieg als Kombinierer. Diese Prüfung inklusive fanden seither aber nur 14 Rennen statt, die Hälfte davon gewann Pinturault und nur in vier Fällen verpasste er das Podest.

Einzig an den Grossanlässen wollte es selbst in der von ihm geliebten Kombination nie etwas werden mit einem Titel. Letzten Winter an den Olympischen Spielen wurde er vom diesmal abwesenden Österreicher Marcel Hirscher auf Platz 2 verwiesen, und auf Stufe WM ging er konstant leer aus.

Auch in Are schien sich ein weiterer Misserfolg anzubahnen. Pinturault griff sich nach der Abfahrt ans rechte Knie. Er hatte sich durch einen Schlag während der Fahrt eine Knochenprellung zugezogen, zumindest lautete so die erste Diagnose. "Ich werde am Dienstag ein MRI machen lassen, um genau abzuklären, was da los ist", sagte der Franzose, glücklich darüber, dass ihn die Verletzung nicht am Sieg gehindert hat. Doch schwierig sei es schon gewesen: "Ich konnte kaum mehr richtig gehen. Auf den Ski ging es dann wesentlich besser."

Pinturault biss auf die Zähne und errang als erster Franzose seit 37 Jahren wieder einen WM-Titel in der Kombination. Sein Vorgänger war 1982 in Schladming Michel Vion, der heutige Präsident des französischen Skiverbandes.