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Bald nur noch vier Spitäler im Kanton St.Gallen?

Ohne Gegenmassnahmen droht den Spitalverbunden des Kantons St.Gallen jedes Jahr ein Defizit von 70 Millionen Franken. Künftig sollen daher nur noch an den Spitälern in St.Gallen, Grabs, Uznach und Wil stationäre Leistungen erbracht werden.

31.05.2018 / 11:32 / von: rwa/sda
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Im Kanton St.Gallen könnten künftig nur noch an vier Spitälern stationäre Leistungen angeboten werden. (Symbolbild: pixabay.com)

Im Kanton St.Gallen könnten künftig nur noch an vier Spitälern stationäre Leistungen angeboten werden. (Symbolbild: pixabay.com)

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Der Verwaltungsrat der Spitalverbunde des Kantons St.Gallen schlug bereits bei der Jahresmedienkonferenz im März Alarm und kündigte ein Strukturprojekt an.

Die neun St.Galler Spitäler haben im vergangenen Jahr einen konsolidierten Gewinn von 4,7 Millionen Franken erwirtschaftet. Das sind rund 6,7 Millionen Franken weniger als im Vorjahr. Die Vorgaben wurden damit deutlich unterschritten.

RADIO TOP hat mit den Verantwortlichen vom Kanton gesprochen:

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Seit der Einführung der neuen Spitalfinanzierung im Jahr 2012 hätten sich die Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen grundlegend verschärft, schreibt der Verwaltungsrat der Spitalverbunde in seiner Mitteilung vom Donnerstag.

Mit den Fortschritten in der Medizin und der zunehmenden Spezialisierung werde es zu einer grossen Herausforderung, die bisher sehr gute Qualität der Dienstleistungen auch in Zukunft gewährleisten zu können.

Ohne wirksames Gegensteuern drohe den Spitalverbunden in den nächsten sieben Jahren ein strukturelles Defizit von jährlich 70 Millionen Franken. Dieses gefährde langfristig die medizinische Versorgung im Kanton St.Gallen.

Der Verwaltungsrat der Spitalverbunde schlägt der Kantonsregierung und dem Parlament eine medizinische Leistungskonzentration in den Spitalverbunden vor. Die stationäre Leistungserbringung solle künftig an einem Standort pro Spitalverbund angeboten werden: konkret an den Spitälern St.Gallen, Grabs, Linth (Uznach) und Wil.

Das widerspricht einem Entscheid der St.Galler Stimmbevölkerung, die 2014 der Strategie des Spitalverbundes zugestimmt hatte, die das gesamte Netz der Spitäler vorsah. In der Politik schlägt der Vorschlag des Verwaltungsrates deshalb für hohe Wellen. Stimmen aus den St.Galler Kantonsparteien im Beitrag von RADIO TOP:

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99 Prozent der St.Galler Bevölkerung würden auch in Zukunft innerhalb von 30 Minuten ein Spital mit Notfall- und stationärer medizinischer Versorgung erreichen, heisst es in der Mitteilung weiter.

Die Ziele dieses Grobkonzeptes sind die Konzentration, der Abbau von teuren Doppelspurigkeiten, die Erhöhung der Fallzahlen und eine weitere Qualitätssteigerung zum Wohl der Patientinnen und Patienten.

Der Verwaltungsrat schlägt zudem vor, das Leistungsangebot an den fünf Spitalstandorten Altstätten, Walenstadt, Wattwil, Flawil und Rorschach neu zu konzipieren.

Sie könnten nach Möglichkeit die ambulante Gesundheitsversorgung in Kooperation mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten anbieten oder teilweise einer anderen Nutzung zugeführt werden.

Der Vorschlag liegt jetzt bei der St.Galler Regierung. Die Regierung anerkennt die schwierige finanzielle Situation und sieht Handlungsbedarf, wie es in einer Mitteilung der St.Galler Staatskanzlei heisst. Gestützt auf die vorliegenden Informationen könne aber noch kein Entscheid zur Strategieentwicklung gefällt werden.

Die Regierung hat beschlossen, die Entscheidungsgrundlagen zu erweitern und zu vertiefen. Ein Lenkungsausschuss aus Mitgliedern der Regierung und des Verwaltungsrats soll die unternehmerische Sicht mit einer gesundheitspolitischen und finanzpolitischen Sicht zusammenführen. Der Lenkungsausschuss wird noch vor den Sommerferien das nächste Mal informieren.

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