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Canyoning-Unglück in Vättis SG: Suche wegen Regen unterbrochen

Bei einem Canyoning-Unfall in der Parlitobelschlucht bei Vättis SG sind am Mittwochabend drei spanische Touristen ums Leben gekommen. Einer wird noch vermisst. Die Suche nach dem Vermissten musste am Donnerstagnachmittag wegen starkem Regenfall unterbrochen werden.

13.08.2020 / 17:00 / von: mle/asl/sda
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Am Donnerstagnachmittag konnten Journalisten die Unfallstelle besichtigen. Die Suche nach dem vierten Vermissten musste wegen des starken Regens abgebrochen werden. (Bild: RADIO TOP/Lara Pecorino)

Am Donnerstagnachmittag konnten Journalisten die Unfallstelle besichtigen. Die Suche nach dem vierten Vermissten musste wegen des starken Regens abgebrochen werden. (Bild: RADIO TOP/Lara Pecorino)

Hanspeter Krüsi von der Kantonspolizei St.Gallen (links) und Armin Grob, Canyoning-Spezialist bei der Alpinen Rettung Ostschweiz an der Pressekonferenz am Donnerstag. (Bild: RADIO TOP/Lara Pecorino)

Hanspeter Krüsi von der Kantonspolizei St.Gallen (links) und Armin Grob, Canyoning-Spezialist bei der Alpinen Rettung Ostschweiz an der Pressekonferenz am Donnerstag. (Bild: RADIO TOP/Lara Pecorino)

Ein Opfer wurde in der Einmündung des Stausees gefunden. Zwei weitere im Gigerwaldsee. (Bild: brknews.ch/Beat Kälin)

Ein Opfer wurde in der Einmündung des Stausees gefunden. Zwei weitere im Gigerwaldsee. (Bild: brknews.ch/Beat Kälin)

Die Strasse Richtung St.Martin ist ab der Staumauer des Gigerwaldsees gesperrt. (Bild: brknews.ch/Beat Kälin)

Die Strasse Richtung St.Martin ist ab der Staumauer des Gigerwaldsees gesperrt. (Bild: brknews.ch/Beat Kälin)

Die Sportler wurden in der Schlucht wohl von den Stein- und Wassermassen mitgerissen. (Bild: Kantonspolizei St.Gallen)

Die Sportler wurden in der Schlucht wohl von den Stein- und Wassermassen mitgerissen. (Bild: Kantonspolizei St.Gallen)

Aufgrund des laufenden Einsatzes ist die Zufahrt zur Unfallstelle nicht möglich. (Bild: brknews.ch/Beat Kälin)

Aufgrund des laufenden Einsatzes ist die Zufahrt zur Unfallstelle nicht möglich. (Bild: brknews.ch/Beat Kälin)

Unter Canyoning versteht man das Begehen einer Schlucht von oben nach unten - durch Abseilen, Abklettern, Springen, Rutschen, Schwimmen und manchmal sogar Tauchen. (Symbolbild: KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)

Unter Canyoning versteht man das Begehen einer Schlucht von oben nach unten - durch Abseilen, Abklettern, Springen, Rutschen, Schwimmen und manchmal sogar Tauchen. (Symbolbild: KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)

Wie die Kantonspolizei St.Gallen am Nachmittag an einer Medienkonferenz mitteilt, geht die sie davon aus, dass auch der Vermisste tot ist. (Bild: RADIO TOP/Lara Pecorino)

Wie die Kantonspolizei St.Gallen am Nachmittag an einer Medienkonferenz mitteilt, geht die sie davon aus, dass auch der Vermisste tot ist. (Bild: RADIO TOP/Lara Pecorino)

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Am Mittwochabend ist es in Vättis SG in der Parlitobelschlucht zu einem Canyoning-Unfall gekommen. Nach einem heftigen Gewitter, welches über diesem Gebiet niedergegangen war, wurden vier Männer als vermisst gemeldet. Drei Männer konnten in der Nacht tot aufgefunden werden. Ein vierter Mann wird noch vermisst.

Hanspeter Krüsi von der Kantonspolizei St.Gallen erklärt im Gespräch mit RADIO TOP, wie die Such- und Rettungsarbeiten stattgefunden haben:

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Wie die Kantonspolizei St.Gallen am Nachmittag an einer Medienkonferenz mitteilt, geht die sie davon aus, dass auch der Vermisste tot ist. Bei den Männern handelt es sich um einen 30-, einen 33-, einen 38- und einen 48-Jährigen, alle sollen aus dem spanischen Navarra stammen. Sie sollen erfahrene Canyoning-Sportler gewesen sein. Zur Gruppe gehörten auch zwei Frauen, die nicht in die Schlucht einstiegen und nach dem Unglück Alarm schlugen. Eine der Frauen ist die Ehefrau eines der Opfer.

Die Polizei geht davon aus, dass die Männer vom Geröll und den Wassermassen mitgerissen wurden. Ein Opfer wurde in der Einmündung des Stausees gefunden. Zwei weitere im Gigerwaldsee.

Vättis liegt in der Gemeinde Pfäfers im Kanton St.Gallen:

Die Wetterbedingungen hatten in der Nacht für eine Unterbrechung der Suche gesorgt. In den frühen Morgenstunden wurde der Einsatz wieder aufgenommen. Das unbeständige Wetter erschwert die Suche. Sie musste am Donnerstagnachmittag wegen des starken Regens sogar unterbrochen werden.  

Aufgrund des laufenden Einsatzes ist die Zufahrt zur Unfallstelle nicht möglich. Die Strasse Richtung St.Martin ist ab der Staumauer des Gigerwaldsees gesperrt.

Im Einsatz standen mehrere Patrouillen der Kantonspolizei St.Gallen mit Sondereinheiten der Drohnen, Alpinen Einsatzgruppe, Polizeitauchern und Hundeführern. Weiter waren die Rettungsstation Pizol mit Canyon-Spezialisten,die Alpine Rettung Ostschweiz, zwei Rega-Helikopter, ein Superpuma der Armee, der Helikopter des Kantonspolizei Zürich, Mitarbeitende des Kraftwerks Gigerwald und ein Team der Psychologischen Ersten Hilfe im Einsatz. 

TELE TOP hat vor Ort mit der Kantonspolizei St.Gallen und Spezialisten der Alpine Rettung Ostschweiz gesprochen:

Video

Parlitobelschlucht für geübte Canyoning-Sportler kein Problem

Die Schlucht ist laut Experten nicht besonders anspruchsvoll. Die Begehung der Parlitobelschlucht lasse bei normalen Verhältnissen keine besonderen Schwierigkeiten für erfahrene Canyoning-Sportler erkennen, sagte Armin Grob, Fachspezialist Canyoning bei der Alpinen Rettung Ostschweiz, in Vättis vor den Medien.

Die Schluchten im Carfeisental seien für jedermann zugänglich. «Sie werden auf verschiedenen Internetforen und in Schluchtenführern beschrieben», so Grob. Beim Unglück habe das Wetter sicher eine Rolle gespielte, sagte Hanspeter Krüsi, Sprecher der Kantonspolizei St.Gallen. Man wolle aber mit den jetzigen Erkenntnissen keine Schuldzuweisung machen.

Gewitter bei Vättis GR war laut «SRF Meteo» vorhersehbar

Es sei ganz klar gewesen, dass heftige Gewitter mit teils grossen Regenmengen aufziehen würden, sagte Felix Blumer von «SRF Meteo» auf Anfrage der Nachrichtenagentur «Keystone-SDA». Das Gewitter sei von der Zentralschweiz nach Glarus und weiter bis Vättis gezogen, wo um 18:30 Uhr am Unglücksort südlich von Vättis eine Regenmenge von rund 40 Millimetern verzeichnet wurde.

Man habe es über zwei Stunden vorher sehen kommen, dass das Gewitter aufziehen werde. Das Gewitter erreichte laut Blumer die Gefahrenstufe 2 von 3 gemäss europäischen Standards, zudem hatten Wetterdienste davor gewarnt.

Immer wieder tödliche Unfälle

Im Juni erst wurde ein Litauer nach einem Ausflug im Tessin vermisst. Im Jahr 2017 sind ein Belgier und ein Spanier, ebenfalls im Tessin, verunglückt. Im Jahr 2012 sind in Amden SG eine Teilnehmerin und ein Tour-Guide ums Leben gekommen. Und auch die Rega muss immer wieder wegen Canyoning-Unfällen ausrücken.Das schwerste Unglück ereignete sich 1999, als im Saxetbach im Berner Oberland 18 Touristen und drei Guides ums Leben kamen.

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Edelweiss
am 15.08.2020 um 07:41
Mein Beileid Ich bin im Tal aufgewachsen mein Vater ging auf die Jagd am Parlibach es hat immer gesagt wenn du eine Gams schießt und das in die Schlucht fällt dann kommt sie erst wieder zu Vorschein wenn ein Gwitter kommt mit viel Wasser. Dann spült der Parlibach es zu Tage. Ich verstehe nich wieso Menschen die Natur nicht respektieren.