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Chur wappnet sich für Geburten aus dem Sarganserland

Weil die Geburtenabteilung am Spital Walenstadt (SG) zukünftig geschlossen wird, wollen viele werdende Eltern aus dem Sarganserland für die Geburt nach Chur fahren. Dort bereitet man sich auf einen Ansturm vor.

13.01.2020 / 16:15 / von: vsa/sda
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Zurzeit erkundigen sich viele Eltern aus dem Sarganserland nach Möglichkeiten, ihr Kind in Chur auf die Welt zu bringen. (Bild: pixabay.com/Pexels)

Zurzeit erkundigen sich viele Eltern aus dem Sarganserland nach Möglichkeiten, ihr Kind in Chur auf die Welt zu bringen. (Bild: pixabay.com/Pexels)

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Wegen der bevorstehenden Schliessung der Geburtenabteilung am Spital Walenstadt SG erwägen derzeit viele angehende Eltern aus dem Sarganserland, für die Geburt nach Chur zu fahren. Dort zeigt man sich beim Kantonsspital Graubünden für zusätzliche Geburten bereit.

Dies geht aus einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme des Kantonsspitals Graubünden zur Spitalstrategie des Kantons St. Gallen hervor. Zurzeit erhalte man zahlreiche Anfragen von Eltern aus dem Sarganserland, die im Frühjahr ein Kind erwarten, sowie von Patientinnen und Patienten.

Diese erkundigten sich nach den Möglichkeiten, ihr Kind statt in Walenstadt in Chur zur Welt zu bringen, heisst es. Das Kantonsspital Graubünden sei in der Lage, auch kurzfristig zu reagieren und die zusätzlichen Geburten aufzufangen - «wenn gewünscht auch mit Unterstützung der Geburtshelferinnen des Spitals Walenstadt».

Die neue Spitalstrategie «4plus5» des Kantons St. Gallens sieht vor, die fünf Landspitäler in Walenstadt, Wattwil, Altstätten, Rorschach und Flawil zu schliessen und dort nur noch Gesundheits- und Notfallzentren mit wenigen Betten zu führen. Davon sei auch das Kantonsspital Graubünden betroffen, heisst es aus Chur.

Schliessung vorverlegt

Noch im Herbst 2019 sei man davon ausgegangen, dass die Gynäkologie/Geburtshilfe am Spital Walenstadt noch bis 2027 bestehen bleibe. Dann sei man informiert worden, dass die Schliessung bereits auf Mai 2020 erfolge, und zuletzt sei im Dezember der Termin überraschend auf Februar 2020 festgelegt worden.

Generell vertritt das Kantonsspital Graubünden die Auffassung, «dass die Situation primär aus Sicht der Patientinnen und Patienten im Sarganserland betrachtet» werden sollte. Nicht die Kantonsgrenzen, sondern die zeitliche Erreichbarkeit des nächstgelegenen Spitals müsse für die Spitalplanung ausschlaggebend sein.

Der Druck im Schweizer Gesundheitswesen, insbesondere auf die Spitäler, steige, heisst es im Communiqué. Heute sei die stationäre Versorgung mit Spitalbetten in den Kantonen Graubünden, Glarus und St. Gallen die höchste in der ganzen Schweiz, was die Anzahl Spitalbetten pro tausend Einwohner betrifft.

Vier Spitäler in der Nähe

Dies verdeutlicht das Beispiel Sargans: Von dort aus liegen gleich vier Spitäler in relativer Nähe: Nach Walenstadt sind es 14 Kilometer, nach Grabs SG 26 Kilometer, nach Vaduz FL 18 Kilometer und nach Chur 28 Kilometer.

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