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Die Olma Messen wollen zu einer AG werden

Am Mittwoch hat die Leitung der Olma Messen bekannt gegeben, wie sie die finanziellen Probleme wegen der Covid-19-Pandemie angehen will. Geplant ist die Umwandlung der Genossenschaft in eine Aktiengesellschaft. Stadt und Kanton sollen auf die Rückzahlung von Darlehen verzichten.

17.08.2022 / 11:22 / von: sda/rbe/rpf/ame
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Im Herbst 2021 konnte die Olma zwar durchgeführt werden. Für das ganze Geschäftsjahr resultierte aber wegen der zahlreichen abgesagten Veranstaltungen trotzdem ein negatives Ergebnis. (Bild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Im Herbst 2021 konnte die Olma zwar durchgeführt werden. Für das ganze Geschäftsjahr resultierte aber wegen der zahlreichen abgesagten Veranstaltungen trotzdem ein negatives Ergebnis. (Bild: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

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Im März hatten die Olma Messen für das Geschäftsjahr 2021 einen Verlust von 3,3 Millionen Franken bekannt gegeben. Gleichzeitig wurden damals Massnahmen angekündigt, die das Unternehmen wieder auf Kurs bringen sollen.

Am Mittwoch stellten nun Thomas Scheitlin, Präsident des Verwaltungsrats der Olma Messen, sowie Olma-Direktorin Christine Bolt den konkreten Plan vor, der mit dem Einbezug von Stadt, Kanton und Banken ausgearbeitet wurde. Beteiligt war auch das Treuhandunternehmen PwC.

Vor der Pandemie seien die Olma Messen «ein kerngesundes Unternehmen» gewesen, so Scheitlin. Doch dann blieben die geplanten Gewinne aus. Stattdessen wurden Verluste eingefahren. Diese Minuszahlen belasteten zusammen mit der Bauteuerung für die sich im Bau befindenden neuen Halle 1 Eigenkapital und Liquidität. 

Vorlagen an die Parlamente

Der erste Schritt, um die Zukunft der Olma zu sichern, ist ein Antrag auf Umwandlung von Darlehen der öffentlichen Hand in Kapital. Stadt und Kanton hatten je 8,4 Millionen Franken gewährt. Neben der Zustimmung von Stadtrat und Regierung braucht es für den Verzicht auf die Rückzahlung auch noch Parlamentsbeschlüsse. Die Vorlagen sollen im Stadtparlament im November und im Kantonsrat im November und in zweiter Lesung im Februar behandelt werden.

Danach soll die Genossenschaft Olma Messen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Darüber werden die aktuell 168 Genossenschafterinnen und Genossenschafter am 28. April abstimmen. Die bisherigen Genossenschaftsanteile werden dabei in Aktien umgewandelt.

Der nächste Schritt ist dann eine Kapitalerhöhung um 20 Millionen Franken. Die Olma Messen würden sich damit dem Publikum öffnen. Der Nennwert einer Aktien wurde auf 1'100 Franken festgelegt. Die Registrierung für die Aktienzeichnung ist bereits gestartet.

Die Kapitalerhöhung entspreche dem Bedarf, rechnete Scheitlin vor. Die Verluste betrügen rund 10 Millionen Franken. Dazu seien die Kosten für den Bau der Halle 1 wegen der Teuerung um zehn Millionen Franken angestiegen. Alles was die Olma Messen ausmache, bleibe bestehen, versicherte der ehemalige St.Galler Stadtpräsident.

Keine Hilfen für 2021

In den letzten Monaten sei die Strategie überarbeitet und weiterentwickelt worden, sagte Christine Bolt. Chancen rechnet sich das Unternehmen vor allem bei Fachmessen aus, die entweder selber entwickelt oder eingekauft werden. Ein erstes Beispiel ist die für 2023 angekündigte Gastia, eine Fachmesse für Hotellerie, Gastro und Catering. Weiter soll das Veranstaltungsgeschäft ausgebaut werden. Dafür wird die Halle 1 neue Möglichkeiten eröffnen.

Verworfen hat die Olma-Leitung ein Gesuch an die öffentliche Hand um ein weiteres Rettungspaket: 2020 hatten Stadt und Kanton Hilfen zugesagt, um nach der abgesagten Olma von 2020 die Liquidität sicherzustellen. Es gab Darlehen von insgesamt 16,8 Millionen Franken, dazu wurde das Eigenkapital um fünf Millionen Franken erhöht und die Olma setzte Einsparungen im Umfang von zwei Millionen Franken um. Erwartet wurde damals, dass 2021 ein normales Geschäftsjahr werde. Dies traf dann aber nicht ein.

2021 und 2022 habe die Olma nicht von Härtefallgeldern oder anderen Covid-19-Finanzhilfen profitieren können, erklärte Christine Bolt. Dies war für Unternehmen ausgeschlossen, bei denen der Anteil der öffentlichen Hand mehr als zehn Prozent betrug.

Wie dass es finanziell mit der Olma weitergehen soll, im Beitrag von RADIO TOP:

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